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Einschlüsse bei Edelsteinen

Einschlüsse bei Edelsteinen – Es gibt nur selten Edelsteine, die ganz rein sind.

Einschlüsse bei Edelsteinen sind eher der Normalfall als die Ausnahme. In der Regel sind irgendwelche Störungen im Kristall oder Fremdkörper enthalten. Diese

Aquamarin mit Einschlüssen
Aquamarin mit Einschlüssen

„Fehler“ sind oft erst unter dem Mikroskop zu erkennen. Diese Fehler werden als Einschlüsse bezeichnet. Der Begriff Fehler würde ein Abwertung beinhalten, die nicht gerechtfertigt ist, da z.B. ein Einschluss im Bernstein den Wert sogar steigern kann.

Die Einschlüsse können Informationen über den Edelstein geben

Diese Einschlüsse können etwas aussagen über die Entstehung und die Lagerstätten der Edelsteine, das sie nicht zufällig entstehen, sondern Gesetzmäßigkeiten unterliegen. Jeder Edelstein hat
zwar individuelle Einschlussqualitäten, doch in der Gesamtheit kann man diese ganz bestimmten Edelsteinarten zuordnen.
Verhältnismäßig oft kommen Mineralien als Einschlüsse vor. Dabei kann es sich um fremde (z.B. Zirkon in Saphir)oder arteigene Einschlüsse (Diamant in Diamant) handeln. Der umschließende Kristall wird als Wirtkristall bezeichnet. Die eingeschlossenen Minerale können dann älter sein Wirtkristall. Aber auch der umgekehrte Fall ist möglich, wenn Flüssigkeiten in Hohlräume oder Spalten eindringen und dann kristallisieren. Gleichen Alters sind Einschlüsse und Wirtkristall , wenn sie aus einer Schmelze heraus entstanden sind und aufgrund des schnelleren Wachstums ein Kristall das Andere umschließt.
Organische Einschlüsse, wie z.B. eine Fliege oder ein Blatt gibt es nur beim Bernstein.

Auch Störungen innerhalb der Kristallstruktur, farbliche Veränderungen durch Streifen oder Merkmale von Kristallisationsphasen zählen zu den Einschlüssen.

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Ebenso werde Hohlräume, die von Gasen oder Flüssigkeiten gefüllt sind zu den Einschlüssen gezählt. Ein zweiphasiger Einschluss beinhaltet beides. Kommt zu dem

Quarz mit Rutilnadeln
Quarz mit Rutilnadeln

Gas und der Flüssigkeit auch noch ein kleiner Kristall hinzu spricht man von Dreiphaseneinschluss. Leere Hohlräume sind nicht bekannt. Sogar Sprünge und Spaltrisse (sog. Fahnen) werden zu den Einschlüssen gezählt; auch wenn sie durch innere Spannung oder äußeren Stoß entstanden sind. Diese können oberflächlich, aber auch im Inneren sein. Hier können Luft oder Flüssigkeiten eindringen, was zu farblichen Veränderungen führen kann. Werden dieses Fremdsubstanzen wieder verdrängt, bleiben in der Regel erkennbare Narben (Heilungsrisse) zurück.

Einschlüsse können zu  speziellen Effekten führen

Meistens gelten Einschlüsse als wertmindernd, weil optische Eigenschafen oder die Farbe unter Umständen beeinträchtigen. Es können jedoch durch Einschlüsse auch ganz spezielle Lichterscheinungen auftreten, wie Sterne (Sternsaphir), Katzenaugeneffekte oder Dentriten ( baumartige Verwachsungen durch Eisen oder Mangan). Bekannt dürften die Rutileinlagerungen im Bergkristall oder Rauchquarz sein.
 
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Abgesehen von der Bewertung der Diamanten gibt es keine allgemeingültigen Reinheitsgraduierungen. Wobei Edelsteine, wenn sie nahezu frei von Einschlüssen sind, in der Regel hochwertiger und teurer sind als dieselben mit Einschlüssen. Ansonsten entscheiden das persönliche Empfinden bei der Qualitätsbewertung von Einschlüssen. Ich persönlich mag es, wenn der Edelstein auch ein „inneres Leben“ hat.

Rubin – Edelstein der Korund – Gruppe

Es gibt zwei Farbvarianten des Korunds.

Brosche mit Rubin cabochon, Handarbeit
Brosche mit Rubin cabochon, Handarbeit

Man unterscheidet den roten Rubin und den alle anderen Farben umfassenden Saphir. Alle gemeinen Korunde, die keine Schmuckqualität besitzen werden nicht für Schmuckzwecke verwendet und dienen als Schleifmittel. Jeder kennt Schmirgelpapier, für das feinkörniger Korund verwendet wird.

DER RUBIN

Der Name Rubin hat seinen Namen aufgrund seiner roten Farbe (lat.: rubens). Um 1800 wurde er mit dem Saphir der Korund-Gruppe zugeordnet. Am kostbarsten ist die sog. Taubenblutfarbe; hierbei handelt es sich um reines Rot mit einem Stich ins Bläuliche. Seine Farbe lässt aber keinen Rückschluss auf den Fundort zu. Die Begriffe „Birma-Rubin“ oder „Siam-Rubin“ sind aus diesem Grund irreführend, sie sind eher als eine Art Qualitätsbegriff zu verstehen. Korund bestehen aus Aluminiumoxid , wobei die farbgebende Substanz beim Rubin Chrom ist; bei bräunlichen Tönen außerdem auch Eisen. Um besser Farben zu erhalten werden die Steine auch gebrannt. Sehr gut Qualitäten zeigen geschliffen einen Glanz fast wie der Diamant und könne preislich durchaus kostbarer sein.
zwei facettierte Rubine
zwei facettierte Steine
Nach dem Diamant ist Korund das härteste, in der Natur vorkommende Mineral. Da die Härte in verschiedene Richtungen variiert muss der Edelsteinschleifer dieses beim Bearbeiten berücksichtigen, wie auch die Tatsache, dass Rubine häufig Einschlüsse (Fremdmineralien, Spannungsrisse, Wachstumsstrukturen, Kanäle oder andere Hohlräume) haben.
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Diese Einschlüsse sind nicht zwangläufig eine Qualitätsminderung, sondern sind geradezu ein Echtheitsnachweis gegenüber den synthetischen Rubine.
Der Rubin gehört zu den teuersten Edelsteinen. Große Steine sind seltener als Diamanten. Der größte schleifwürdige Rubin wog 400 ct.

Lagerstätten

Rubine kommen meist auf sogenannten alluvialen Lagerstätten vor,d.h. es handelt sich dabei um von Wasser zusammengeschwemmte Edelsteinvorkommen . Auf Grund der hohen Dichte (3,97-4,05) wird Rubin normalerweise durch Waschen von Flusskies und Sand bis zu einem gewissen Grad ausgesondert, in einem Konzentrat angereichert und schließlich von Hand verlesen. Die Produktionsmethoden sind vielerorts primitiv wie vor hundert Jahren.

Rohstein Rubin
Rohstein
Bedeutende Lagerstätten liegen in Myanmar,Thailand,Sri Lanka und Tansania.

Als die wertvollsten Steine gelten die taubenblutfarbigen Stein aus Myanmar in der Nähe von Mogok. Die thailändischen Rubine haben oft einen Stich ins Bräunliche oder ins Violette. Sie werden südöstlich von Bangkok gewonnen. Die Rubine aus Sri Lanka sind hellrot bis himbeerrot. Im Nordosten von Tansania am Oberlauf des Umbaflusses gibt es Rubine mit violetter bis braunroter Farbe.

Es gibt weitere kleinere Lagerstätten.

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Verarbeitung

Meist werden die Rubine schon in den Fundländern geschliffen. Sie werden dann aber

zwei Cabochon - Rubin Steine
zwei Cabochon – Steine

so geschliffen, dass sie ein möglichst hohes Gewicht behalten. Die Proportionen sind dann nicht immer zufriedenstellend, so dass die Steine oft in europäischen Edelstein-Schleifereien nachgearbeitet werden müssen. Durchsichtige Steine von guter Qualität erhalten einen facettierten Schliff (Brillantschliff, Treppenschliff etc.), weniger transparente Steine werden im Cabochon-Schliff (gewölbt, ohne Facetten) verarbeitet.

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Nachahmungen. Glasimitationen, Dubletten aus Granat-Oberteil und Glasunterteil (zusammengeklebte Steine)

Saphir – Edelstein der Korund- Gruppe

Es gibt zwei Farbvarianten des Korunds. Man unterscheidet den roten Rubin und den alle anderen Farben umfassenden Saphir.

Alle gemeinen Korunde, die keine Schmuckqualität besitzen werden nicht für Schmuckzwecke verwendet und dienen als Schleifmittel. Jeder kennt Schmirgelpapier, für das feinkörniger Korund verwendet wird.

DER SAPHIR

Facettierter Saphir in blau
Saphir in klassischem Blau

Der Begriff Saphir (gr.blau) wurde früher für unterschiedliche Steine verwendet. Zum Teil bis ins Mittelalter verstand man unter dieser Bezeichnung meist den heutigen Lapislazuli. Um 1800 wurde erkannt, dass Rubin und Saphir Edelsteinqualitäten der Korunds darstellen.

Heute werden alle Edelsteine, die nicht blau sind durch ein qualifiziertes Wort gekennzeichnet, z.B. gelber oder grüner Saphir.

Der Name Saphir bezieht sich immer nur auf die blaue Variante. Farblose Sapihre, die auch als Diamantersatz dienen, bezeichnet man als Leukosaphir (gr. Weiß). Der Begriff Padparadscha bezeichnet rötlich bis orange-gelbe

Padparadscha Saphir Paar
Padparadscha Saphir Paar

Varietäten. Da hellrote, rosa oder violette Korunde in der Gruppe der Rubine als minderwertig eingestuft werden würden, werden sie zu den Saphiren gezählt, da sie hier einen eigenständigen Wert haben.

Auch dieser Edelstein bestehen aus Aluminiumoxid. Die unterschiedlichen Farben hängen von verschiedenen farbgebenden Substanzen ab; beim blauen Saphir Eisen und Titan, beim violetten Vanadium, gelbe und grüne Töne durch dreiwertiges Eisen, rosa Farben durch Chrom, Orange durch Eisen und Vanadium. Am meisten geschätzt  wird ein reines Kornblumenblau.
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Wie auch beim Rubin lassen sich durch Brennen bei ca. 1700-1800 Grad Celsius leuchtend blaue, beständige Farben aus trüben, farblich unscheinbaren Saphiren erzeugen. Die Härte von Saphiren ist die Gleiche wie die des Rubins. Auch gibt es ebenso wie beim Rubin durch Einlagerungen fein ausgerichteter Nadeln (auch feine Risse) den sogenannten Katzenaugeneffekt oder einen sechsstrahligen Stern (Sternsaphir).
Große Steine sind Raritäten. Sie bekommen zum Teil eigene Namen wie auch berühmte Diamanten, z.B. „Stern von Asien“ oder „Mitternachtstern“

Lagerstätten

Muttergesteine der Saphire sind Kalkstein, Marmor, Basalt oder Pegmatite. Die Gewinnung erfolgt, wie auch beim Rubin, überwiegend auf alluvialen Vorkommen oder Verwitterngslagerstätten. Die edelsteinhaltigen Schichten werden durch gegrabenen Löcher oder abgetragene Hänge erreicht. Die Trennung von Sand, Ton oder Kies erfolgt durch waschen, da Saphir eine hohe Dichte (3,95-4,03) hat. Letztlich erfolgt die Auslese von Hand.

Saphir Cabochon
Cabochon-Schliff
Saphire kommen wesentlich häufiger vor als Rubine, da auch die farbgebenden Substanzen häufiger sind.
Wirtschaftlich bedeutende Lagestätten sind in Australien, Myanmar, Thailand und Sri Lanka.
In Australienkommen sie in Queensland vor, wobei die Güte eher bescheiden ist. Bei Kunstlicht sind die Steine tintenfarbig, blaugrün bis fast schwarz. Helle Steine haben eine Stich ins grünliche. Es gibt auch schwarze Sternsaphire. Seit 1918 gibt es Funde in New South Wales mit guten blauen Qualitäten.

In Myanmar finden man ebenso wie beim Rubin große Vorkommen bei Mogok. Hier wurde 1966 ein Sternsaphir mit 63000 ct gefunden. Das entspricht einem Gewicht von 12,6 kg.

Edelsteinmine in Sri Lanka
Edelsteinmine in Sri Lanka
In Sri Lanka befinden sich die Vorkommen im Südwesten der Insel. An diesem Ort werden Saphire gefördert die hellblau mit einem Stich ins violett sind. Daneben gibt es gelbe und orangefarbene Varietäten (Padparadscha), sowie grüne, rosa, braune und fast farblose Steine, außerdem auch Sternsaphire und Saphir-Katzenaugen.
In Thailand liegen die Lagerstätten südöstlich und nordwestlich von Bangkok. Gute verschiedenfarbige Qualitäten, auch mit Stern. Die Steine aus dieser Region haben eine tiefe Farbe neigen aber ins Blaugrüne.
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Die besten Qualitäten gab es im indischen Kaschmir in einer kornblumenblaue Farbe. Die heute als Kaschmir-Saphir angebotenen Steine kommen meist aus Myamar.
Es gibt weitere kleinere Lagerstätten.
Auch bei diesem wertvollen Edelstein gibt es Nachahmungen durch z.B. Kobaltglas oder Dubletten.
Zu Beginn des 20ten Jahrhunderts wurden synthetische Edelsteine mit Eigenschaften, die dem natürlichen sehr gleichen gezüchtet. Seit 1947 gibt es auch synthetische Sternsaphire von Schmuckqualität.