Nachahmung von Edelsteinen – Strass

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Edle Steine nachzuahmen ist nicht verboten und ist auch kein Vergehen, solange dadurch niemand zu Schaden kommt. Nachgeahmte Steine erfüllen durchaus einen guten Zweck. Mit ihnen kann sich auch derjenige schmücken, der sich echte Edelsteine nicht leisten kann. Wenn durch Nachahmung jedoch höherwertige Steine vorgetäuscht werden und zu überhöhten Preisen angeboten werden, dann ist das Betrug. Nachahmungen müssen als solche immer gekennzeichnet werden und korrekt bezeichnet werden.
Man unterscheidet bei Nachahmungen der Edelsteine die ähnlich aussehenden Imitationen (Imitate), zusammengesetzte Steine und künstlich hergestellte Edelstein, die Synthesen.
Hier:

Imitationen von Edelsteinen

vermutlich waren die Ägypter die ersten, die mit Hilfe von Glas und Glasur versucht haben wertvolle Edelstein vorzutäuschen, weil echte Edelsteine zu teuer oder einfach zu selten waren. Joseph Strasser aus Wien entwickelte 1758 eine Glassorte die sich schleifen ließ. Sie war wegen der hohen Lichtbrechung dem Diamanten vom Anblick her sehr ähnlich und diente lange Zeit als Diamantersatz. Kaiserin Maria Theresia verbot die Herstellung und dessen Vertrieb. Dennoch kamen die Diamant-Imitationen (Strass genannt) irgendwie über Paris in den Edelsteinhandel.
Bis 1945 waren die Städte Gablonz und Turnau im heutigen Tschechien bedeutenden Zentren eine Industrie für edelsteinähnlichen Glasschmuck. Danach übernahm Neugablonz in Bayern einen Teil dieser Tradition.
Für Modeschmuck wird billiges Flächenglas verwendet, für wertvollere Edelsteinimitationen hingegen stark lichbrechendes Blei- oder Flintglas. Auch Porzellan, Email, Harze und andere Kunststoffe dienen der Nachahmung von Edelsteinen. Alle Nachahmungen haben für gewöhnlich nur das farbliche Aussehen mit den Edelsteinen gemeinsam, andere Eigenschaften, wie die Härte oder die Brillanz konnten meist nicht zufriedenstellend nachgeahmt werden. Das ist auch gut so, finde ich.

Neuere Diamant-Imitation

Eine besondere Art der Imitation sind künstlich produzierte, synthetische Steine, die in der Natur zwar kein Gegenstück haben, aber in den physikalischen Eigenschaften edelsteinähnlich sind und besonders gute optische Wirkungen erzielen. Sie werden zu den Edelsteinen gezählt. Für gewöhnlich dienen sie als Diamant-Ersatz.
Dazu gehören der 1953 entwickelte Fabulit (auch Diagem genannt), ein Strontium-Titanat und der seit 1969 in Edelsteinqualität produzierte YAG (auch Diamonair) ein Yttrium-Alluminium-Granat. Andere Vertreter sind Galliant (auch GGG), Djevalith und Linobat. Der 1977 erschienene Zirkonia,ein Yttrium-Zirkonium-Oxid galt lange als beste Diamant-Imitation überhaupt. Er ist heute auch die am weitesten verbreitete Nachahmung des Diamanten, da er günstig in der Herstellung ist.
Seit 1997 gibt es synthetische Moissanite, die in Edelsteinqualität hergestellt werden können. Aufgrund der vergleichbaren Eigenschaften wird auch Moissanit als Diamantersatz verwendet. Die
Mohshärte von Moissanit beträgt 9,5 und ist somit noch härter als Saphir und Rubin. Moissanit kommt auch in der Natur vor, ist aber selten rein und wirtschaftlich nicht interessant.
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