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Ein Schmuckstück entsteht

Ein Schmuckstück entsteht

Aus einem Armband wird ein schlichter Kettenanhänger

Ein Schmuckstück entsteht in vielen einzelnen Schritten. Nachdem

Ein Schmuckstück entsteht -Armband zum Einschmelzen
Ein Schmuckstück entsteht -Armband zum Einschmelzen

ich vor längerer Zeit ein Video veröffentlicht habe, auf dem zu sehen war, wie ein Armband als Altgold eingeschmolzen wurde, ist hier nun die Entstehung des neuen Schmuckstücks, welches ich auf Kundenwunsch gefertigt habe, zu sehen.

Zunächst noch einmal das ursprüngliche Armband, wie es mir seitens der Kundin anvertraut wurde. Der Kundin gefiel ein Anhänger, den ich  vor

 Bernsteinarmband als Rohstoff
Bernsteinarmband als Rohstoff

längerer Zeit in meiner Goldschmiede gefertigt hatte. Die Vorlage, nach der ich den neuen Kettenanhänger fertige sollte ist hier zusehen. Ich hatte ihn in Silber für mein Lager angefertigt. Dieser Anhänger sollte es nun werden,

Zunächst habe ich aus dem Armband die Bernsteine entfernt, damit ich nur noch das Gold zum Schmelzen hatte und als Rohstoff

Material im Schmelztiegel
Material im Schmelztiegel

wiederverwenden konnte. Ein Beitrag zur Nachhaltigkeit, wie ihn die Goldschmiede schon  seit Ewigkeiten leisten. Ein Faktor, der natürlich auch nicht außer Acht gelassen werden darf, ist der sehr hohe Goldpreis, der sich bei einer Anfertigung aus Altgold natürlich nicht oder so gut wie garnicht auswirkt. Wenn  aufwendige mechanische Elemente benötigt werden ist

Blech-Rohling nach dem Schmelzen
Blech-Rohling nach dem Schmelzen

doch eine Neuanschaffung dieser Teile oft notwendig und günstiger.

Der nun folgende Arbeitsschritt war das Einschmelzen, wie es im Video zu sehen ist.
Ich habe ein Platte aus dem Altgold geschmolzen, die mit Hilfe einer Walze zu einem Goldblech in der erforderlichen Stärke umgeformt wurde. Bleche und auch Drähte sind in der Regel die Ausgangsformen für die Anfertigung der meisten Schmuckstücke.

Nach dem Schmelzen

Das Blech diente als Boden für den neuen Anhänger. Ich habe den Bernstein so positioniert, dass ich möglichst viel Material zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung hatte.

Goldblech als Rückseite
Goldblech als Rückseite

Das noch vorhandene Reststück des Blechs habe ich noch flacher gewalzt um entsprechendes Material für das Rohr für eine Kautschukkette und die Fassung für den Bernstein zu haben. Diese weiteren Elemente für den Anhänger waren der nächste Arbeitsschritte. Schließlich mussten die einzelnen Elemente zusammengefügt und miteinander verlötet werden. Nachdem der

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Einzelteile zum Montieren
Einzelteile zum Montieren

Bernstein eingepasst wurde, und alles fest miteinander verbunden war, habe ich den fast fertigen Anhänger zunächst poliert, um zu vermeiden, dass der Bernstein bei der Endpolitur zu sehr beansprucht wird. Schließlich habe ich den Bernstein in meiner Goldschmiede gefasst und den fertigen Anhänger noch ein weiteres Mal vorsichtig poliert.

Stein wird jetzt gefasst
Stein wird jetzt gefasst
Und siehe da, der Anhänger war fertig und die Kundin konnte ihn freudig entgegen nehmen.Das Bodenblech habe ich dann zunächst abgesägt.

Organischer Edelstein – Bernstein

Organische Edelsteine – Bernstein

Bernstein kann als organischer Edelstein bezeichnet werden. Menschen haben schon zu Beginn ihrer Stammesgeschichte angefangen sich zu schmücken. Wie in der Tierwelt ging es auch den frühzeitlichen Menschen darum, aufzufallen oder dem anderen Geschlecht zu gefallen. Diese Verhalten hat eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für die Entwicklung der Ästhetik. Die Natur gab und gibt viele Möglichkeiten sich zu schmücken. So gibt es in der Natur Knochen, Blüten, Pflanzensamen, Horn, Federn ,Nüsse. Elfenbein und vieles andere mehr.

Auch Perlen und Koralle sind Naturprodukte, die sich finden lassen. Sie sind hierbei die einzigen Naturprodukte, die aus heutiger Sicht den kulturgeschichtliche und mineralogischen Anspruch eines organischen „Edelsteins“ erfüllen. Dies begründet sich aber nicht auf die typischen Kriterien wie Härte oder Kristallstruktur, sondern vielmehr auf ihrer Seltenheit, ihrer Schönheit und ihrem möglichen Farbenspiel. Auch die Schwierigkeit sie zu bekommen oder der Natur abzunehmen führte dazu, dass sie in den Kulturen in das Sortiment der Edelsteinen aufgenommen wurden.

Bernstein

Der Name leitet sich vom niederdeutschen Wort „börnen“= brennen ab. Dies ist ein Hinweis darauf, das Bernstein brennbar ist. Sein Schmelzpunkt liegt bei 350-400 Grad Celcius.

Zunächst sei gesagt, dass sich das Interesse an diesem organischen Edelstein keineswegs nur auf die Schmuckherstellung oder auf kunstgeschichtliches Kulturgut (z.B. das Bernsteinzimmer) bezieht. Die Naturwissenschaft erhält einmalige Zeugnisse für die Erforschung der Tier- und Pflanzenwelt vor allem des Alttertiärs. Als Einschlüsse haben sich Insekten und Pflanzenteile in dem erhärteten Baumharz in bester, fast „lebensfrischer“ Güte bis heute erhalten und geben Rückschlüsse über jene Zeit.

Was ist Bernstein?

Bernstein
Bernstein

Bernstein ist fossiles, erhärtetes Harz der Kiefer Pinus succininfera und entstand vor 50 Millionen Jahren. Diese Kiefer wuchs in ausgedehnten Waldgebieten im heutigen Nordosteuropa. Dieses Gebiet wurde vor etwa 35 Millionen Jahren überflutet. Das Material, das sich bis dahin in riesigen Mengen im Waldboden angereichert hatte wurde ausgewaschen, transportiert und wieder abgelagert. Die sog. „Blaue Erde“ des Samlandes in Ostpreußen (bei Palmnicken) westlich von Königsberg ist somit die Hauptlagerstätte, wo er heute gewonnen wird.

Unter einer 30 m dicken sandig-tonigen Schicht liegt ein 9 m dicker bernsteinhaltiger Ton, aus dem im Tagebau der Bernstein gewonnen wird. Das Rohmaterial wird durch Wasser ausgewaschen und von Hand verlesen. Nur 15 % des so gewonnen Materials eignen sich für die Schmuckherstellung. Der Rest wird zum Pressbernstein (Ambroid s.u.) oder für technische Zwecke verarbeitet. Daneben werden an der gesamten Nord- und Ostseeküste und in der Norddeutschen Tiefebene Anreicherungen von Bernstein gefunden. Große Bernsteinvorkommen befinden sich am Boden der Ostsee. Nach starken Stürmen, wenn die Wellen den Meeresgrund aufgewühlt haben, kann man somit an den Ständen der Ostsee Bernstein finden. Diese sogenannte Seebernstein ist von besonders fester Struktur.

Die reinsten Formen des Bernsteins sind sog. Fliesen und Platten. Dieser Bernstein ist zwischen Baumrinde und Stamm ausgeflossen und enthält keine Inklusen (Einschlüsse). Die ausgeflossenen Harze haben meist die Form von Tropfen, Zapfen oder Strängen. Diese sind oftmals mit Inklusen versehen. Ist der Bernstein weißlich, so enthält er viele sehr kleine Bläschen, die mit Gas gefüllt sind. Sie werden als Knochen bezeichnet. Die Bernsteinfarben variieren von Gelb über Braun bis Rotbraun. Sehr selten sind grünliche oder blaue Bernsteine.
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Schmuck aus Bernstein

Die Schmuckherstellung mit Bernstein reicht bis in die Altsteinzeit zurück. Der Baltische B. auch “Gold das Nordens“ ist der erste Edelstein der Menschheit überhaupt. Schon vor 30000 Jahren wurden Ketten und Amulette aus Bernstein gefertigt. Er diente auch als Zahlungsmittel. Auch während der griechischen und römischen Antike war dieser ‚Stein‘ sehr begehrt. Es gab Handelswege von Nord- und Ostsee nach Südeuropa und nach Kleinasien (Bernsteinstraßen). Während des Mittelalters beschränkte sich die Verarbeitung des fosslien Baumharzes im Wesentlichen auf die Küstengebiete der Fundstätten, es gab eine eigene Zunft der Bernsteindreher. Bis zum 2ten Weltkrieg war die Gewinnung von Bernstein in Deutschland gesetzlich geregelt.
Weitere Fundstätten: Sizilien, Rumänien, Birma, China, Dom. Republik, Japan, Kanada, Mexiko, USA (Alaska).

AMBROID: Verschmolzene kleine Stücke und Abfallreste echten Materials, bei 140-250 Grad Celsius und bis 3000 bar zu einer einheitlichen Masse verschmolzen. Diese Masse gleicht der Natürlichen.