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Schmuck-Design ganz individuell

Schmuck-Design zur Gestaltungshilfe

Wer sich für den Beruf des Goldschmieds entscheidet, ist später immer wieder damit konfrontiert einem potentiellen Kunden die Ideen für ein Unikat-Schmuckstück näher bringen zu müssen. Ein Schmuckstück nur mit Worten zu beschreiben ist da nicht besonders hilfreich, da nach meiner Erfahrung vielen die Vorstellungskraft fehlt, sich ein mit Worten beschriebenes Schmuck-Design vorstellen zu können.

Ganz davon abgesehen lässt sich vieles, besonders wenn es sehr ins Detail geht, auch schlecht in Worte kleiden. Auch hat ja jeder eine andere Vorstellung bei Begriffen wie beispielsweise „leicht geschwungen“. Leicht geschwungen ist für einen Gesprächspartner vielleicht schon eher stark gebogen oder ähnliches.

Hilfreiche Zeichungen

Zweckmäßiger ist es da schon, wenn ein Unikat zunächst, so anschaulich wie möglich, auf herkömmliche Weise zu Papier gebracht werden kann. Eine Zeichnung ist meiner Meinung das hilfreichste Instrument mit dem sich das Schmuck-Design illustrieren lässt.

Dabei geht bei mir dem Entwurf immer erst ein Gespräch voraus, in dem das Design so

Schmuck-Design
Schmuck-Design, Entwürfe für Kunden

weit wie möglich eingegrenzt werden kann. Möchte ein Kunde einen länglich ovalen Kettenanhänger, so setzte ich mich nicht vor das Blatt Papier und zeichne eckige Anhänger. Es kommt auch vor, dass ein Kunde einen Edelstein besitzt, den er in einem Unikat verarbeitet haben möchte. Auch das schränkt die Möglichkeiten des Schmuck-Designs eventuell ein. Ebenfalls ist vom Kundenschmuck mitgebrachtes Gold (Silber) von Einfluss auf die Gestaltung. Soll zum Beispiel aus einem alten Ring aus Silber ein Kettenanhänger ohne Zugabe von neuem Material entstehen, dann sollte natürlich auch das im Design berücksichtigt werden. Es macht keinen Sinn dann einen Anhänger zu entwerfen, die die dreifache Menge an Material benötigen würde.

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Zeichnerisches Handwerkszeug vermittelt  zum Teil die Ausbildung

Voraussetzung um Schmuck auf Papier entwerfen zu können ist ein klein wenig Talent beim Umgang mit Zeichenstiften und Pinseln. Auch Übung spielt sicherlich eine Rolle. Dieses Basis-Handwerk für Schmuck-Design wird aber bereits in der Berufsschule während der Ausbildung vermittelt. Auch das Zeichnen von Edelsteinen gehört dazu.

Ideenreichtum, Vorstellungsvermögen und Kreativität sind aber kein Unterrichtsfach und lassen sich auch nicht so leicht erlernen.

Sollten auch Sie Interesse an einem extra für Sie entworfenem Schmuckstück haben, so schauen Sie in meiner Goldschmiede in Osnabrück zu einem Gespräch vorbei oder nehmen Sie Kontakt mittels des Formulars unter dem Reiter Kontakt mit mir auf.

 

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Galvanisieren

Galvanisieren

Unter Galvanisieren versteht man im Edelmetall-Gewerbe Vorgänge, bei denen ein Objekt (nicht nur Schmuck) durch Elektrolyse einen Metall-Überzug erhält.

Warum galvanisieren?

Es gibt mehrere Gründen, bei denen man galvanisieren kann.

  • Herstellung eines Goldüberzuges zur Herstellung von Double, aber auch oft bei 333/000 Gold
  • Veränderung der Farbe
  • Erzeugung einer härteren Oberfläche (beispielsweise durch das Rhodinieren)
  • zum Erhalt eines höheren Glanzes
  • Erzielung einer unempfindlicheren Oberfläche gegen chemische Einflüsse (leider wird Silber aus diesem Grund oft mit Rhodium überzogen, was ich persönlich nicht mag, weil jede Lötung an einem derartigen Schmuckstück sehr fleckig wird)
  • außerdem auch als gestalterisches Element
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Grundsätzlich kann man fast alles mit einem galvanischen Überzug versehen.

Die Möglichkeit zu galvanisieren beschränkt sich nicht nur auf Schmuckstücke. Viele kenne eventuell versilberte Babyschuhe. Auch echte Blätter eines Baumes lassen sich mit einem Metall-Überzug versehen. Hierzu wird der zu galvanisierende Gegenstand zunächst mit sogenanntem Silberleitlack überzogen, der mit einem Pinsel aufgetragen wird. Somit ist der notwendige Stromfluss gewährleistet und das Objekt kann versilbert oder vergolden werden.

Zu galvanisierender Schmuck muss fertig geschliffen und poliert sein. Jeder Gegenstand (auch der mit Leitlack überzogene) muss vorm Galvanisieren gereinigt, entfettet und mit klarem Wasser abgespült sein. An Stellen, wo Fett haftet scheidet sich kein Metall ab und der Gegenstand wird fleckig.

Metallische Gegenstände aus Eisen, Nickel oder Stahl zunächst verkupfert damit sich ein Edelmetall aus dem Elektrolyt abscheiden kann. Dies hängt mit der elektrochemischen Spannungsreihe zusammen, was ich hier aber nicht weiter ausführen möchte.

Sind all diese Vorarbeiten getätigt, kann das Veredeln durch Vergolden, Versilbern oder Rhodinieren beginnen. Diese Prozesse unterscheiden sich allerdings bezüglich der notwendigen elektrischen Spannung, der Dauer beim Galvanisieren und der notwendigen Temperatur der elektrolytischen Lösung.

Beispielhaft gehe ich auf das Rhodinieren ein.

Rhodium ist ein Nebenmetall aus der sogenannten Platin-Gruppe, zu der neben Platin und Rhodium auch Palladium, Ruthenium, Iridium und Osmium gehören.

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Weißgold kann beim Bearbeiten fleckig und grau werden. Dies gilt für Nickel-Weißgold ebenso wie für Palladium-Weißgold. Damit das Weißgold ein strahlendes Weiß erhält, rhodiniert man es. Ähnliches gilt für rhodiniertes Silber. Hier wird aber oft der Überzug aus Rhodium verwendet, um das Silber vorm Anlaufen zu schützen. Zusätzlich ist Rhodium hart und hat eine gute Reflexion.

Galvanisieren - Grafik
Galvanisieren – Grafik

Der Arbeitsgang ist im wesentlichen der gleiche wie beim Vergolden oder Versilbern. Wichtig ist immer, dass die Schmuckstücke, die man galvanisieren möchte nach dem Polieren sauber ausgewaschen und elektrolytisch entfettet sind (es gibt dafür giftfreie Entfettungs-Bäder). Danach mit destilliertem Wasser spülen und schließlich im Anschluss rhodinieren. Die im Handel befindlichen Bäder geben die Temperatur für die elektrolytische Lösung und die notwendige Spannung in der Regel vor. Auch sollte man die zeitlichen Vorgaben beim Galvanisieren einhalten, die der jeweilige Hersteller macht.

Die Ware wird an einem Kupferdraht oder einem speziellen Warenträger an der Kathode angeschlossen und in das Bad gehängt. Als Anode dient beim Rhodinieren in der Regel ein mit Platin überzogenes Titanblech. Wichtig ist, dass im Bad Bewegung ist, beispielsweise durch an tippen der Kathode. Es muss gewährleistet sein, dass sich an der Ware keine Gasblasen festsetzen. Diese würden sonst Flecken bilden.

Sollte an einem Schmuckstück nur ein Teilbereich rhodiniert werden, so müssen alle Stellen, an denen sich kein Rhodium ablagern soll, vor dem Galvanisieren mit Abdecklack bedeckt sein. Der Stromfluss ist an diesen Stellen unterbunden. Dies gilt verständlicher weise auch, wenn nur Teilbereiche vergoldet oder versilbert sein sollen.

WICHTIG:

Galvanischen Bäder sind sehr giftig; sie enthalten Cyanide!!! Daher darf man verbrauchte Bäder auch niemals in den Abfluss schütten. Anderenfalls wäre der Tatbestand der Umweltvergiftung erfüllt.

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Mode und Schmuck – Fashion and jewelry

Mode und Schmuck

Auch Schmuck unterliegt schon immer gewissen Modeerscheinungen und einem Wandel der Zeit. Mode und Schmuck beeinflussen einander.

Es gab in der Geschichte des Schmucks Schmuckformen, die heute nicht mehr von Bedeutung sind oder aber nur noch als Randerscheinung wenigen bekannt sind. Das heißt, dass die Art der Schmuckstücke einigen vom Begriff her bekannt sind, das heißt aber nicht, dass sie auch als Schmuckstücke getragen werden oder noch Verwendung finden.

 Wer kennt heute noch eine Fibel oder trägt ein Diadem?

Ich denke dabei z.B. an Schmuckstücke wie die Fibel oder das Diadem. Fibeln waren im Zeitalter der Völkerwanderung im 7./8. Jahrhundert eine bedeutende Schmuckgattung. Diese Fibeln (auch

Königin Luise von Preußen mit Diadem, Mode und Schmuck
Joseph Grassi, Königin Luise von Preußen, 1802
Berlin, Schloß Charlottenburg

Gewandspangen) dienten dazu mit Hilfe einer Broschierung die Kleidung zusammenzustecken. Da aber schon seit einigen Jahrhunderten die Kleidung zunächst mit Knöpfen und seit Mitte des 19.Jahrhunderts auch durch Reißverschlüsse zusammengehalten wird, sind Fibeln heute kein Schmuckstück mehr, welches in der Gesellschaft Verwendung findet.

Ähnlich verhält es sich mit dem Diadem (von griech.“diadema“ Stirnbinde). Ursprünglich diente es in der Antike als schmale Binde, die die Haare zusammenhalten sollte. Hieraus entwickelte sich der Lorbeerkranz, der später auch aus Metallen gefertigt wurde. Das Diadem erlebte bis ins 19. Jahrhundert hinein seine Blüte, war aber weitestgehend den Monarchen vorbehalten. In den 20er Jahren war das Diadem auch in der bürgerlichen Gesellschaft zu feierlichen Anlässen verbreitet. Heute hat das Diadem an Bedeutung verloren. Es wird hin und wieder noch als Brautschmuck auf Hochzeiten getragen.
Auch Broschen sind in den letzten 20 Jahren nach meiner Erfahrung aus der Mode gekommen. Es kommt leider sehr selten vor, dass ich in meiner Goldschmiede Broschen auf Kundenwunsch fertige. Warum Broschen nur noch wenig getragen werden kann ich nicht sagen. Ich finde es aber sehr schade, da es aus meiner Sicht ein sehr vielfältiges Schmuckstück ist und es bei der Anfertigung sehr viel kreativen Spielraum lässt.
 
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Es gibt noch weitere Schmuckgattungen (z.B. kleine und große Parure), die im Laufe der Jahrhunderte verschwunden sind oder einfach nicht mehr zur heutigen Mode passen.

Neue Techniken verändern auch die Mode

Neben der Wandlung des Geschmacks spielen aber auch technische Erneuerungen eine wesentliche Rolle beim Wandel der Schmuckmode.
Obwohl der Beruf des Goldschmieds auch heute noch sehr traditionell ist und sich mit vielen alten Techniken arbeiten lässt, haben auch bei der Herstellung von Schmuck gerade im letzten Jahrhundert moderne, auch Computer gesteuerte Techniken Einzug gehalten und auch den Geschmack beeinflusst. Angefangen bei der Drehbank, über die Galvanotechnik und Elektroforming bis hin zur Arbeit mit einem Laser gibt es heute neue Techniken, die den Schmuck verändern.
 
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Darüber hinaus verändern sie aber auch den Geschmack und somit die Mode. Wurden Trauringe – ein anscheinend immer modern gebliebenes Schmuckstück – seit der Antike in mühsamer Handarbeit hergestellt und das Brautpaar mit dem Aussehen der Trauringe oft überrascht, da sie anhand von Zeichnungen gearbeitet wurden, so hat die moderne Technik ganz andere Möglichkeiten.
Heute bekommt ein Brautpaar ganz sicher die Trauringe, die auch gewünscht waren, auch aus ganz modernen Metallen oder Werkstoffen. Mit Hilfe von Musterringen und modernen Herstellungsverfahren ist garantiert, das man genau das erhält, was auch gewünscht war.
Für die Zukunft bleibt abzuwarten, in wie weit die Entwicklung der 3D-Drucker die Schmuckmode verändern wird!