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Turmaline und ihre Bezeichnungen

Turmaline und ihre unterschiedlichen Varietäten

Turmaline unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung.

Diese ist somit auch für sehr unterschiedliche Farbzusammensetzungen verantwortlich. Zudem unterscheidet sich diese Zusammensetzung auch in Abhängigkeit vom Fundort der jeweiligen Turmaline. Es wird daher auch von der Turmalin-Gruppe mit einer Reihe von Mischkristallen gesprochen.

Die Farben der Turmaline sind: farblos, rosa, gelb, rot, braun, grün, blau, violett schwarz und mehrfarbig.

Je nach Farbe unterscheidet der Handel folgende Varietäten der Turmaline:

  • Achroit – fast farblos oder farblos (gr. ‚ohne Farbe‘), eher seltenes Vorkommen
  • Dravit – gelbbraun bis dunkelbraun, nach dem Fluss ‚Drau‘ (Drave) in Kärnten
  • Rubellit – (lat. rötlich‘) rosa bis rot, auch gelegentlich mit einer
    Rubellit-Kristall
    Rubellit-Kristall

    leichten Violett-Färbung,  in der Farbe eines Rubins am wertvollsten

  • Verdelith – (‚grüner Stein‘) grün in allen Schattierungen
  • Indigolith – Blau in allen Nuancen
  • Siberit – (nach einem Vorkommen im Ural), lilarot bis blauviolett, wird auch als Synonym für den o.g. Rubellit verwendet
  • Schörl – schwarz, sehr verbreitet, wurde in sogenanntem
    Turmaline, Schörl
    Turmaline, hier:Schörl

    Trauerschmuck verwendet. der Begriff geht zurück auf  eine  alten Ausdruck der Bergmänner

In der Gemmologie (Wissenschaft der Edelsteine) werden Turmaline nach ihrere chemischen Zusammensetzung unterschieden. Auch hier gibt es verschieden Namen:

  • Elbait  – (nach der italienischen Insel Elba)                                            Na(Li, Al)₃ Al₆[(OH₄|(BO₃)₃|Si₆O₁₈]  – Lithium-Turmalin
  • DravitNaMgAl(BO)Si₆O₁₈(OH)₄ –  Magnesium-Turmalin
  • Schörl – (Bezeichnung für falsches Erz)                                                NaFe₃ (Al, Fe)₆[(OH₄|(BO₃)₃|Si₆O₁₈]  – Eisen-Turmalin
  • Buergerit (nach einem US-amerikanischen Mineralogen),      NaFe₃ Al₆[(F|O₃|(BO₃)₃|Si₆O₁₈]  – Eisen-Turmalin                                    
  • Tsilaisit (nach lokalem Namen in Madagaskar)                                            NaMn₃Al₆[(OH₄|(BO₃)₃|Si₆O₁₈] – Mangan-Turmalin                          
  • Uvit (nach einer Provinz aus Sri Lanka)                                          CaMg₃(Al₅Mg)[(OH₄|(BO₃)₃|Si₆O₁₈] – Magnesium-Turmalin            
  • Liddicoatit (nach einem amerikanischen Gemmologen)  Ca(Li,Al)₃Al₆[(OH₄|(BO₃)₃|Si₆O₁₈] – Calcium-Turmalin

Mehr über diesen vielfarbigen Edelstein in meinem Blog

Der Rubin – Ruby

Der Rubin – Korund

Seit Jahrtausenden gilt der Rubin sowohl als „Stein der Könige“ als auch als „König der Edelsteine“. Seine kräftige purpurrote Farbe strahlt Erhabenheit, Wärme, Lebensfreude und Majestät aus. Und Purpur ist seit alter Zeit die Farbe der Herrscher.

Der Rubin - ein Rohstein
Rubin aus Mogok, Myanmar, 4,5 cm hoch
Foto: Jeff Scovil,Sammlung Bill Larson
Rubine in einer Größe von 4 oder gar 5 Carat (1 Carat = 0,2 Gramm) können teurer sein als erstklassige Diamanten der gleichen Größe. Der Grund ist nicht nur ihr majestätisches Aussehen, sondern die extreme Seltenheit selbst von Rubinen schon solcher Größen. Der hier zusehende 4,5 cm hohe Stein ist eine überaus seltene Ausnahme. Ihn zu schleifen, wäre zu schade, zumal er viel zu einschlussreich ist, als dass schöne Einzelstücke dabei entstünden.
Der Rubin ist eine Art der Korunde, ja eigentlich ein roter Saphir. Doch trotz ihrer gemeinsamen vorzüglichen Mohhärte von 9, die nur vom Diamanten mit 10 übertroffen wird, erkannte man lange nicht, dass sie Geschwister sind. Beide stammen aus der Edelsteinfamilie der Korunde, ihr Ausgangsmaterial ist chemisch schlicht Tonerde (Aluminiumoxid). Die Nuancen der Saphire sind jedoch nicht so intensiv und werden von Eisen, Titan oder Vanadium erzeugt. Rubine aber sind stets rot: Hell- bis Tiefrot, verursacht durch eine sehr geringe Menge an Chromsäure. Die aber kommt nur in großen Erdtiefen vor – und das selten genug. Es musste der seltene Zufall eintreten, dass Chromsäure in die Höhe emporstieg, auf sich festigendes Aluminiumoxid traf und in den werdenden Kristall eindrang.

Farbschöne Rubine sind äußerst selten

Darum gibt es auf der Erde nur wenige Rubinvorkommen (Saphire sind häufiger und mit größeren Kristallen). Und da Auffinden wie Abbau der Rubine sehr mühsam ist, die Kristalle zudem nicht groß wachsen, oft splitterig, trübe und einschlussreich sind, bleiben klare, farbschöne Rubine so überaus selten.
Die berühmtesten Vorkommen feiner Rubine liegen in Südostasien, in Myanmar (das bis 1989 Burma hieß). Die Steine aus dem dortigen legendären Vorkommen von Mogok haben oft einen Blaustich, das geehrt „Taubenblutrot“ wie man sagt.
Der Name „Rubin“ stammt aus dem Lateinischen: „rubens“ bedeutet rot. In Indien hieß er „Ratnanâyaka“, in Sanskrit „Ratnaraj“: Herr der Edelsteine. Als Land der Rubine galt über zwei Jahrtausende Indien.
Allgemeines über Rubin  hatte ich vor knapp 2 Jahren schon einmal geschrieben.