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Was ist ein Kristall – Mischkristall ?

Was ist ein Kristall

Ein Kristall ist ein stofflich einheitlicher Körper, streng geometrisch mit gesetzmäßigem Innenbau, das heißt, einer strengen Ordnung der kleinsten Bauteilchen (Atome,Ionen oder Moleküle) im sogenannten Kristallgitter. Die verschiedene Struktur des Gitters ist Ursache für die verschiedenen physikalischen Eigenschaften der Kristalle und damit auch der Mineralien und Edelsteine. Auch das gewöhnliche Kochsalz oder Zucker gehören mit zu den Kristallen.

Mischkristalle

Normalerweise ist ein K. aus einer chemischen Verbindung aufgebaut. Die kleinsten Teile dieser chemischen Verbindung sind Atome oder Moleküle, die untereinander völlig gleich sind. Die Atome oder Moleküle bilden ein Kristallgitter und bauen so ein Kristall auf. Es gibt aber auch Fälle, bei denen zwei oder mehr verschiedenartige, aber im Aufbau ähnliche Atome oder Moleküle verschiedener, chemischer Verbindungen sich in einem Edelstein vereinigen.

Riesiger Berg-Kristall
riesiger Berg-Kristall

Der häufig vorkommende Feldspat (Mondstein, Labradorit, Amazonit) ist praktisch immer ein Mischkristall.

Die Wissenschaft, die sich mit den Kristallen beschäftigt ist die Kristallographie. Diejenige der Edelsteine die Gemmologie oder Edelsteinkunde.
 

Variante des Beryll – Smaragd

Mehrere Farbvarietäten des Beryll werden als Schmuck- und Edelstein genutzt. Die grünen Berylle heißen SMARAGD, die blauen AQUAMARIN. Alle anderen andersfarbigen Berylle mit Edelsteinqualität werden als EDELBERYLL bezeichnet.

HIER : Smaragd
Farbe: smaragdgrün, Grün, gelblichgrün
Dichte. 2,67- 2,78
Aluminium-Berylium-Silikat

Der Name stammt aus dem Griechischen. „Smaragdos“(σμάραγδος ) bedeutet soviel wie „grüner Stein“. Im Altertum wurde nicht nur der uns heute bekannte Smaragd so bezeichnet sondern viele andere damals bekannte grüne Edelsteine auch.

Facettierter Smaragd
Facettierter Smaragd

Allgemein gilt der Smaragd als der edelste Stein der Beryllgruppe. Seine Farbe ist so unvergleichbar, dass der Grünton eigens den Begriff des „Smaragdgrün“ erhalten hat. Die Substanz, die die Farbe gibt ist Chrom, es kann aber auch Vanadium sein. Die Farbe ist sehr beständig gegen Hitze und Licht, und verändert sich erst bei ca. 700- 800 °C . Innerhalb des Edelsteins ist die Farbverteilung in der Regel nicht gleichmäßig. Ein tiefes Grün ist das am meisten geschätzte.

Smaragde können einen Garten haben

Nur die hochwertigsten Smaragd sind durchsichtig. Einschlüsse trüben die Durchsichtigkeit sehr oft. Diese gilt aber, wenn die Steine nicht zu sehr eingetrübt werden als Nachweis der Echtheit. Deshalb gibt es auch für diese Eigenschaft den Begriff „Jardin“ (frz.:Garten), bei 80 % der Smaragde.

Allen Smaragde ist ein gewisse Sprödigkeit zu eigen, die in Verbindung mit häufigen Spannungsrisse zu einer hohen Empfindlichkeit führen, sowohl beim Erhitzen als auch gegen Schläge und Druck. Gegen die meisten Chemikalien im Haushalt ist ein Smaragd aber eher unempfindlich.
Der Smaragd gehört neben dem Rubin zu den wertvollsten Edelsteinen überhaupt. Smaragde kommen viel seltener als der unter Druck und Hitze aus einfachen Kohlenstoff entstandene Diamant vor und kostet in Spitzenqualität weit mehr als der kostbarste Diamant .

Lagerstätten

 Die bedeutendsten Lagerstätten befinden sich in Kolumbien. Wichtige Lagerstätten sind die Minen von Muzo, nordwestlich von Bogotá. Diese Minen gab es schon bei den Inkas. Sie gerieten in Vergessenheit und wurden im 17. Jh wiederentdeckt. Hier

Smaragd - Rohstein
Rohstein

findet man die feinsten Qualitäten  – in einer tiefgrünen Farbe. Eine weitere ebenso bedeutende Mine ist nordöstlich von Bogotá, die Mine von Chivor. In den letzten Jahren sind immer wieder Vorkommen in Kolumbien entdeckt worden. Ausschließlich in Kolumbien werden die sogenannten Trapiche-Smaragde gefunden, eine räderartige Verwachsung von mehreren prismatischen Kristallen.

Es sind aber insgesamt nur etwa ein drittel aller kolumbianischen Smaragde schleifwürdig.
Die in Brasilien gefundenen Smaragde sind in der Regel heller als die kolumbianischen. Sie sind weitgehend frei von Einschlüssen und sind grüngelb. Seit Anfang der 1980 er Jahre ist Brasilien zu einem bedeutenden Lieferanten für Smaragde aufgestiegen; mit feinsten Farbqualitäten. Sehr gute Qualitäten kommen auch aus Simbabwe. Seit den fünfziger Jahren des 20ten werden hier Lagerstätten ausgebeutet, meist aber eher kleinere Kristalle. Aus Südafrika, im nördlichen Transvaal werden Smaragde mit mäßiger Qualität mit großem Maschineneinsatz gewonnen. Nur 5 % der geförderten Menge ist von guter Qualität. Die überwiegenden Steine sind hell und trüb und werden deshalb als Cabochon geschliffen.
Weitere Smaragdvorkommen in Afghanistan, Australien, Ghana, Indien, Madagaskar, Malawi, Mozambik, Namibia, Nigeria, Pakistan, Sambia, Tansania, USA.
Auch in Ägypten gab es östlich von Assuan Smaragde. Diese Minen aus der Zeit von Kleopatra (um 50 v. Chr.) haben aber nur noch historischen Wert. In Europa gibt es Smaragd-vorkommen in Österreich im Salzburger Land. Diese Vorkommen liefern aber höchst selten schleifwürdiges Material. Die hier gefundenen Mineralien sind für Sammler von Interesse.

Verarbeitung

Wegen der Empfindlichkeit gegen Stoßbeanspruchung entwickelte man für den Smaragd den Treppenschliff, bei dem die vier Ecken durch Facetten abgestupft sind ( sog. Smaragdschliff). Dennoch werden klare durchsichtige Steine auch im Brillantschliff verarbeitet. Trübe Steine hingegen werden nur als Cabochon oder als Kugel für Halsketten geschliffen. Speziell für die Smaragd-Schleiferei ausgerichtete Betriebe sind in Israel ansässig, nachdem die dortigen Diamant-Schleifereien ihre Produktion an Indien verloren haben.
In vielen Kulturen werden Smaragden, wie zahlreichen anderen Edelsteinen auch, geheimnisvolle Kräfte nachgesagt. So gelten sie in der Edelsein-Mythologie als Steine der Treue. Im Falle eines Treuebruchs sollen Smaragde ihre strahlend grüne Farbe verlieren und in ein unansehnliches Braun verwandeln.
Weitere Informationen über den Smaragd auch an anderer Stelle im Blog.