Geschichte der Ketten und Kettenherstellung

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Die Geschichte der Ketten beginnt in der Steinzeit

Bereits die Menschen der Steinzeit schmückten sich mit Gegenständen, die sie sich um den Hals hängten. Dieses taten sie vor allem aus kultisch-religiösen Gründen. Somit kann man Ketten zu den ältesten bekannten Schmuckstücken zählen, auch wenn die meist in Form eines Anhängers war, der an einem Lederband oder ähnlichem getragen wurde.

Mit dem Übergang um das Wissen der Metallverarbeitung finden sich diese Schmuckstücke auch wieder. Es erscheinen Metallketten aus mehreren, meist gleichartig gebogenen und ineinander gehängten Drahtgliedern neben Steinketten aus durchbohrten und aufgereihten Edelsteinen, Perlen und anderen Materialien.

Die älteste Kettenart aus Draht sind nachweislich die Fuchsschwanzketten, die in Grabfunden aus Ur gefunden wurden und aus der Zeit um 2500 v. Chr. Datieren. Diese Kettenart war über 3000 Jahre dominierend. Erklären lässt sich dies leicht durch ihre Herstellungweise durch das Ineinanderhängen von bereits verlöteten Ösen, da das Löten am offenen Feuer für die damaligen Goldschmiede keine großen Probleme darstellte. Die so genannte Ankerkette erschien erst um das Jahr 2100 v. Chr. in dem frühminoischen Schmuck von Mochlos. Aus dieser recht einfachen Grundform der Kette entwickelte sich später eine große Vielfalt an Drahtketten. Im Vergleich zur Fuchsschwanzkette blieb die Ankerkette aber bis zum frühen Mittelalter eine seltene Kettenart. Auch andere antike Kettenformen waren lange Zeit wesentlich weiter verbreitet als die Ankerkette. Hierzu zählen Schlaufenketten (nachgewiesen um etwa 2000 v Chr), Stabgliederketten (6. Jh. v. Chr.) oder Heraklesknotenketten (2./3. Jh. v. Chr.). Seit dem Ende des 15. Jahrhundert kennt man in Frankreich die Panzerkette in ihrer heutigen Form. In der Renaissance erweitert die Zwillingsankerkette die Kettenvielfalt.

Während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Beliebtheit reiner Edelmetallketten stark zu, was zu einem weiteren Formenreichtum führte. In Deutschland wurde die Schlangenkette erfunden, die zunächst ausschließlich von Hand gefertigt wurde. Ebenso stammt die heute sehr verbreitete Veneziakette aus dieser Zeit. Ein erneuter Schub bei der Entwicklung neuer Kettenformen gab es zwischen 1900 und 1930. Während dieser Jahrzehnte wurden zum Beispiel die Garibaldi-, Milano-, Drahtschnecken- und Erbsketten entwickelt. Auch andere zahlreiche Ketten, stammen aus dieser Zeit. Viele werden einfach als Fantasieketten bezeichnet. Auch heute werden immer noch neue Kettenarten erfunden von in der Schmuckbranche begehrten Tüftlern.

Erste maschinell erzeugte Ketten

Ab 1750 (Haken-und Bandkettenmaschine des Franzosen Vaucanson) werden erste Erfahrungen in der maschinellen Herstellung von Ketten in Frankreich, England und den USA gesammelt. Die Entwicklung verlief dann Hand in Hand mit der allgemeine Technisierung in der Fertigung und Massenschmuckproduktion. 1813 konstruierte der Brite Brunton eine erste Maschine zur Herstellung von Ankerketten. In den Jahren von 1830 bis 1870 wurden in den sich entwickelnden Schmuckindustrien in Frankreich und England verschiedene Kettenmaschinen entwickelt.

Zwischen 1870 und 1900 werden für alle wichtigen Kettenarten Maschinen entwickelt, die sich auch in den wachstumsstarken Schmuckindustrien in Deutschland und den USA schnell verbreiten. Nur in Pforzheim wurden 1900 bereits in mehr als 100 Betrieben Ketten aller Art maschinell hergestellt. In dieser Zeit wurde die Firma Kollmar&Jourdan zum größten Kettenhersteller der Welt. In den folgenden Jahrzehnten konnten u.a. dank Pforzheimer Erfindungen und Verbesserungen die Arbeitsleistung, die Flexibilität und der Grad der Automatisierung von Kettenmaschinen wesentlich gesteigert werden. Dies gilt bis in die heutigen Tage ( z.B. 1910 Fuchsschwanz-,1920 Schlangen-, 1935 Geflecht-, 1955 Venezianer-, 1985 Königs- und Madeirakettenmaschinen).

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