Granulieren -Technik der Granulation – Method of Granulation

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Das Granulieren

Granulieren ist eine Ziertechnik, bei der durch metallische Bindung kleine Metallkugeln möglichst unauffällig mit einem Metallgrund verbunden werden. Es handelt sich um eine Sondertechnik im engsten Sinne des Wortes. Sie wird fast ausschließlich bei Schmuck und Gerät angewendet.

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Prinzip der Kugelanordnungen beim Granulieren

Die Kugeln werden entweder ornamental oder figural auf der Oberfläche angeordnet. Zusätzlich können auch Drahtformen zur Anwendung kommen.

Das Wort Granulation leitet sich von lateinischen Wort „granum“ (Korn,Kern) ab. Es bezieht sich auf die verwendeten Kugeln, die als Granalien bezeichnet werden. Ihr Durchmesser variiert zwischen 0,8 bis hin zur Größe eines Staubkorns, ca 0,12 mm, man spricht dann auch von Staubgranulation. Das Grundmetall wird als Rezipient bezeichnet. Es soll auch nach dem Granulieren noch möglichst hochglänzend sein. Die größeren Granalien vervielfältigen das Licht durch Vermehrung der Reflexe. Die Goldfarbe steigert sich in den Zwischenräumen der Granalien. Die feineren Kugeln vermitteln eine matte Wirkung. Granulation ermöglicht eine ornamentale Belebung der Oberfläche. Die figurale Granulation ermöglicht zusätzlich erzählende und symbolische Aussagemöglichkeiten. Das Aufeinenanderschichten der Granalien (Traubengranulation) führt zu plastischen Gebilden mit vielfältigen Lichtreflexen.
Die Kügelchen werden mit ihrer Unterlage verschweißt, also ohne Zusatz von metallischem Lot und Flußmittel. Wie die Etrusker, die diese Technik perfekt beherrschten, die Granalien herstellten ist nicht nachweisbar. Doch auch noch heute übliche Verfahren sind dazu geeignet. Äußerst dünn gewalztes Goldblech wird in kleinste Stücke geschnitten. Ähnliche Ergebnisse erzielt man auch, wenn man von dünnem, gebündeltem Draht kleine Abschnitte abschneidet.
Brosche, Elisabeth Treskow,Ganulieren
Brosche von Elisabeth Treskow

Diese kleinen Teilchen werde anschließend mit gepulverter, sehr feiner Holzkohle vermischt. Dabei sollten sich die Teilchen nicht berühren, da sie beim Schmelzen sonst zusammenlaufen. Diese Mischung wird in einen Tiegel gefüllt um das Metall zu schmelzen. Der Tiegel darf bei einer offenen Flamme nur von unten erhitzt werden, weil der Gasdruck ansonsten den Staub wegbläst. Besser lassen sich die Teilchen in einem elektrischen Schmelzofen zu Kugeln einschmelzen. Anschließend, nach dem Abkühlen, wird der Inhalt des Tiegels ausgeschüttet, gereinigt und die entstandenen Granalien werden nach Größe sortiert. Am leichtesten und präzisesten erfolgt die Sortierung mit unterschiedlichen Sieben oder einem Turmsieb. Mit der Hand lassen sie sich aber auch sortieren, was aber sehr mühsam ist.

Eine der Schwierigkeiten beim Granulieren beginnt nun: das Aufschweißen (ohne Lot) auf den Rezipienten.
Der Kunsthistoriker H. J. Wagner fand hierzu in den Schriften des Römers Plinius (23-79 v. Chr.), dass die griechische Bezeichnung der grünen Farbe „Chrysokolla“ ,übersetzt als „Goldleim“, einen besonderen Grund haben muss. Laut Plinius wurde Chrysokolla durch das Zermahlen von Malachit hergestellt. Malachit enthält relativ viel Kupfer. Verbindet sich nun diese Kupferverbindung beim Schmelzen mit Gold oder Silber, so wird der Schmelzpunkt der neuen Legierung an den Berührungspunkten zwischen Granalien und Rezipient erniedrigt und ermöglicht dadurch ein Verschweißen der einzelnen Teile.
Granalien und Rezipient sollten den gleichen, hochkarätigen Feingehalt haben, da für diesen Prozess eine gleichmäßige Aufheizung von 850 – 900°C notwendig ist.
Zwei Ringe mit Granulation
Goldringe mit Granulation

Das Auftragen der Kügelchen

Eine weiter Schwierigkeit beim Granulieren besteht in der gleichmäßigen Anordnung der Granalien.
Hierzu müssen die Kügelchen mit reichlich Flüssigkeit aufgetragen werden. Die Oberflächenspannung der Flüssigkeit sorgt dafür, dass die Kügelchen eng zusammenrücken, bis sie sich berühren. Hierzu benutzt man heute nicht mehr den oben erwähnten gemahlenen Malachit, sondern pulverisiertes Kupferhydroxid (sehr giftig), das mit Fischleim im Verhältnis 1:1 gemischt wird, unter Zugabe von etwas Wasser.
Dieser Brei und die Kügelchen werden mit einem feinen Pinsel auf die Grundfläche aufgebracht und haften dort an. Überschüssiger Brei sollte wieder entfernt werden, da er beim Brennen Schmelzspuren hinterlässt. Wenn die Granalien wunschgemäß aufgebracht sind, muss das Werkstück trocknen.
Anschließend kommt das Werkstück in einen Ofen und die Temperatur wird langsam gesteigert. Bei ca. 100°C verwandelt sich da Kupfersalz in schwarzes Oxid, bei 600°C verkohlt der Leim und bei etwa 850°C erfolgt die durch die Kohle bewirkte Reduktion des Kupfersalzes zu metallischem Kupfer. Bei 890°C legieren sich Gold und Kupfer und es entsteht eine feste Verbindung. Dieser Vorgang wird als Reaktionslötung bezeichnet.
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