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Farbveränderungen bei Edelsteinen

Farbveränderungen bei Edelsteinen

Edelsteine können durchaus ihre Farbe verändern. Es kommt aber eher selten vor, dass es durch natürliche Prozesse zu einer Farbänderung kommt. Amethyst oder Rosenquarz können zum Beispiel durch Sonnenlicht bis zur Farblosigkeit ausbleichen. Viel häufiger aber sind  gewollte Farbveränderungen durch den Menschen um eine Farbveredelung zu erhalten.
Nicht ansehnliche Farbe können manipuliert werden. Eine Möglichkeit die zur Veränderung der Farbe eines Edelsteins führt ist die Wärmebehandlung. Das „Brennen“ eines Amethysts bei einigen hundert Grad Celsius führt beispielsweise zu einer Veränderung vom violetten Stein zu einem mit einer hellgelben, rotbraunen, grünen oder milchig-weißen Farbe. Die meisten Citrine im Handel sind auf diese Art gebrannte Amethyste.
Auch bei Aquamarinen findet diese Wärmebehandlung statt. Sind sie grünlich werden sie durch diese Art der Behandlung meerblau und erhalten ihre klassische und begehrte Farbe. Zu dunkle Turmaline werden mit Wärme behandelt aufgehellt, blaue Turmaline werden grün.
In den letzten Jahren werden Farbveränderungen auch durch Bestrahlung mit Radium- oder Röntgenstrahlen erzielt. Es gibt sogar die Möglichkeit durch den Beschuss von Elementarteilchen Farbveredelungen vorzunehmen.
Nur mit dem Auge sind dieses Veränderungen nicht zu erkennen. Sie sind in der Regel so naturgetreu, dass es komplizierter Untersuchungen bedarf sie nachzuweisen. Es kann aber durchaus der Fall sein, dass die Farben nicht beständig sind und mit der Zeit verblassen und nachlassen, fleckig werden oder die Farbe ändern.
Eine weitere Möglichkeit der Farbveränderung wird bei porösen Steinen angewendet. Lapislazuli, Türkis,Perlen oder Achat werden durch Zugabe von Farbstoffen, Ölen oder Wachs in ihrer Farbe verändert. Diese Variante war schon in der Antike bekannt.
Das Verändern der Farbe ist genau geregelt und der Handel/Goldschmied muss künstliche Farbveränderungen gemäß den Richtlinien der CIBJO (World Jewelry Confederation) kenntlich machen. Aber wie bei jeder Regelung gibt es nach CIBJO Ausnahmen für folgende Edel- und Schmuckstein, „die durch Hitzebehandlung eine permanente und irreversible Farbumwandlung erfahren haben: Bernstein, Beryll (Aquamarin, Morganit), Korund (Saphir, Rubin), Quarz (Citrin, Amethyst, Prasolith),Topas (rosa Topas), Turmalin (alle Farben), Zoisit (blauer Tansanit).“
Auch die folgenden Edel -und Schmucksteine, „die durch Hitzebehandlung und durch Einwirkung von Säure und Beize eine permanente und irreversible Farbumwandlung erfahren haben, wie gebänderter Achat, Karneol, Onyx, grüner Achat und blauer Achat“ braucht der Goldschmied nicht die künstliche Veränderung der Farbe angeben.
Farbveränderungen bei Edelsteinen sind also durchaus üblich.

Pyrit – volkstümlich auch Katzengold

Pyrit hat seine Bezeichnung aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Feuer“. Diese Bezeichnung hängt damit zusammen, dass Pyrit beim Anschlagen Funken sprüht.
Pyrit – Katzengold , Goldschmiede Plaar
Pyrit
Fälschlicherweise wird Pyrit im Handel, bei Juwelieren und auch beim Goldschmied oft als Markasit bezeichnet. Markasit ist dem Pyrit in mancher Hinsicht gleich, jedoch nicht für die Verarbeitung im Schmuck geeignet, da er leicht zerfällt.
Wegen der Ähnlichkeit mit Gold hat Pyrit im Volksmund auch die Bezeichnung Katzengold, was unter anderem mit seinem metallischen Glanz zusammenhängt. Allerdings besteht Pyrit ausschließlich aus Eisensulfid.Aus diesem Grund kann es auch durchaus passieren, wenn man versehentlich ein Schmuckstück mit Pyrit in feuchter Wäsche liegen lässt, dass sich Rostflecken in der Wäsche bilden. Auch die polierte Oberfläche der Steines wird dabei rostig angefressen.
In feuchter, sauerstoffhaltiger Luft verwittert Pyrit zu sogenanntem Brauneisenstein.
Gefunden wird Pyrit in Peru, Bolivien,Mexiko und den USA, aber auch in Europa in Schweden und Rumänien.
Die Härte von Pyrit beträgt 6-6 ½ nach der Mohs´schen Härteskala.
Verwendung findet Pyrit meist in Form von kleinen facettierten Rosen. Diese Facetten erblinden aber mit der Zeit.

Strichfarbe zur Edelsteinbestimmung

Bei einer einzigen Mineralart kann das farbliche Aussehen eines Edelstein sehr unterschiedlich sein. So kann ein Beryll beispielsweise alle Farben des Farbspektrums haben. Die eigentliche Farbe des Beryll ist aber farblos. Die Farbigkeit, die durch Beimengung farbgebender Substanzen entsteht, sind eher Fremdfarben.
Die Eigenfarbe des Edelsteins ist immer gleich und kann somit eine Hilfe zu Bestimmung des Edelsteins sein. Hierfür wird auf einer groben Porzellanplatte ein kräftiger Strich mit dem Edelstein gezogen. Auf diese Art kann man die Eigenfarbe sichtbar machen. Das fein zerriebene Pulver des Steins wirkt wie extrem dünne durchscheinende Plättchen, die dazu führen, dass die Fremdfarben nicht mehr wahrgenommen werden. Der metallisch dunkle Hämatit hat zum Beispiel eine rote Strichfarbe, der blaue Sodaltih hingegen ist im Strich weiß.
Bei harten bis sehr harten Edel- und Schmucksteine ist es von Vorteil mit einer Stahlfeile ein wenig Pulver auf die Porzellanplatte zu feilen und das Pulver anschließend zu verreiben.
Wie man sich denken kann ist diese Methode zur Edelsteinbestimmung nur etwas für Sammler von Rohsteinen und nicht für geschliffene Edelsteine aus einer Goldschmiede. Einen geschliffenen und polierten Edelstein würde man wertmindernd zerkratzen.