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Blauer Diamant für 17 Millionen Euro

Ein spektakulärer blauer Diamant hat seinen Besitzer gewechselt.

Der US-Schmuckhersteller Harry Winston ist der neue Eigentümer des Diamanten „The Blue“. Winston gehört zum Schweizer Unternehmen Swatch. Auf Wunsch des Käufers soll der Edelstein nun den Namen „Winston vivid blue“ bekommen (ein bisschen Eitelkeit muss wohl sein). Er hat ein Gewicht von 13 Karat und ist somit der größte Diamant seiner Art. Wer diesen blauen Edelstein zum Verkauf angeboten hat, verschwiegt das Auktionshaus. Ein blauer Diamant, dessen Verkäufer das  Auktionshaus geheim hält.

Blauer Diamant "The Blue" heißt jetzt "Winston vivid blue“
Blauer Diamant „The Blue“ heißt jetzt „Winston vivid blue“

Am 14.Mai wurde dieser intensiv blaue Diamant im Auktionshaus Christie’s in Genf für umgerechnet 17,35 Mio. Euro ( 21,4 Millionen Schweizer Franken) versteigert.

Der Konkurrent Sotheby’s, das Auktionshaus Christie’s, hatte erst einen Tag zuvor einen gelben Diamanten mit 100,09 Karat für umgerechnet 11,9 Millionen Euro in Genf versteigert. In der Schweizer Stadt finden jedes Jahr im Mai Edelstein-Auktionen statt.

Es handelt sich beim „Winston vivid blue“ aber bei Weitem nicht um den teuersten Diamanten, der jemals den Besitzer gewechselt hat. Ungeschlagen bei farbigen Diamanten ist noch immer der Preis von 62 Millionen Euro für den rosafarbene Diamanten „Pink Star“, der im November des letzte Jahres versteigert wurde. Ich hatte darüber geschrieben. Mehr hat man bisher noch nie für einen Diamanten geboten.

Das heisst aber nicht, dass es noch wertvollere Steine gibt. Sollte vielleicht eines Tages zum Beispiel der „Hope“ (auch ein blauer Diamant) versteigert werden, wäre meiner Ansicht nach zu erwarten, dass dieser Stein einen sehr viel höheren Preis erzielen dürfte. Es gibt eine ganze Reihe sehr berühmter Diamanten, deren Wert nicht durch eine Auktion beziffert ist.

Diese Auktionsergebnisse verdeutlichen aber, dass farbige Diamanten, die früher als Kuriosität galten, immer begehrter werden. Da sie viel seltener als weiße Diamanten sind, erzielen sie inzwischen deutlich höhere Preise pro Karat als selbst die saubersten klaren Steine.

Blauer Diamant ist besonders selten

Und gerade blaue Diamanten gehören zu den seltensten und begehrtesten Edelsteinen weltweit. Im Januar fand man in Südafrika einen großen Edelstein mit 29,6 Karat. Nach Angaben des Minen-Betreibers „Petra Diamonds“ wird ein blauer Diamant dieser Güte mit einem Wert von bis zu 20 Millionen US-Dollar (14,8 Millionen Euro) taxiert.

Normalerweise sind Diamanten vor ihrer Bearbeitung gelblich oder braun. In selteneren Fällen sind die Diamanten beim Fund rosa, pink oder orange. Grüner oder blauer Diamant ist extrem selten.

Für die Wertbestimmung eines Diamanten werden vier Kriterien herangezogen, die sogenannten 4 C´s: Schliff (cut), Farbe (color), Reinheit (claritiy) und Karat-Gewicht. Der Schliff und das Gewicht sind dabei die Kriterien, auf die der Mensch direkt Einfluss nehmen kann. Je nach Schliff kann ein Rohstein schwerer oder leichter werden, wobei es immer angestrebt wird ihn so zu schleifen, dass er ein hohes Gewicht behält. Die Farbe und Reinheit sind dem Diamanten von Natur aus gegeben.

Die Reinheit eines Diamanten richtet sich nach der Art und Menge von im Stein eingeschlossenen Unreinheiten. Die meisten Steine zeigen Einschlüsse von nicht kristallisiertem Kohlenstoff, was für den Laien allerdings nur unter einer Vergrößerung zu erkennen ist. Es gilt: Je weniger Einschlüsse ein Diamant hat, desto wertvoller ist er.

Synthetischer Moissanit – eine Diamantimitation

Moissanit

Der folgende Text stammt aus einer Pressemitteilung des Gemmologischen Instituts Hamburg vom 7.8.1998 und behandelt  den Moissanit:

Die amerikanische Firma C 3 Inc. hat 1997 angekündigt, einen fast farblosen synthetischen Moissanit als Diamantimitation auf den Markt zu bringen. Es handelt sich hierbei um synthetisch hergestelltes Siliziumkarbonat SiC (unter dem Handelsnamen 2Carborundum“ schon seit Jahrzehnten als Schleifmittel auf dem Markt), und zwar in um dessen hexagonale, sog. „6 H“Form. Die geschliffenen Steine können bis zu 2 Karat groß sein.

Die folgende Tabelle gibt einen Vergleich zwischen den Eigenschaften von Diamant und synthetischem Moissanit:

Moissanit Diamant Vergleich
Moissanit Diamant Vergleich
Synthetischer Moissanit ist im Gegensatz zum Diamant doppelbrechend, die Doppelbrechung ist bereits beim Betrachten mit der Lupe aufgrund der Kantenverdoppelung zu erkennen. Er hat ein niedrigeres spezifisches Gewicht als Diamant, allerdings kann dieser Test nur bei ungefassten Steinen ausgeführt werden.

Synthetischer Moissanit hat, wie aus der Tabelle zu ersehen ist, eine sehr hohe Dispersion, die die des Diamanten um mehr als das Doppelte übertrifft. Dem aufmerksamen Beobachter muss also auffallen, dass hier ein zu bunter Stein vorliegt.

Nicht alle Beobachter sind aufmerksam, und darin liegt die Gefahr. Der synthetische Moissanit hat ein hohe Wärmeleitfähigkeit und zeigt beim Untersuchen mit den einschlägigen Testgeräten das Ergebnis „Diamant“ an. Die Herstellerfirma C 3 Inc. Hat daher zusätzlich ein Testgerät zur Unterscheidung von Diamant und synthetischem Moissanit entwickelt, das C 3 Tester Modell 590.

 

Zwischen der chemischen Zusammensetzung und Atomstruktur von Diamant und synthetischem Moissanit gibt es enge Parallelen, aus denen sich auch die eher nahe beieinander liegenden optischen und physikalischen Eigenschaften erklären. Auf der Oberfläche von Kristallen aus synthetischem Moissanit wurden sogar kleine dreieckige Vertiefungen gefunden, die an die „Trigonen“ bei Diamant erinnern. Auch beim Betrachten dieses Merkmals wird also in Zukunft Vorsicht geboten sein.

Synthetischer Moissanit ist nicht absolut farblos, sondern ist leicht getönt, die Tönungen entsprechen in etwa den Stufen K, L, M und N der Farbskala für Diamanten.

Herkunft der Bezeichnung Moissanit

Hier noch eine kurze Erläuterung zum Namen Moissanit. Ferdinand Frédéric Henry Moissan (1852 -1907), ein französischer Wissenschaftler, der 1906 den Nobel-Preis erhielt, hat in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts Versuche zur Herstellung von synthetischem Diamant durchgeführt. Er arbeitete als Professor für anorganische Chemie an der Sarbonne, zuvor hatte er an der Ecole Supérior de Pharmacie unterrichtet. Aus dieser Zeit stammen seine Experimente zur Herstellung von synthetischem Diamant. Er ging von der Beobachtung aus, dass in dem Eisenmeteorit vom Canyon Diablo in Arizona winzige Diamanten enthalten sind. Obwohl er davon überzeugt war, mit seinen Experimenten synthetischen Diamant hergestellt zu haben, gilt es heute als bewiesen, dass die Synthese nicht gelungen war.

Als natürliches Mineral ist Moissanit selten. Er wurde in dem Eisenmeteorit vom Canyon Diablo in Arizona gefunden, in Böhmen und in Sibirien. Der Name „Moissanit“ wurde 1905 von George Frederic Kunz vorgeschlagen. Das neue Mineral war von Moissan zusammen mit winzigen Diamantkristallen in dem Meteorit vom Canyon Diablo entdeckt worden.

Es wird auch schon von Doubletten berichtet, deren Oberteil aus Diamant und deren Unterteil aus synthetischem Moissanit besteht.
Hamburg, den 7.8.1998 Gemmologisches Institut Hamburg.
Elisabeth Strack

Harry Winston – Diamant für 23 Millionen Franken versteigert

Harry Winston – Diamant

Der Harry Winston – Diamant war bisher ein namenloser, makelloser Diamant mit einem Gewicht von 101,73 Karat. Er  wurde in Genf in einem Luxus-Hotel versteigert und erzielte eine Preis von 23 Millionen Franken.

Das Höchstgebot kam von dem Juwelier Harry Winston, dessen Schmuck-Unternehmen seit März diesen Jahres mit zur Swatch-group gehört. Diese Übernahme hatte Winston etwa 1 Milliarde Dollar eingebracht. Genug Kapital für neue Anschaffungen.

Es nahmen 150 Interessenten an der Auktion teil.

Harry Winston - Diamant
Harry Winston – Diamant
Nach der Auktion hat Winston mitgeteilt, dass der farblose, tropfen- bzw. birnenförmige Edelstein den Namen „Harry Legacy“ erhalten soll. Dies ließ der Christie’s- Sprecher Rahul Kadakia verlauten.
Diesen Diamant zertifizierte das Amerikanischen Edelstein-Institut und  beschreibt den Stein als klaren Diamant mit einer perfekten Symmetrie, der keine Makel aufweißt.
Die Bearbeitung vom Rohstein zu dem jetzt namenhaften „Harry Legacy“ dauerte 21 Monate. Er stammte aus der Jwaneng-Mine in Botsuana und hatte ein Rohgewicht von 236 Karat.
Zum Kaufpreis werden Steuern und Verkaufsprovision addiert, so dass der Käufer letztlich 26,7 (20,7 Millionen Euro) Millionen Dollar zahlen muss.
Das Auktionshaus Christie’s hatte auf 30 Millionen Dollar gehofft, wohingegen der nun erzielte Preis umgerechnet 23,5 Millionen Dollar ausmacht und somit aber dennoch der höchste Preis für einen Diamanten dieser Kategorie ist. Der größte bekannte farblose und makellose Diamant mit den ist der Cullinan-Diamant mit 530,2 Karat, der zu den britischen Kronjuwelen zählt.

Eine  Auktion des vergangenen Jahres brachte für den „Erzherzog Josef“ knapp 17 Millionen Euro.