Archiv der Kategorie: Diamant

Der Diamantschliff – the diamond cut

Der Diamantschliff

Der Diamantschliff hat sich über viele hundert Jahre entwickelt.

Da sich zwei Diamanten niemals völlig gleichen, begutschtet man jeder Stein vor dem Schleifen sorgfältig und sehr genau. In den meisten Fällen entscheidet man sich für den Brillantschliff. Man versucht dabei den Schleifverlust möglichst gering zu halten, aus nachvollziehbaren Gründen. Die einzelnen schritte bei der Verarbeitung eines Diamanten für den Brillantschliff sind das Spalten oder Sägen, das Reiben, das Schleifen und schließlich noch das Polieren der Steins.

Diamantschliff bis zum Brillant
Diamantschliff bis zum Brillant
Vor dem Spalten oder Sägen markiert der Fachmann den Diamant mit Tusche, um genau anzuzeigen,wo der Stein zu zerlegen ist. Beim Spalten bricht der Diamant in der Regel nach seinen natürlichen Spaltflächen, den Oktaederflächen. Oft können allerdings innere Spannungen oder verdeckte Risse nicht erkannt werden, so dass da spalten mit einem größeren Risiko verbunden ist als das Sägen, weshalb die letztere Methode häufig bevorzugt wird. Man sägt dabei den Diamanten mit einer hauchdünnen Bronzescheibe.

 

Als Schmiermittel wird dabei Öl und Diamantstaub als Schleifmittel benutzt. Das Sägen allein nimmt schon viel Zeit in Anspruch. Es kann bis zu acht Stunden dauern, einen einkarätigen Diamanten zu zersägen. Aus einem Oktaeder entstehen dabei zwei Pyramiden. Nach dem Sägen rundet man die Pyramiden mit Hilfe eines anderen Diamanten. Der Fachmann spricht bei diesem Vorgang vom sogenannten „Reiben“ oder „Grauen“.

 

Schließlich erhält der Diamant durch das Schleifen sein Gesicht. Dazu wird er in einem Spezialhalter, der sogenannten Doppe, befestigt und auf einer schnell drehenden Metallscheibe bearbeitet. Als Schleifmittel wird wieder ein Gemisch aus Öl und Diamantstaub verwendet. Nach dem Schleifen wird der Diamant mit einer Paste poliert. Die Politur muss von hoher Qualität sein, da sie den Glanz des Steins bestimmt.

Erfahrung ist wichtig

Die Technik des Schleifens erfordert viel Geschick und lange Erfahrung, da das Führen des Werkstück ohne jeden Winkelanschlag oder sonstige technische Hilfsmittel durchgeführt wird. Außerdem ist eine genaue Kenntnis über den Werkstoff selbst nötig. Die Bearbeitund eines Diamanten in einer adäquaten Zeit ist überhaupt nur deshalb möglich, weil er eine ausgeprägte Härte-Anisotropie besitzt.
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Das heißt, ein Schleifen eines Diamanten in den sogenannten „weichen“ Richtungen, Richtungen, bei denen die Abständen zwischen den benachbarten Atomen relativ groß sind, ist wesentlich effizienter als das schleifen der Harten Richtungen, hier sind die Atomabstände verhältnismäßig gering. Deshalb untersucht der Schleifer einen Diamant vor dem Schliff eingehend, damit er später beim Schleifen die Härteunterschiede optimal ausgenutzt kann.

 

Ergänzend zu der Abbildung:  Interessanterweise entspricht die Entwicklung des Brillantschliffs in etwa den einzelnen Arbeitsschritten, die ein Oktaeder auch heute noch während des Brillantschliff durchläuft

Die 4 C’s der Diamanten – Farbgraduierung beim Brillant

Farbgraduierung beim Brillant

Zusammenfassend habe ich über die Graduierung der Diamanten bereits einen Artikel in meinem Goldschmiede Blog veröffentlicht. Hier folgt nun eine Übersicht über Farbgraduierung beim Brillant, mit der man sich in jeder Goldschmiede beschäftigt.

Diamanten  in reinster Form sind farblos. Farbige Diamanten haben oft nur sehr geringe Beimischungen von Fremdstoffen oder sie weisen  Lücken im Kristallsystem auf. Diamanten kommen in fast allen Farben vor: rot, grün, blau, gelb, rosa oder braun.
Eine Tabelle der Farbgraduierung beim Brillant zur Übersicht nach Einordnung der gemmologische Institute GIA (Gemological Institute Of America) und CIBJO ( World Jewelry Confederation):
 
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Deutsche Bezeichnung Buchstaben international Veraltete Bezeichnung
Hochfeines Weiß + D River
Hochfeines Weiß E River
Feines Weiß + F Top Wesselton
Feines Weiß G Top Wesselton
Weiß H Wesselton
Leicht getöntes Weiß I,J Top Crystal, Crystal
Getöntes Weiß K,L Top Cap
Getönt M-Z Cape bis Yellow
Farbgraduierung beim Brillant
Farbgraduierung beim Brillant
Der „Grüne Dresden“ z.B. ist wahrscheinlich durch natürliche Radioaktivität grün gefärbt. Derartige Bestrahlungen erzeugt man heute auch künstlich. Jeder künstlich behandelte Stein muss als solcher ausgewiesen werden.

Die 4 C´s der Diamanten – clarity Reinheit

Reinheit der Diamanten

Zusammenfassend habe ich über die Graduierung der Diamanten bereits einen Artikel in meinem Blog veröffentlicht.
Dennoch habe ich hier nochmals eine etwas genauere Übersicht über die Reinheit der Diamanten. Die Reinheit hat einen wesentlichen Anteil an der Brillanz eines Diamanten.
Reinheit von Brillanten
Reinheit von Brillanten

gemäß der Bestimmung  RAL 560 A wird die Reinheit folgendermaßen definiert:

 Tabelle zur Reinheit von Diamanen

Internationaler Begriff Deutsche Bezeichnung Definition
Internally flawless
if
Lupenrein Bei zehnfacher Vergrößerung für den durchschnittlich geübten Fachmann frei von inneren Merkmalen
Very very small inclusions
vvs
Sehr, sehr kleine Einschlüsse Wenige,sehr, sehr kleine Einschlüsse für den durchschnittlich geübten Fachmann bei zehnfacher Vergrößerung schwer zu erkennen
Very small inclusions
vs
Sehr kleine Einschlüsse Einige,sehr kleine Einschlüsse für den durchschnittlich geübten Fachmann bei zehnfacher Vergrößerung zu erkennen
Small inclusions Kleine Einschlüsse Mehrere kleine Einschlüsse für den durchschnittlich geübten Fachmann bei zehnfacher Vergrößerung leicht zu erkennen
1st pique (1.Pique)
P1
Deutliche Einschlüsse Einschlüsse, die bei zehnfacher Vergrößerung sofort zu erkennen sind, aber die Brillanz nicht mindern. Mit bloßem Auge schwer erkennbar.
2nd pique (2.Pique)
P2
Größere Einschlüsse Größere und /oder zahlreiche Einschlüsse, die die Brillanz nur schwach mindern. Mit bloßem Auge erkennbar.
3nd pique (3.Pique)
P3
Grobe Einschlüsse Große und /oder zahlreiche Einschlüsse, die die Brillanz nur schwach mindern. Mit bloßem Auge leicht erkennbar.

 

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Die Reinheit der Brillanten wirkt sich sowohl auf die optischen Eigenschaften des Edelsteins aus, als auch auf dessen Wert. Lupenreine Diamanten kommen in der Natur sehr selten vor und sind daher deutlich teurer.  Diamanten mit P1 oder schlechter verlieren durch ihre Einschlüsse so sehr an Brillanz, dass ich sie nicht empfehlen kann. Diese Steine besitzen entsprechend wenig Feuer. Deshalb sollte jeder, der sich für einen Brillanten in seinem Schmuckstück entscheidet, lieber einen etwas kleineren Diamanten auswählen, der bei gleichem Preis aber deutlich mehr Brillanz besitzt. Die P1 Steine oder schlechter können  meinetwegen weiterhin im Kaufhaus verkauft werden.