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Zarter Silberring mit Iolith

Silberring mit Iolith

Nachdem ich jetzt eine ganze Zeit lang eher breite und massige Ring gefertigt habe, ist hier mal ein eher zarter Silberring  mit Iolith (auch: Cordierit).

Diesen Ring hatte ich als Idee schon eine Weile im Kopf. Ursprünglich wollte ich ihn mit einem Peridot fertigen, einem grünen Edelstein. Nun ist es ein dunkel-violetter Edelstein geworden – der zu sehende Iolith.

Edelstein ganz frisch vom Händler

Wie es der Zufall so will, hatte ich Besuch in meiner Goldschmiede

Silberring mit Iolith

Silberring mit Iolith

von einem Edelsteinhändler, der immer sehr schöne Cabochonsteine hat. Er zeigte mir aber zunächst seine neusten Errungenschaften, verschiedene Steine mit einem sogenannte Buff Top-Schliff. Diese Steine hatte er bei seinem letzten Besuch noch nicht, ich kenne diesen Schliff aber schon seit einigen Jahren und habe einen wunderschönen Verdelith (Turmalin) mit diesem Schliff. Ich habe mir eine ganze Reihe an Steinen angesehen und wie immer musste ich mich zügeln, um nicht mein Budget zu überreizen. Edelstein sind schon was schönes!

So beim Anschauen der Edelsteine dachte ich mir, dass er ja vielleicht auch etwas von der Größe her Passendes für diesen, hier vorgestellten Ring haben könnte, an dem ich ja gerade gearbeitet habe. Er hatte verschiedene Cabochons, die ich vom Durchmesser hätte verwenden können. Meine Entscheidung fiel aber auf den nun gefassten Iolith. Zum Einen ist dieser Edelstein etwas unbekannter, was ich immer ganz reizvoll finde, und zum Anderen fällt eine kräftige Farbe bei einem Durchmesser von (nur) 4 mm im Kontrast zum Silber besser auf als ein blasserer Stein.

Ich schließe aber nicht aus, dass ich in Zukunft diesen Ring mit völlig unterschiedlichen Edelsteinen anfertigen werde, die dann sogar miteinander kombinierbar sein sollen. Der Ring ist schmal genug, um eventuell zwei oder auch drei verschiedene Farben (Edelsteine) tragen zu können. Ich kann es mir gut vorstellen, wenn man verschieden farbige Edelsteine auf diese Art nach Lust und Laune selbst kombinieren kann.

Dieser zu sehende Silberring mit Iolith hat eine Größe von knapp 57,5 . Die Stärke der Schiene aus Runddraht beträgt 2,00 mm.

Der Ring kann in jeder gewünschten Größe und auch in Gold von mir angefertigt werden, und wie gesagt, läßt sich auch ein andersfarbiger Stein einfassen. Je nach Edelstein und Material ist der Preis selbstverständlich ein anderer.

Glyptik – Steinschneidekunst

Glyptik – auch Steinschneidekunst

Die Steingravur auch Steinschneidekunst oder Glyptik genannt, befasst sich mit der Anfertigung von Ziergegenständen, Kleinreliefs und Kleinplastiken.

Bis in die Altsteinzeit reichen die ersten Steingravuren zurück. Es handelt sich hierbei um simple, primitive Einritzungen in Steinblöcke und Felswände. Die ersten Gravuren in Edelsteinmineralien reichen bis in die Zeit der frühen Hochkulturen zurück. Die Sumerer, Babylonier und Assyrer versahen sogenannte Plattensiegel (später Rollsiegel) mit Vertiefungen aus verschiedenen Symbolen und Figuren, die zum Signieren dienten oder als Amulett getragen wurden.

Sumerisches Rollsiegel und Abrollung

Sumerisches Rollsiegel und Abrollung – Glyptik

Als Werkstoff dienten vor allem Achat, verschiedene Arten des Jaspis, Calcit, Lapislazuli und Hämatit. Die Arbeitsinstrumente waren anfangs Grabstichel mit Splittern aus Quarz oder Korund. Später gab es auch schon Schleifscheiben. Alexander der Große war es, der in Indien Pulver aus Diamant kennenlernte,welches zum Schleifen verwendet wurde. Seit dem wurde Diamantpulver auch im Mittelmeerraum als Schleifmittel verwendet.
Die ersten selbständigen Figuren aus Edelsteinen sind die Skarabäen bei den alten Ägyptern. In der Antike hatte die Glyptik einen hohen Stellenwert. Die Griechen und auch später die Römer erreichten ein hohes Niveau in der Kunst des Steinschneidens. Im Mittelalter erhält die Steingravur durch die Heraldik zwar ein neues Wirkungsfeld, aber die Entwicklung stagnierte.
Erst durch die Renaissance erfährt die Glyptik einen neuen Höhepunkt und eine

Siegelring aus Gold, Glyptik

Siegelring mit graviertem Heliotrop aus meiner Goldschmiede

Weiterentwicklung.Unter dem Mäzenatentum der reichen und kunstverständigen Kaufleute im Norden Italiens entstehen unter anderem Prunkgefäße aus vornehmlich Bergkristall, Achat, Jaspis und Lapislazuli in den Werkstätten in Mailand (Gebrüder Saracchi) und Florenz.

Seit dem gehört die Glyptik als fester Bestandteil zum Schmuckhandwerk, auch wenn ihre Bedeutung nicht immer gleich hoch war.

Hauptwerkzeug der Graveure ist heute eine kleine, elektrisch betriebene Drehbank mit einer waagerecht liegenden Welle. Ja nach Form oder Beschaffenheit des zu bearbeitenden Edelsteins können Arbeitsköpfe von unterschiedlicher Form und Härte auf die Welle gesetzt werden. Heute gibt es Gravuren in allen Edel- und Schmucksteinen, einschließlich Diamant.

An die rotierende Spindel mit Umdrehungen von 1000 bis 5000 Umdrehungen pro Minute wird das Werkstück freihändig herangeführt und das notwendige Material abgetragen. Eine besondere Kunst ist es aus sogenannten Lagensteine (mehrschichtige Achate mit unterschiedlichen Farben) die Gravuren zu gestalten.
Je nach Art des Steinschnitts unterscheidet man die erhaben geschnittene Kamee von dem eingetieft geschnittenen Intaglio, ursprünglich auch als Gemme bezeichnet. Heute dient der Begriff zunehmend als Oberbegriff für beide Formen der Reliefgravur.

Chalcedon und Karneol – Edelsteine der Quarzgruppe

Chalcedon und Karneol

Unter Chalcedon versteht man sowohl die ganze Gruppe der mikrokristallinen Quarze als auch speziell die bläulich-weißgraue Varietät der Quarze.
Zu den mikrokristalinen Quarzen gehören z.B. Achat, Chrysopras, Heliotrop, Onyx oder Jaspis. Im Unterschied zu den glasglänzenden Kristall-Quarzen wie Bergkristall oder Amethyst sind die unter der Bezeichnung geführten Chalcedone matt bis wachsglänzend. Synthesen sind aus wirtschaftlicher Sicht nicht rentabel und somit auch nicht bekannt.

Hier geht es aber um den eigentlichen Chalcedon.

Der Name Chalcedon stammt wahrscheinlich von einer antiken Stadt am Bosporus. Er besteht aus mikroskopisch kleinen Fasern, die parallel zueinander verlaufen. Er ist immer porös und daher geeignet, dass man ihn färben kann, so wie ich es schon über das Färben von Achat beschrieben habe.

Chalcedon cabochon

Chalcedon cabochon

Beim natürlichen Chalcedon gibt es keine farbliche Bänderung. In Handel werden aber auch parallel gestreifte, künstlich blau gefärbte Achate als Chalcedon angeboten. Wie alle Edelsteinen der Quarzgruppe hat auch der Chalcedon eine Mohs-Härte von 6 ½ – 7. Seine Lagerstätten befinden sich in Brasilien, Indien, Madagaskar, Namibia, Simbabwe, Sri Lanka, Uruguay und in Kalifornien. Er wird in erster Linie für Lagensteine bei Herrenringen, kunstgewerbliche Gegenstände und Halsketten verarbeitet. In der Antike wurden auch vielfach Gemmen aus Chalcedon gefertigt. Eine fleisch- braunrote Varietät des Chalcedons mit den gleichen Eigenschaften ist der   Karneol (Carneol).

Karneol

Der Name Karneol stammt wahrscheinlich von der roten Farbe der Kornelkirsche. Die rötliche Farbe wird durch enthaltenes Eisen verursacht.

Karneol getrommelt

Karneol

Um eine intensivere Farbe zu erzielen kann Karneol vorsichtig erhitzt werden. Die meisten heute auf dem Markt angebotenen Karneole sind allerdings in Wirklichkeit gefärbte Achate, die nach der Färbung mit Hitze behandelt wurden. Natürlicher Karneol zeigt bei durchscheinendem Licht eine wolkige Farbverteilung. Fundstätten sind in Brasilien, Uruguay und Indien. Bei der Verwendung des Karneol ist es ebenso wie beim Chalcedon.