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Rutilquarz

Rutilquarz

Rutilquarz, das sind feinste Nadeln in Bergkristall oder Rauchquarz

Tief im Inneren eines Berges in den Alpen tropft in einem Jahrtausende alten Hohlraum langsam Wasser und bringt Kieselsäure mit. An den Wänden des Hohlraumes entsteht durch Verdunsten des Wassers eine Tapete von Kieselsäure, aus der sich allmählich die ersten kleinen Kristalle bilden. Es entstehen Kristalle aus reiner Kieselsäure: Bergkristalle.

Es ist viele Jahrtausende her, seit die Menschen den Bergkristall

Rutilquarz, facettiert
Rutilquarz, facettiert

kennen. Sie müssen fassungslos vor den glattflächigen, überharten und wasserklaren Gebilden gestanden haben, die sie, sich tief in einer Gesteinshöhle tastend, fanden und die im Licht ihres Kienspans glitzerten. Da den Menschen die Entstehung der Kristalle noch Jahrtausende lang ein Geheimnis blieb. Lag es nahe, an überirdisches Wirken zu glauben und vom Wunderbaren Wunder zu erwarten.

Die alten Griechen wähnten, der in kalten Berghöhlen zu findende „kristallos“ sei steinhart gefrorenes Eis, das nie mehr auftauen könnte: „Die Götter haben deshalb ihr Domizil aus ihm errichtet, weil nicht einmal Glut der Sonne ihn zerstören kann“.
Bringt das Wasser aber nicht nur reine Kieselsäure mit, sondern auch etwas Eisen, kann der violette Amethyst entstehen.Im Gestein kann es eine schwache radioaktive Strahlung geben. Trifft sie auf Bergkristall färbt der sich dunkel. Ein Rauchquarz ist entstanden.

Rutil

Im Quarz selber kann aber noch ein Mineral wachsen: feinste Rutilnadeln aus Titanoxid. Der Name Rutil kommt aus dem Lateinischen und heißt „rot Schimmern“. In Quarz können die Nadeln so groß wachsen, dass man sie gut sehen kann. Man spricht dann von Rutilquarzen. Doch sie können auch so klein bleiben, dass sie mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Der Rosenquarz wird durch Eisen und microkristalline Rutilnadeln rosa gefärbt.
Schließlich erzeugen sie in den Korunden Saphir und Rubin  das optische Phänomen des Asterismus – ein über den Stein schwebenden Stern.
Das Foto zeigt einen Bergkristall mit Rutilnadeln aus meiner Goldschmiede.
Einen Ring mit einem kreisrunden Bergkristall im Cabochon-Schliff, der mit Rutil-Nadeln durchzogen ist, befindet sich auch in meinem Shop.

Einschlüsse bei Edelsteinen

Einschlüsse bei Edelsteinen – Es gibt nur selten Edelsteine, die ganz rein sind.

Einschlüsse bei Edelsteinen sind eher der Normalfall als die Ausnahme. In der Regel sind irgendwelche Störungen im Kristall oder Fremdkörper enthalten. Diese

Aquamarin mit Einschlüssen
Aquamarin mit Einschlüssen

„Fehler“ sind oft erst unter dem Mikroskop zu erkennen. Diese Fehler werden als Einschlüsse bezeichnet. Der Begriff Fehler würde ein Abwertung beinhalten, die nicht gerechtfertigt ist, da z.B. ein Einschluss im Bernstein den Wert sogar steigern kann.

Die Einschlüsse können Informationen über den Edelstein geben

Diese Einschlüsse können etwas aussagen über die Entstehung und die Lagerstätten der Edelsteine, das sie nicht zufällig entstehen, sondern Gesetzmäßigkeiten unterliegen. Jeder Edelstein hat
zwar individuelle Einschlussqualitäten, doch in der Gesamtheit kann man diese ganz bestimmten Edelsteinarten zuordnen.
Verhältnismäßig oft kommen Mineralien als Einschlüsse vor. Dabei kann es sich um fremde (z.B. Zirkon in Saphir)oder arteigene Einschlüsse (Diamant in Diamant) handeln. Der umschließende Kristall wird als Wirtkristall bezeichnet. Die eingeschlossenen Minerale können dann älter sein Wirtkristall. Aber auch der umgekehrte Fall ist möglich, wenn Flüssigkeiten in Hohlräume oder Spalten eindringen und dann kristallisieren. Gleichen Alters sind Einschlüsse und Wirtkristall , wenn sie aus einer Schmelze heraus entstanden sind und aufgrund des schnelleren Wachstums ein Kristall das Andere umschließt.
Organische Einschlüsse, wie z.B. eine Fliege oder ein Blatt gibt es nur beim Bernstein.

Auch Störungen innerhalb der Kristallstruktur, farbliche Veränderungen durch Streifen oder Merkmale von Kristallisationsphasen zählen zu den Einschlüssen.

Ebenso werde Hohlräume, die von Gasen oder Flüssigkeiten gefüllt sind zu den Einschlüssen gezählt. Ein zweiphasiger Einschluss beinhaltet beides. Kommt zu dem

Quarz mit Rutilnadeln
Quarz mit Rutilnadeln

Gas und der Flüssigkeit auch noch ein kleiner Kristall hinzu spricht man von Dreiphaseneinschluss. Leere Hohlräume sind nicht bekannt. Sogar Sprünge und Spaltrisse (sog. Fahnen) werden zu den Einschlüssen gezählt; auch wenn sie durch innere Spannung oder äußeren Stoß entstanden sind. Diese können oberflächlich, aber auch im Inneren sein. Hier können Luft oder Flüssigkeiten eindringen, was zu farblichen Veränderungen führen kann. Werden dieses Fremdsubstanzen wieder verdrängt, bleiben in der Regel erkennbare Narben (Heilungsrisse) zurück.

Einschlüsse können zu  speziellen Effekten führen

Meistens gelten Einschlüsse als wertmindernd, weil optische Eigenschafen oder die Farbe unter Umständen beeinträchtigen. Es können jedoch durch Einschlüsse auch ganz spezielle Lichterscheinungen auftreten, wie Sterne (Sternsaphir), Katzenaugeneffekte oder Dentriten ( baumartige Verwachsungen durch Eisen oder Mangan). Bekannt dürften die Rutileinlagerungen im Bergkristall oder Rauchquarz sein.
 
Abgesehen von der Bewertung der Diamanten gibt es keine allgemeingültigen Reinheitsgraduierungen. Wobei Edelsteine, wenn sie nahezu frei von Einschlüssen sind, in der Regel hochwertiger und teurer sind als dieselben mit Einschlüssen. Ansonsten entscheiden das persönliche Empfinden bei der Qualitätsbewertung von Einschlüssen. Ich persönlich mag es, wenn der Edelstein auch ein „inneres Leben“ hat.