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Glyptik – Steinschneidekunst

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Glyptik – auch Steinschneidekunst

Die Steingravur auch Steinschneidekunst oder Glyptik genannt, befasst sich mit der Anfertigung von Ziergegenständen, Kleinreliefs und Kleinplastiken.

Bis in die Altsteinzeit reichen die ersten Steingravuren zurück. Es handelt sich hierbei um simple, primitive Einritzungen in Steinblöcke und Felswände. Die ersten Gravuren in Edelsteinmineralien reichen bis in die Zeit der frühen Hochkulturen zurück. Die Sumerer, Babylonier und Assyrer versahen sogenannte Plattensiegel (später Rollsiegel) mit Vertiefungen aus verschiedenen Symbolen und Figuren, die zum Signieren dienten oder als Amulett getragen wurden.

Sumerisches Rollsiegel und Abrollung
Sumerisches Rollsiegel und Abrollung – Glyptik
Als Werkstoff dienten vor allem Achat, verschiedene Arten des Jaspis, Calcit, Lapislazuli und Hämatit. Die Arbeitsinstrumente waren anfangs Grabstichel mit Splittern aus Quarz oder Korund. Später gab es auch schon Schleifscheiben. Alexander der Große war es, der in Indien Pulver aus Diamant kennenlernte,welches zum Schleifen verwendet wurde. Seit dem wurde Diamantpulver auch im Mittelmeerraum als Schleifmittel verwendet.
Die ersten selbständigen Figuren aus Edelsteinen sind die Skarabäen bei den alten Ägyptern. In der Antike hatte die Glyptik einen hohen Stellenwert. Die Griechen und auch später die Römer erreichten ein hohes Niveau in der Kunst des Steinschneidens. Im Mittelalter erhält die Steingravur durch die Heraldik zwar ein neues Wirkungsfeld, aber die Entwicklung stagnierte.
Erst durch die Renaissance erfährt die Glyptik einen neuen Höhepunkt und eine

Siegelring aus Gold, Glyptik
Siegelring mit graviertem Heliotrop aus meiner Goldschmiede

Weiterentwicklung.Unter dem Mäzenatentum der reichen und kunstverständigen Kaufleute im Norden Italiens entstehen unter anderem Prunkgefäße aus vornehmlich Bergkristall, Achat, Jaspis und Lapislazuli in den Werkstätten in Mailand (Gebrüder Saracchi) und Florenz.

Seit dem gehört die Glyptik als fester Bestandteil zum Schmuckhandwerk, auch wenn ihre Bedeutung nicht immer gleich hoch war.

Hauptwerkzeug der Graveure ist heute eine kleine, elektrisch betriebene Drehbank mit einer waagerecht liegenden Welle. Ja nach Form oder Beschaffenheit des zu bearbeitenden Edelsteins können Arbeitsköpfe von unterschiedlicher Form und Härte auf die Welle gesetzt werden. Heute gibt es Gravuren in allen Edel- und Schmucksteinen, einschließlich Diamant.

An die rotierende Spindel mit Umdrehungen von 1000 bis 5000 Umdrehungen pro Minute wird das Werkstück freihändig herangeführt und das notwendige Material abgetragen. Eine besondere Kunst ist es aus sogenannten Lagensteine (mehrschichtige Achate mit unterschiedlichen Farben) die Gravuren zu gestalten.
Je nach Art des Steinschnitts unterscheidet man die erhaben geschnittene Kamee von dem eingetieft geschnittenen Intaglio, ursprünglich auch als Gemme bezeichnet. Heute dient der Begriff zunehmend als Oberbegriff für beide Formen der Reliefgravur.

Siegelring aus Gold mit Heliotrop

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Siegelring mit graviertem Heliotrop

Bei diesem Ring handelt es sich um eine Auftragsarbeit, die schon lange zurückliegt.
Ich habe einen vorhandenen Ring der Kundin exakt nachgebaut. Nur der eingesetzte Edelstein bei dem Muster-Ring war ein anderer. In diesem Ring ist ein Heliotrop (Blutjaspis) verarbeitet worden.

Ich habe dazu zunächst den Muster-Ring einem Edelstein-Graveur überlassen, damit

Siegelring mit graviertem Heliotrop
Siegelring mit graviertem Heliotrop

erdie genauen Maße von dem Jaspis hat und vor allem eine genaue Vorlage für die Gravur. Ich finde es immer wieder erstaunlich wie genau ein derartiges Wappen in einen Edelstein eingraviert werden kann. Die Arbeit wurde zu meiner Zufriedenheit und vor allem zur vollen Zufriedenheit der Kundin vom Graveur ausgeführt. Der erste wesentliche Schritt für die Anfertigung dieses Ringes war somit getan.

Alles Weitere wurde von mir in meiner Goldschmiede vollzogen. Da der neue Ring eine anderer Größe bekommen sollte als die Vorlage, diese war wesentlich kleiner, musste ich erst einmal die Höhe der Fassung in etwa bestimmen. Durch die Krümmung des Ringes wird die Höhe der Fassung immer mitbestimmt. Diese Fassung wurde verbödet. Das heißt, dass sie unten einen geschlossenen Boden bekam.

Jetzt folgte die Bearbeitung der kräftigen Ringschiene, die sich nach unten verjüngen sollte. Ich habe zunächst einen komplett geschlossenen Ring gefertigt, bei dem alle endgültigen Masse berücksichtigt wurden. Aus diesem Ring ist schließlich ein Stück herausgenommen worden, welches in etwa der Breite der Fassung entspricht. Hier wurde die Fassung anschließend genau eingepasst.

Die Oberfläche des Ringes sollte nicht poliert werden. Vielmehr war es der Kundenwunsch, dass die Oberfläche gebürstet werden sollte.

Das Schöne an diesem massiven Siegelring ist, dass der Ringkopf sehr flach gehalten ist und somit dezent am Finger aufliegt. Dadurch unterscheidet sich dieser Ring sehr von den eher gewöhnlichen Siegelringen, wie sie oft von der Schmuckindustrie angeboten werden. Man sieht, dass dieser Ring in einer Goldschmiede gefertigt wurde.