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Schliffarten von Edelsteinen

Schliffarten

Hierbei handelt es sich um ein Auszug der Schliffformen und Schliffarten der Edelsteine. Es gibt heute deutlich mehr Variationen als die hier aufgeführten. Vielmehr handelt es sich bei diesen Schliffformen um die Klassischen.

Brillant-Vollschliff

Dieser Schliff findet Anwendung bei Edelsteinen mit höherer Lichtbrechung. Ausschlaggebend für die Brillanz sind die Verhältnisse der Steinhöhe zum Tafeldurchmesser, die Verhältnisse des Tafeldurchmessers zum Rondistendurchmesser, die Proportionen der Oberteilhöhe und der Unterteilhöhe zur Gesamthöhe sowie die Neigungswinkel der Facettenarten zur Rondistebene. Je nach Höhe des Brechungsindex sind die Maßverhältnisse für die einzelnen Edelstein verschieden.
Der Oberteil trägt 32 Facetten und die Tafel, der Unterteil 24 Facetten.

Mit dem Namen Brillant bezeichnet man immer nur den Diamant-Brillant. Andere brillantgeschliffene Edelsteine führen stets den Mineralnamen mit ( Saphir im Brillantschliff oder Topas-Brillant).

Schliffarten-von-Edelsteinen
Schliffarten-von-Edelsteinen

Altschliff

Dies ist der klassische Diamantschliff des 18. Jahrhunderts. Der Oberteil ist hier mit fast einem Drittel der Gesamthöhe deutlich höher als beim modernen Brillant-Vollschliff. Daher fehlt im auch die Brillanz.

Achtkant

Dieser Schliff trägt sowohl im Oberteil als auch im Unterteil nur je acht Facetten. Er wurde für die kleinsten Diamanten verwendet, bei denen ein Vollschliff nicht möglich war.

Rose oder Rosette

Wird heute nur noch sehr selten geschliffen. Bei diesem Schliff gibt es keinen Unterteil. Der Oberteil kann eine verschieden große Anzahl an Facetten besitzen.

Treppenschliff

Die einfachste Art des facettierten Schliffs. Er wird hauptsächliche für farbige Edelsteine angewendet. Mehrere Facetten liegen horizontal und kantenparallel. Die Steilheit der Facetten nimmt zur Rondiste hin zu. Im Unterteil ist die Anzahl der Facetten meist höher.

Scherenschliff

Hierbei handelt es sich auch um eine Art des Treppenschliffs. Die Facetten (vorwiegend des Oberteils) werden durch eine „Schere“ in vier Teil-Facetten aufgegliedert.

Ceylonschliff

Dieser Schliff trägt eine Vielzahl von Facetten, die nicht immer symmetrisch angeordnet sind. Dies dient dazu, ein möglichst hohes Rohgewicht des Stein zu erhalten. Er wird häufig in Südasien angewendet. In Europa werden diese Steine zum Teil nachgeschliffen.

Smaragdschliff

ein Treppenschliff in achteckiger Form

Tafelschliff oder Flachschliff

zugunsten einer großen Tafel hat der Oberteil nur eine geringe Höhe. Dieser Schliff wird bei Siegel- oder Herrenringen angewendet. Er isr für anschließende Gravierungen geeignet. Die Grundform ist meistens ein stumpfes Rechteck.
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Cabochonschliff

Dieser Schliff wird bei durchscheinenden, undurchsichtigen sowie durch Einschlüsse beeinträchtigte durchsichtige Steine angewendet. Der Oberteil ist rundlich kugelig geschliffen; der Unterteil eben oder flach gewölbt. Bei dunklen Steine wie z.B. Granat wird der Unterteil nach innen eingewölbt um die Tönung aufzuhellen.
Neben vielen anderen sogenannten Phantasie-schliffen gibt es auch den gemischten Schliff, der aus zwei zusammengesetzten Schliffarten besteht. Entweder ist der Oberteil insgesamt mugelig (Cabochon) und der Unterteil facettiert oder umgekehrt. Auch Kombinationen aus Treppenschliff und Brillantschliff sind möglich.

Der Diamantschliff – the diamond cut

Der Diamantschliff

Der Diamantschliff hat sich über viele hundert Jahre entwickelt.

Da sich zwei Diamanten niemals völlig gleichen, begutschtet man jeder Stein vor dem Schleifen sorgfältig und sehr genau. In den meisten Fällen entscheidet man sich für den Brillantschliff. Man versucht dabei den Schleifverlust möglichst gering zu halten, aus nachvollziehbaren Gründen. Die einzelnen schritte bei der Verarbeitung eines Diamanten für den Brillantschliff sind das Spalten oder Sägen, das Reiben, das Schleifen und schließlich noch das Polieren der Steins.

Diamantschliff bis zum Brillant
Diamantschliff bis zum Brillant
Vor dem Spalten oder Sägen markiert der Fachmann den Diamant mit Tusche, um genau anzuzeigen,wo der Stein zu zerlegen ist. Beim Spalten bricht der Diamant in der Regel nach seinen natürlichen Spaltflächen, den Oktaederflächen. Oft können allerdings innere Spannungen oder verdeckte Risse nicht erkannt werden, so dass da spalten mit einem größeren Risiko verbunden ist als das Sägen, weshalb die letztere Methode häufig bevorzugt wird. Man sägt dabei den Diamanten mit einer hauchdünnen Bronzescheibe.

 

Als Schmiermittel wird dabei Öl und Diamantstaub als Schleifmittel benutzt. Das Sägen allein nimmt schon viel Zeit in Anspruch. Es kann bis zu acht Stunden dauern, einen einkarätigen Diamanten zu zersägen. Aus einem Oktaeder entstehen dabei zwei Pyramiden. Nach dem Sägen rundet man die Pyramiden mit Hilfe eines anderen Diamanten. Der Fachmann spricht bei diesem Vorgang vom sogenannten „Reiben“ oder „Grauen“.

 

Schließlich erhält der Diamant durch das Schleifen sein Gesicht. Dazu wird er in einem Spezialhalter, der sogenannten Doppe, befestigt und auf einer schnell drehenden Metallscheibe bearbeitet. Als Schleifmittel wird wieder ein Gemisch aus Öl und Diamantstaub verwendet. Nach dem Schleifen wird der Diamant mit einer Paste poliert. Die Politur muss von hoher Qualität sein, da sie den Glanz des Steins bestimmt.

Erfahrung ist wichtig

Die Technik des Schleifens erfordert viel Geschick und lange Erfahrung, da das Führen des Werkstück ohne jeden Winkelanschlag oder sonstige technische Hilfsmittel durchgeführt wird. Außerdem ist eine genaue Kenntnis über den Werkstoff selbst nötig. Die Bearbeitund eines Diamanten in einer adäquaten Zeit ist überhaupt nur deshalb möglich, weil er eine ausgeprägte Härte-Anisotropie besitzt.
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Das heißt, ein Schleifen eines Diamanten in den sogenannten „weichen“ Richtungen, Richtungen, bei denen die Abständen zwischen den benachbarten Atomen relativ groß sind, ist wesentlich effizienter als das schleifen der Harten Richtungen, hier sind die Atomabstände verhältnismäßig gering. Deshalb untersucht der Schleifer einen Diamant vor dem Schliff eingehend, damit er später beim Schleifen die Härteunterschiede optimal ausgenutzt kann.

 

Ergänzend zu der Abbildung:  Interessanterweise entspricht die Entwicklung des Brillantschliffs in etwa den einzelnen Arbeitsschritten, die ein Oktaeder auch heute noch während des Brillantschliff durchläuft