Schlagwort-Archive: Edelsteine A-Z

Aventurin – aventurine

Der Aventurin

Dieser Edelstein gehört in die große Edelsteingruppe der Quarze, zu der auch z.B. die wesentlich bekannteren Edelsteine Amethyst, Bergkristall oder Citrin gehören. Auch der Aventurin hat, wie alle Quarze, die Mohshärte 7.
Cabochon-Schliff 12*10 mm
Cabochon-Schliff 12*10 mm
Grundmaterial diese Edelsteins ist ein dichtes, körniges Quarzaggregat mit eingelagerten Mineralplättchen verschiedenster Mineralien. Dadurch entsteht ein buntes Farbenspiel glänzender Reflexe. Beim Aventurin sind es Fuchsit oder Hämatitschüppchen. Diese optische Eigenschaft wird auch als Aventurisieren bezeichnet. Es gibt diese optische Eigenschaft auch beim Aventurinfeldspat durch Hämatit- oder Goethitschüppchen.

Der Aventurin ist grün, rotbraun oder goldbraun schillernd und durchscheinend bis undurchsichtig.

Der grüne Aventurin ist aber am häufigsten zu finden.
Ring aus Silber mit Aventurin
Ring aus Silber mit Aventurin
Gefunden wird dieser Edelstein in Brasilien, Indien, Österreich, Russland und Tansania. Neben der Verwendung als Cabochon wird er auch für kunstgewerbliche Gegenstände verarbeitet.
Der Name geht zurück auf eine durch Zufall ( ital. „a ventura“) um 1700 entdeckte Glassorte, die dem Stein sehr ähnlich ist.
Die deutsche Vorschrift RAL 560 A 5 bezeichnet diesen Edelstein mit Avanturinquarz und Avanturin. Hingegen bezeichnet die internationale Vorschrift CIBJO (Internationale Vereinigung Schmuck, Silberwaren, Diamanten, Perlen und Steine) den Edelstein mit Aventurinquarz und Aventurin.

Der Rubin – Ruby

Der Rubin – Korund

Seit Jahrtausenden gilt der Rubin sowohl als „Stein der Könige“ als auch als „König der Edelsteine“. Seine kräftige purpurrote Farbe strahlt Erhabenheit, Wärme, Lebensfreude und Majestät aus. Und Purpur ist seit alter Zeit die Farbe der Herrscher.

Der Rubin - ein  Rohstein
Rubin aus Mogok, Myanmar, 4,5 cm hoch
Foto: Jeff Scovil,Sammlung Bill Larson
Rubine in einer Größe von 4 oder gar 5 Carat (1 Carat = 0,2 Gramm) können teurer sein als erstklassige Diamanten der gleichen Größe. Der Grund ist nicht nur ihr majestätisches Aussehen, sondern die extreme Seltenheit selbst von Rubinen schon solcher Größen. Der hier zusehende 4,5 cm hohe Stein ist eine überaus seltene Ausnahme. Ihn zu schleifen, wäre zu schade, zumal er viel zu einschlussreich ist, als dass schöne Einzelstücke dabei entstünden.
Der Rubin ist eine Art der Korunde, ja eigentlich ein roter Saphir. Doch trotz ihrer gemeinsamen vorzüglichen Mohhärte von 9, die nur vom Diamanten mit 10 übertroffen wird, erkannte man lange nicht, dass sie Geschwister sind. Beide stammen aus der Edelsteinfamilie der Korunde, ihr Ausgangsmaterial ist chemisch schlicht Tonerde (Aluminiumoxid). Die Nuancen der Saphire sind jedoch nicht so intensiv und werden von Eisen, Titan oder Vanadium erzeugt. Rubine aber sind stets rot: Hell- bis Tiefrot, verursacht durch eine sehr geringe Menge an Chromsäure. Die aber kommt nur in großen Erdtiefen vor – und das selten genug. Es musste der seltene Zufall eintreten, dass Chromsäure in die Höhe emporstieg, auf sich festigendes Aluminiumoxid traf und in den werdenden Kristall eindrang.
Darum gibt es auf der Erde nur wenige Rubinvorkommen (Saphire sind häufiger und mit größeren Kristallen). Und da Auffinden wie Abbau der Rubine sehr mühsam ist, die Kristalle zudem nicht groß wachsen, oft splitterig, trübe und einschlussreich sind, bleiben klare, farbschöne Rubine so überaus selten.
Die berühmtesten Vorkommen feiner Rubine liegen in Südostasien, in Myanmar (das bis 1989 Burma hieß). Die Steine aus dem dortigen legendären Vorkommen von Mogok haben oft einen Blaustich, das geehrt „Taubenblutrot“ wie man sagt.
Der Name „Rubin“ stammt aus dem Lateinischen: „rubens“ bedeutet rot. In Indien hieß er „Ratnanâyaka“, in Sanskrit „Ratnaraj“: Herr der Edelsteine. Als Land der Rubine galt über zwei Jahrtausende Indien.
Allgemeines über Rubin  hatte ich vor knapp 2 Jahren schon einmal geschrieben.

Rutilquarz

Rutilquarz

Rutilquarz, das sind feinste Nadeln in Bergkristall oder Rauchquarz

Tief im Inneren eines Berges in den Alpen tropft in einem Jahrtausende alten Hohlraum langsam Wasser und bringt Kieselsäure mit. An den Wänden des Hohlraumes entsteht durch Verdunsten des Wassers eine Tapete von Kieselsäure, aus der sich allmählich die ersten kleinen Kristalle bilden. Es entstehen Kristalle aus reiner Kieselsäure: Bergkristalle.
Es ist viele Jahrtausende her, seit die Menschen den Bergkristall

Rutilquarz, facettiert
Rutilquarz, facettiert

kennen. Sie müssen fassungslos vor den glattflächigen, überharten und wasserklaren Gebilden gestanden haben, die sie, sich tief in einer Gesteinshöhle tastend, fanden und die im Licht ihres Kienspans glitzerten. Da den Menschen die Entstehung der Kristalle noch Jahrtausende lang ein Geheimnis blieb. Lag es nahe, an überirdisches Wirken zu glauben und vom Wunderbaren Wunder zu erwarten.

Die alten Griechen wähnten, der in kalten Berghöhlen zu findende „kristallos“ sei steinhart gefrorenes Eis, das nie mehr auftauen könnte: „Die Götter haben deshalb ihr Domizil aus ihm errichtet, weil nicht einmal Glut der Sonne ihn zerstören kann“.
Bringt das Wasser aber nicht nur reine Kieselsäure mit, sondern auch etwas Eisen, kann der violette Amethyst entstehen.Im Gestein kann es eine schwache radioaktive Strahlung geben. Trifft sie auf Bergkristall färbt der sich dunkel. Ein Rauchquarz ist entstanden.
Im Quarz selber kann aber noch ein Mineral wachsen: feinste Rutilnadeln aus Titanoxid. Der Name Rutil kommt aus dem Lateinischen und heißt „rot Schimmern“. In Quarz können die Nadeln so groß wachsen, dass man sie gut sehen kann. Man spricht dann von Rutilquarzen. Doch sie können auch so klein bleiben, dass sie mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Der Rosenquarz wird durch Eisen und microkristalline Rutilnadeln rosa gefärbt.
Und in den Korunden Saphir und Rubin erzeugen sie das optische Phänomen des Asterismus – ein über den Stein schwebenden Stern.
Das Foto zeigt einen Bergkristall mit Rutilnadeln aus meiner Goldschmiede.
Einen Ring mit einem kreisrunden Bergkristall im Cabochon-Schliff, der mit Rutil-Nadeln durchzogen ist, befindet sich auch in meinem Shop.