Modische Veränderungen und Schmuck – Fashion and jewelry

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Auch Schmuck unterliegt schon immer gewissen Modeerscheinungen und einem Wandel der Zeit. Es gab in der Geschichte des Schmucks Schmuckformen, die heute nicht mehr von Bedeutung sind oder aber nur noch als Randerscheinung wenigen bekannt sind. Das heißt, dass die Art der Schmuckstücke einigen vom Begriff her bekannt sind, das heißt aber nicht, dass sie auch als Schmuckstücke getragen werden oder noch Verwendung finden.
Ich denke dabei z.B. an Schmuckstücke wie die Fibel oder das Diadem. Fibeln waren im Zeitalter der Völkerwanderung im 7./8. Jahrhundert eine bedeutende Schmuckgattung. Diese Fibeln (auch Gewandspangen) dienten dazu mit Hilfe einer Broschierung die Kleidung zusammenzustecken. Da aber schon seit einigen Jahrhunderten die Kleidung zunächst mit Knöpfen und seit Mitte des 19.Jahrhunderts auch durch Reißverschlüsse zusammengehalten wird, sind Fibeln heute kein Schmuckstück mehr, welches in der Gesellschaft Verwendung findet.
Ähnlich verhält es sich mit dem Diadem (von griech.“diadema“ Stirnbinde). Ursprünglich diente es in der Antike als schmale Binde, die die Haare zusammenhalten sollte. Hieraus entwickelte sich der Lorbeerkranz, der später auch aus Metallen gefertigt wurde. Das Diadem erlebte bis ins 19. Jahrhundert hinein seine Blüte, war aber weitestgehend den Monarchen vorbehalten. In den 20er Jahren war das Diadem auch in der bürgerlichen Gesellschaft zu feierlichen Anlässen verbreitet. Heute hat das Diadem an Bedeutung verloren. Es wird hin und wieder noch als Brautschmuck auf Hochzeiten getragen.
Auch Broschen sind in den letzten 20 Jahren nach meiner Erfahrung aus der Mode gekommen. Es kommt leider sehr selten vor, dass ich in meiner Goldschmiede Broschen auf Kundenwunsch fertige. Warum Broschen nur noch wenig getragen werden kann ich nicht sagen. Ich finde es aber sehr schade, da es aus meiner Sicht ein sehr vielfältiges Schmuckstück ist und es bei der Anfertigung sehr viel kreativen Spielraum lässt.
Es gibt noch weitere Schmuckgattungen (z.B. kleine und große Parure), die im Laufe der Jahrhunderte verschwunden sind oder einfach nicht mehr zur heutigen Mode passen.
Neben der Wandlung des Geschmacks spielen aber auch technische Erneuerungen eine wesentliche Rolle beim Wandel der Schmuckmode.
Obwohl der Beruf des Goldschmieds auch heute noch sehr traditionell ist und sich mit vielen alten Techniken arbeiten lässt, haben auch bei der Herstellung von Schmuck gerade im letzten Jahrhundert moderne, auch Computer gesteuerte Techniken Einzug gehalten und auch den Geschmack beeinflusst. Angefangen bei der Drehbank, über die Galvanotechnik und Elektroforming bis hin zur Arbeit mit einem Laser gibt es heute neue Techniken, die den Schmuck verändern.
Darüber hinaus verändern sie aber auch den Geschmack und somit die Mode. Wurden Trauringe – ein anscheinend immer modern gebliebenes Schmuckstück – seit der Antike in mühsamer Handarbeit hergestellt und das Brautpaar mit dem Aussehen der Trauringe oft überrascht, da sie anhand von Zeichnungen gearbeitet wurden, so hat die moderne Technik ganz andere Möglichkeiten.
Heute bekommt ein Brautpaar ganz sicher die Trauringe, die auch gewünscht waren, auch aus ganz modernen Metallen oder Werkstoffen. Mit Hilfe von Musterringen und modernen Herstellungsverfahren ist garantiert, das man genau das erhält, was auch gewünscht war.
Für die Zukunft bleibt abzuwarten, in wie weit die Entwicklung der 3D-Drucker die Schmuckmode verändern wird!
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