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Silberring mit Gold und Granat

Silberring mit Gold und Granat

Dieser Silberring mit Gold und Granat ist im Auftrag entstanden.

Eine Kundin mit einem alten Kettenanhänger in Form eines Kreuzes hatte mich gefragt, ob es möglich wäre diese Granat-Steine in einem Ring zu verarbeiten. Sie wollte auch, dass ich das Material mit verwende.. Da es sich aber um Doublé handelte, sagte ich ihr, dass das leider nicht möglich ist. Da es sich bei Doublé um ein unedles Metall handelt, das mit einer Goldlegierung überzogen ist, kann man es grundsätzlich nicht einschmelzen, um etwas Neues daraus anzufertigen. Ich hatte über Doublé schon vor längerer Zeit etwas geschrieben. Wer über Doublé mehr wissen möchte sollte hier nachlesen.

Die Kundin hatte, abgesehen von der Tatsache, dass sie die Granat-Steine als Ring

Silberring mit Gold und Granat
Silberring mit Gold und Granat

verarbeitet haben möchte, keine konkrete Vorstellung, wie der neue Ring aussehen sollte. Ich habe also zunächst ein paar Frage gestellt, um das Aussehen etwas einschränken zu können. Durch das Gespräch wurde zunächst klar, dass der Ring in erster Linie aus Silber sein soll, in Verbindung mit Elementen aus Gelb-Gold. Sie wünschte sich also einen Silberring mit Gold und Granat.

Daraufhin habe ich meine diversen Skizzenblöcke hervor geholt und darin geblättert. Da ich alle Skizzen und Entwürfe, die ich im Laufe der Jahre zu Papier gebracht habe, hat sich hier schon ein recht umfangreiches Hilfsmittel für mich entwickelt. Es erleichtert zumindest immer die Wunschvorstellung eines Kunden einzuschränken, um danach einen entsprechenden Entwurf anzufertigen.

Bei dieser Kundin war es aber so, dass sie in meinen Vitrinen fündig geworden ist. Sie hatte einen Ring in meiner Auslage gesehen, der ihrer Vorstellung schon sehr nah kam. Es war ein Ring aus Silber, der nur durch seine schlichte, aber ungewöhnliche Form ihr Interesse geweckt hatte. Er hatte keinerlei Edelsteine und auch keine Applikationen aus Gold.

Silberring aus der Vitrine als Vorlage

 Da die Kundin sich aber einen Ring vorgestellt hatte, der, wie gesagt, auch Elemente aus Gold enthalten sollte, habe ich ihr Vorschläge unterbreitet, wie dieser Ring umgestaltet werden könnte. Ich habe ihr anhand diese Ringes Möglichkeiten der Umänderung aufgezeigt, wie man sowohl ihre vorhandenen Granat-Steine, als auch Elemente aus Gold integrieren könnte. Diese Gespräch hat sich schließlich dahingehend entwickelt, dass der hier zu sehende Silberring mit Gold und Granat entstanden ist.

Leider waren die Steine aus dem recht alten Anhänger nicht wirklich rund geschliffen, was aber bei alten Granat-Steinen üblich ist. Nur einer war so geschliffen, dass er problemlos zu fassen war. Diesen Stein habe ich in der Oberfläche eingelassen. Alle übrigen Steine waren so geschliffen, dass ich sie nur mit sogenannten Körnern fassen konnte, wie sie an der Seite zu sehen sind.

Der Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft

Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft

In wenigen Tagen, vielleicht zählt manch einer gar die Stunden, ist es soweit und die Welt wird wieder vom medialen Großereignis Fußball in den Bann gezogen. Ich werde mich hier aber nicht damit beschäftigen, was von diesem immer teurer werdenden Spektakel in Brasilien, zu halten ist. Es geht hier um den Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft, bei dem es sich um eine Goldschmiede-Arbeit mit Weltruhm handelt.

Seit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 1930, gibt es zwei Trophäen für den Weltmeister: den Jules-Rimet-Pokal von 1930 bis 1970 und den aktuellen Pokal von 1974, der bis heute vergeben wird.

Diesen aktuellen Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft gibt es seit dem Turnier 1974, das in Deutschland stattfand.

1930 wurde von Jules Rimet, dem damaligen FIFA-Präsidenten, festgelegt, dass nach dreimaligem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft der Pokal in den Besitz des jeweiligen Landes gehen soll. Die Brasilianer hatten 1970 das Turnier zum dritten Mal

Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft auf einer Briefmarke
Der Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft auf einer Briefmarke

gewonnen. Daher ging der ursprüngliche Pokal (Jules-Rimet-Pokal), der vom Franzosen Abel Lafleur entworfen wurde, 1970 dauerhaft in den Besitz des brasilianischen Fußballverbands.

Somit benötigte man einen neuen Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft. Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts gab die FIFA einen neuen Pokal in Auftrag. 53 verschiedene Entwürfe wurden bei der Entscheidungskommission eingereicht. Die Entscheidung fiel zu Gunsten eines Entwurfs des 1921 geborenen italienischen Künstlers Silvio Gazzaniga.

Silvio Gazzaniga

Zu diesem Zeitpunkt war Silvio Gazzaniga für den künstlerischen Bereich bei dem Gold- und Silberschmiede-Unternehmen Bertoni verantwortlich. Er hatte ein Modell angefertigt, um einen Eindruck davon zu vermitteln, welche Form der Pokal hat und wie er sich anfühlen würde. Der Kommission hatte er ein Bild davon zukommen lassen.

Eine Zeichnung hätte nicht die gleichen Eindrücke, wie das Material vermitteln können. Das raue Äußere des Pokals sollte für Kraft und Energie stehen und die klaren Linien die Dynamik repräsentieren. „Dieser Pokal hat seine eigene Persönlichkeit. Man könnte ihn sogar als Skulptur bezeichnen “ sagte Silvio Gazzaniga in einem Interview auf der FIFA-Homepage.

Menschliche Figuren, die einem Sockel entspringen, streben nach oben und halten einen Globus, den man auch als Ball interpretieren könnte. Somit ist die Welt eines der Elemente diese Pokals. S. Gazzaniga wollte auch die Dynamik und den Jubel in diesem Pokal symbolisieren, was ihm durch die emporsteigenden Figuren gelungen ist. Sie ähneln in ihrer spiralförmigen Anordnung einem gemeinsamen Jubel beim Gewinn einer Fußball-Weltmeisterschaft.

Silvio Gazzaniga selbst beschrieb den Pokal im oben erwähnten Interview folgendermaßen: „Aus der Basis entspringen Linien, die sich in Spiralen nach oben winden und die ganze Welt aufnehmen. Aus der dynamischen Spannung der kompakten Skulptur sind die Darstellungen zweier Spieler im bewegenden Moment des Sieges herausgearbeitet“.

Malachit im Sockel

Im Sockel der Trophäe befindet sich der Schriftzug „FIFA World Cup“ in erhabenen Buchstaben. Er befindet sich zwischen umliegenden Bändern aus dem grünen Edelstein Malachit.

Der Name des Landes, dessen Nationalmannschaft eine Weltmeisterschaft gewonnen hat wird auf der Unterseite der Trophäe zusammen mit der entsprechenden Jahreszahl eingraviert, und ist daher nicht sichtbar, wenn die Trophäe aufrecht steht.

Am Ende hat sich dieser Entwurf durchgesetzt und das Original wurde 1973 hergestellt. Für alle Fußball-Weltmeister seit 1974 stellte man echte Abgüsse von diesem WM-Pokal her. Diese vergoldete sogenannte «Winner’s trophy» dürfen die Sieger behalten.

Fakten zum Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft

Das Original vom Weltmeister Pokal ist 36,8 Zentimeter hoch und besteht aus 5 kg 750/-er Gold (18 Karat) mit einer Basis von 13 cm Durchmesser, in die zwei Ringe aus dem Edelstein Malachit eingebettet sind. Das Gesamtgewicht beträgt 6,175 kg.

Dieses Original bleibt stets im Besitz der FIFA in Zürich. Der Gewinner bekommt jeweils eine Nachbildung der Siegertrophäe, die von der FIFA als WM-Siegerpokal bezeichnet wird. Jede Kopie bekommt ein kleines Schild mit dem Namen des Titelträgers. Die Regelung, die bis 1970 galt, dass ein Land, das den Weltmeistertitel dreimal gewonnen hat, den Pokal behalten darf, gibt es nicht mehr.

Gefertigt hat man diesen Pokal in Italien, in der Gold- und Silberschmiede Manufaktur Bertoni in Mailand.

Wer am 13. 7. nach dem Finale im Estádio do Maracanã den Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft in die Höhe strecken wird, werden wir sehen.

Trauringe mit Hammerschlag aus Gold

Trauringe mit Hammerschlag

 Es ist ein wenig Zeit vergangen, seitdem ich das letzte Mal etwas für diesen Blog geschrieben habe. Irgendwie hat es sich nicht ergeben, oder ich war einfach nicht in der Stimmung etwas zu schreiben. Wer regelmäßig bei mir liest wird vielleicht ja schon auf etwas Neues gewartet haben. Ein Pause von über 3 Wochen hatte ich zuvor noch nicht eingelegt. Aber solange ich noch Themen finde und Schmuck für meine Kunden oder für meine Vitrinen anfertige, werde ich selbstverständlich weiter berichten. So wie über diese Trauringe mit Hammerschlag aus Gelb-Gold.

Hammerschlag ist eine Form der Oberflächen-Bearbeitung (vielen ist sicherlich nur Hammerschlag als Lackierung ein Begriff). Wie der Name erkennen

Trauringe mit Hammerschlag
Trauringe mit Hammerschlag

lässt, strukturiert man die Oberfläche tatsächlich mit einem Hammer. Jeder einzelne Schlag mit der gewölbten und polierten Fläche eines Kugelhammers hinterlässt eine Vertiefung in Form einer Beule. Diese Beulen werden durch gezielte Schläge nebeneinander gesetzt und ergeben so die typische Oberfläche mit ihrem ganz eigenen Muster. Wichtig ist dabei, dass der Hammerkopf wirklich gut poliert ist und keinerlei Unebenheiten oder Vertiefungen aufweist. Jeder Kratzer und jeder Rille erscheinen sonst auch auf der Oberfläche in Form von unschönen Unregelmäßigkeiten und stören den Gesamteindruck.

Hammerschlag wirkt besser bei einem breiten Ring oder einer großen Fläche

Diese Trauringe mit Hammerschlag sind genau auf diese Art und Weise entstanden. Je nach Größe des Hammers variieren natürlich auch die einzelnen „Beulen“. Für den breiteren Herrenring habe ich einen anderen Hammer verwendet, wie bei dem schmaleren Damen-Ring, der zudem noch ein Element erhalten hat, das mit Brillanten besetzt wurde und somit eine glatte Oberfläche bekommen hat. Die Brillanten würden in der mit Hammerschlag versehenen Oberfläche nicht wirklich gut zur Geltung kommen, da sie nur einen Durchmesser von 1,5 mm haben.

Sehr gut wirkt eine Oberfläche mit Hammerschlag immer, wenn die Fläche recht groß ist, wie bei dem breiten Ring (Herrenring) dieses Trauring-Paares. Dieser Ring hat eine Breite von 8 mm und lässt die Struktur der Schläge mit dem Hammer gut erkennen. Ein an sich schlichter Trauring erfährt so durch den Hammerschlag eine Lebendigkeit durch die unterschiedlichen Lichtreflektionen, dass zu echten Blickfang wird. Auch als schlichter Schmuck-Ring würde er eine gute Figur abgeben.

Auch Ringe aus Silber lassen sich natürlich mit Hammerschlag versehen, als Schmuckring oder auch als Trauringe mit Hammerschlag.