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Edelstein der Quarzgruppe – Bergkristall

Bergkristall

Bergkristalle sind seit langem sehr begehrte und beliebte Edelsteine. Diese hängt mit ihrem beinahe diamantenem Funkeln zusammen. Bereits im frühen Mittelalter wurden sie zum Beispiel in Kreuzen und sakralen Leuchtern verarbeitet. Es wurden Gefäße und Schmuckgegenstände aus Bergkristall geschnitten.

Das Wort Kristall ist aus der griechischen Sprache abgeleitet und bedeutet soviel wie Eis. In der griechischen Antike glaubte man, die Kristalle wären zu ewigem Eis erstarrtes Wasser. Ideal gewachsen bilden Bergkristalle ein hexagonales Prisma, das an seinen beiden Enden in Pyramiden spitz zu läuft. Dabei können sie durchaus tonnenschwer sein.

Wie alle Edelsteine der Quarzgruppe, zu denen beispielsweise

Bergkristall-Spitze
Bergkristall-Spitze

auch die an anderer Stelle beschriebenen Amethyste und Citrine gehören, haben  Bergkristalle die Härte 7 in der Härteskala nach Mohs und besitzen überdies eine technisch genutzte Eigenschaft : mechanische Beanspruchung in elektrische Felder transformieren zu können.

Zur Schmuckherstellung werden vor allem die ganz klaren und reinen Exemplare geschätzt. Der Bergkristall erlaubt fast jeden gestallterischen Eingriff. Diese wird vor allem bei der Steinschneidekunst genutzt, denn es können sehr unterschiedliche Gegenstände aus ihm geschnitten werden. So zum Beispiel die berühmten Kristallkugeln.

Wie gesagt gibt es tonnenschwere Exemplare. Der Normalfall ist aber, dass sie in kleineren Ansammlungen verschieden langer Spitzen in Drusen oder als Stufen zusammenwachsen. Reine, glasklare Kristalle sind verhältnismäßig selten. Häufig ist der Bergkristall durch Risse oder Einschlüsse getrübt oder undurchsichtig. Dann wird der Kristall als Milchquarz bezeichnet.  Es kann aber durch die Einschlüsse auch zu einer Veredelung des Steins führen. So sind zum Beispiel die goldfarbenen, nadelförmigen Einlagerungen von Rutil, einem Titanoxid, bei der Herstellung von Schmucksteinen sehr beliebt.

 

Rauchquarz

Die rauchig braun gefärbte Varietät des Quarzes ist der Rauchquarz, der unzulässigerweise auch als Rauchtopas (soll edler und somit kostbarer klingen) bezeichnet wird. Auch dieser Quarz wird zu Schmucksteinen  oder, bei großen Kristallen,  zu Gegenständen verarbeitet.
Bergkristalle werden weltweit gewonnen. Bedeutende Fundstätten befinden sich jedoch in Brasilien, USA, Madagaskar und in den Alpen.

Edelstein der Quarzgruppe – Citrin

Citrin, der gelbe Quarz

Der Citrin ist ein weiterer Edelstein der Quarzgruppe, zu der unter anderem auch der schon in diesem Blog erwähnte Amethyst gehört.

Der Citrin ist die gelbliche Variante. Die zitronengelbe Farbe hat dem Edelstein auch

facettierter Citrin
facettierter Citrin

seinen Namen gegeben. Die Farbe erhält er durch Eisensubstanzen. Die meisten im Handel vorkommenden Citrine haben ihre Farbe durch Brennen von Amethyst oder auch Rauchquarz erhalten. Bei 470 Grad Celsius wird brasilianischer Amethyst hellgelb. Liegt die Temperatur des Brennens aber bei 550-560 Grad Celsius, so erhält der Stein eine dunkelgelbe bis rotbraune Farbe. Echte Citrine lassen sich von den gebrannten zum Beispiel mit Hilfe des Pleochroismus (Farbveränderung des Edelsteins beim Drehen im Licht) unterscheiden. Echte Citrine zeigen einen schwachen Pleochroismus, gebrannte hingegen keinen. Des Weiteren zeigen fast alle gebrannten Citrine einen Stich ins Rötliche. Natürliche Citrine hingegen habe überwiegend eine blaßgelbe Farbe.

Außer den reinen Citrinen oder Amethysten gibt es auch Kombinationen von beiden

Ametrin, Citrin und Amethyst
Ametrin

Edelsteinen. Diese Kuriosität ist selten und besitzt den Kunstnamen Ametrin. Um einen Kern aus hellgelben Citrin schließt sich hierbei meist ein Mantel aus tiefviolettem Amethyst.

Auch für diese gibt es im Handel spezielle Bezeichnungen, die darauf zurückzuführen sind, daß Händler und Schleifer schon sehr früh dazu übergingen, Citrin als Ersatz für den weit wertvolleren Topas zu verwenden. Viele dieser Bezeichnungen sind aber unzulässig, da sie durch ihren Namen höherwertige Edel- und Schmucksteine vortäuschen.
Zu diesen unzulässigen Bezeichnungen gehören Namen wie: Bahia-, Madeira-, Palmyra- oder Rio-Grande-Topas.

Wenn dagegen von z.B. Madeira-Farbe oder Madeira-Citrin gesprochen wird, ist dieses korrekt, da hierbei mit der Lokalbezeichnung eine bestimmte Farbvorstellung verbunden wird.

Vorkommen

Die ergiebigsten Vorkommen der natürlichen Edelsteine sind in Brasilien, Madagaskar und USA. Es gibt aber auch Vorkommen in Argentinien, Birma, Namibia, Russland, Schottland und Spanien.
Gute durchscheinende Qualitäten werden oft als Ringstein oder für Anhänger verwendet. Die weniger guten Stein verarbeitet man meist zu Steinketten.

Edelstein der Quarzgruppe – Amethyst

Amethyst

Der Amethyst ist wohl  erbeliebteste Edelstein der Quarzgruppe. Er dürfte auch der bekannteste Quarz sein. Am teuersten sind sie in der Regel auch.

Amethyst facettiert
facettierter Amethyst

Ihre Farben reichen von hellviolett über rosaviolett bis hin zu dunkel- und purpurviolett.

Im Kristallgitter der Quarze sind in ganz geríngen Mengen Eisenatome enthalten, die die Farbe erzeugen.

Herkunft des Namens

Der Name Amethyst stammt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie „nicht betrunken“ oder „dem Rausche entgegenwirkend“.  Amethyst galt im Altertum als Amulett gegen Trunkenheit. Er wurde aber auch als Glücksbringer und zur Abwendung bösen Zaubers verwendet.

Die äußere Form der Kristalle entspricht der des Bergkristalls mit dem Unterschiede, dass Amethyste immer auf einer Unterlage aufwachsen und sich somit zu riesigen

Amethystdruse
Amethystdruse

Drusen entwickeln können. An den Kristallspitzen ist die Farbe am kräftigsten. Diese Teile werden abgeklopft, was soviel bedeutet,als daß sie abgebrochen werden zu weiteren Verarbeitung. Durch Brennen bei Temperaturen von 470 bis 750 Grad Celsius entstehen hellgelbe, rotbraune, grüne oder farblose Varietäten.  Die hoch geschätzten  gelblichen Varietäten heißen Citrin, die ansonsten in natürlicher Form sehr selten sind.

Es gibt Amethyste, die bei Sonnenlicht ausbleichen und verblassen. Durch radioaktive Bestrahlung mit Radium kann die Ursprungsfarbe aber wieder hergestellt werden.

Ähnlich wie bei allen anderen Quarzen lassen sich die Amethyste zu facettierten Schmucksteinen oder bei minderer Qualität zu Cabochons schleifen. Sie werden aber auch in der Glyptik verwendet. Bereits im Mittelalter wurden aus ihm unter anderem  Schalen, Trinkgefäße und Skulpturen geschnitzt. Manchmal werden besonders große und schöne Kristallspitzen auch nur poliert und als repräsentativer Raumschmuck eingesetzt.

Amethyst war früher ein beliebter Edelstein bei  kirchlichen Würdenträgern.

Vorkommen

Das Vorkommen dieser Edelsteine ist meistens in Form von Drusen. Das sind rundlich geformte durch Gasblasen gefüllte Hohlräume, meist in magmatische Gesteinen.
Diese findet man in in Lagerstätten in Brasilien (Palmeira A. von Rio Grande do Sol, Marabá A von Pará), Madagaskar, Sambia, Uruguay, Argentinien,  außerdem in Birma, Indien,  Kanada, Mexiko, Sri Lanka, Russland und USA ( Arizona).
Die Mohshärte von Amethyst, wie auch allen anderen Quarzen, ist 7.
Chemisch besteht er aus Siliziumdioxid.
Ein Ring aus Silber mit einem Amethyst im Cabochonschliff aus meiner Goldschmiede.
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