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Fisch als Kettenanhänger

Ein stilisierter Fisch als Kettenanhänger

Dieser Fisch als Kettenanhänger ist im Auftrag eines Kunden entstanden.

Ein Kunde kam vor nicht all zu langer Zeit in meine Goldschmiede und hatte sich in der Auslage meiner Vitrinen umgesehen. Wie immer habe ich ihn gefragt, ob ich in irgendeiner Form helfen könne, und ob er etwas bestimmtes suchen würde. Er sagte mir darauf hin, dass seine Frau bald Geburtstag hätte und er auf der Suche nach

Fisch als Kettenanhänger aus Gold
Fisch als Kettenanhänger aus Gold

einer Kette wäre. Genauer gesagt, eine Kette mit einem Anhänger.

Ich hatte ihn darauf hin gefragt, bis wann er ein Geschenk benötigen würde, damit ich

abschätzen konnte, ob ich ihm noch das Angebot einer Anfertigung unterbreiten kann. Hätte er mir zur Antwort gegeben, dass er morgen oder in zwei Tagen ein Geschenk bräuchte, hätte ich aus zeitlichen Gründen keinen Vorschlag für eine individuelles Schmuckstück gemacht. Es stellte sich aber heraus, dass noch ausreichend Zeit vorhanden war, um einen Kettenanhänger anfertigen zu können.

Daraufhin habe ich zunächst gefragt, ob eventuell alter Goldschmuck vorhanden ist, den ich gegebenenfalls einschmelzen könnte. Dieses Angebot mache ich fast immer, da viele nicht wissen, dass aus altem, nicht mehr getragenem Schmuck neuer Schmuck entstehen kann. Ganz nebenbei ist dieses Verarbeiten von Rohstoffen natürlich auch ein Beitrag im Sinne der Nachhaltigkeit. An eine Anfertigung hatte der Kunde bis dahin noch nicht gedacht und fand die Idee gut. Auch die Ersparnis durch das Anliefern von eigenem Gold gefiel ihm.

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Der Kunde kam schon am nächsten Tag wieder

Schon am Tag darauf kam dieser Kunde also wieder in meine Goldschmiede nach Osnabrück und hatte zwei alte Ketten aus Gold dabei. Diese Ketten sollten als Altgold dienen und erschienen mir für eine Anfertigung als ausreichend.

Auch hatte er sich in der Zwischenzeit Gedanken über den zukünftigen Kettenanhänger gemacht. Er wünschte sich für seine Frau einen Kettenanhänger, der in irgendeiner Form ein christliches Symbol darstellen oder enthalten sollte. Ein typisches Kreuz sollte es aber nicht sein.

Mir kam der Gedanke, dass der Fisch ja ein ganz frühes christliches Symbol (ichthys) ist und ich vor längerer Zeit eine Brosche aus Silber gefertigt hatte, die einen Fisch darstellt. Ein Foto dieser Brosche zeigte ich dem Kunden. Diese Idee traf seinen Geschmack. Ich habe ihm noch ein paar Vorschläge gemacht, wie sich der Fisch

Fisch als Kettenanhänger,Gold mit Saphir und Holz
Fisch als Kettenanhänger,Gold mit Saphir und Holz

als Kettenanhänger noch ein wenig individualisieren lässt und habe dafür mit einem Kugelschreiber ein grobe Skizze auf Papier gebracht. Auch die Zahl Fünf sollte irgendwie mit in dem Anhänger integriert werden, allerdings so, dass sie nicht sofort zu erkennen ist. Diese Zahl habe ich in der Skizze mit zwei Dreiecken dargestellt, was dem Kunden auch zusagte.

Der Fisch als Kettenanhänger bekam einen Kopf aus Ebenholz. Von diesem Holz habe ich noch Stücke in einer Schublade vorrätig. Das Auge wird durch einen grünlichen Saphir dargestellt. Ich habe diesen Edelstein empfohlen, weil er recht viel Feuer hat und sich somit gut vom Holz abhebt.

Die Kette ist aus Kautschuk und mit einem Bajonett-Verschluss aus 585/- Gelbgold versehen.

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Silberring mit Gold und Granat

Silberring mit Gold und Granat

Dieser Silberring mit Gold und Granat ist im Auftrag entstanden.

Eine Kundin mit einem alten Kettenanhänger in Form eines Kreuzes hatte mich gefragt, ob es möglich wäre diese Granat-Steine in einem Ring zu verarbeiten. Sie wollte auch, dass ich das Material mit verwende.. Da es sich aber um Doublé handelte, sagte ich ihr, dass das leider nicht möglich ist. Da es sich bei Doublé um ein unedles Metall handelt, das mit einer Goldlegierung überzogen ist, kann man es grundsätzlich nicht einschmelzen, um etwas Neues daraus anzufertigen. Ich hatte über Doublé schon vor längerer Zeit etwas geschrieben. Wer über Doublé mehr wissen möchte sollte hier nachlesen.

Die Kundin hatte, abgesehen von der Tatsache, dass sie die Granat-Steine als Ring

Silberring mit Gold und Granat
Silberring mit Gold und Granat

verarbeitet haben möchte, keine konkrete Vorstellung, wie der neue Ring aussehen sollte. Ich habe also zunächst ein paar Frage gestellt, um das Aussehen etwas einschränken zu können. Durch das Gespräch wurde zunächst klar, dass der Ring in erster Linie aus Silber sein soll, in Verbindung mit Elementen aus Gelb-Gold. Sie wünschte sich also einen Silberring mit Gold und Granat.

Daraufhin habe ich meine diversen Skizzenblöcke hervor geholt und darin geblättert. Da ich alle Skizzen und Entwürfe, die ich im Laufe der Jahre zu Papier gebracht habe, hat sich hier schon ein recht umfangreiches Hilfsmittel für mich entwickelt. Es erleichtert zumindest immer die Wunschvorstellung eines Kunden einzuschränken, um danach einen entsprechenden Entwurf anzufertigen.

Bei dieser Kundin war es aber so, dass sie in meinen Vitrinen fündig geworden ist. Sie hatte einen Ring in meiner Auslage gesehen, der ihrer Vorstellung schon sehr nah kam. Es war ein Ring aus Silber, der nur durch seine schlichte, aber ungewöhnliche Form ihr Interesse geweckt hatte. Er hatte keinerlei Edelsteine und auch keine Applikationen aus Gold.

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Ring aus der Vitrine als Vorlage für diesen Silberring mit Gold und Granat

 Da die Kundin sich aber einen Ring vorgestellt hatte, der, wie gesagt, auch Elemente aus Gold enthalten sollte, habe ich ihr Vorschläge unterbreitet, wie dieser Ring umgestaltet werden könnte. Ich habe ihr anhand diese Ringes Möglichkeiten der Umänderung aufgezeigt, wie man sowohl ihre vorhandenen Granat-Steine, als auch Elemente aus Gold integrieren könnte. Diese Gespräch hat sich schließlich dahingehend entwickelt, dass der hier zu sehende Silberring mit Gold und Granat entstanden ist.

Leider waren die Steine aus dem recht alten Anhänger nicht wirklich rund geschliffen, was aber bei alten Granat-Steinen üblich ist. Nur einer war so geschliffen, dass er problemlos zu fassen war. Diesen Stein habe ich in der Oberfläche eingelassen. Alle übrigen Steine waren so geschliffen, dass ich sie nur mit sogenannten Körnern fassen konnte, wie sie an der Seite zu sehen sind.

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Der Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft

Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft

In wenigen Tagen, vielleicht zählt manch einer gar die Stunden, ist es soweit und die Welt wird wieder vom medialen Großereignis Fußball in den Bann gezogen. Ich werde mich hier aber nicht damit beschäftigen, was von diesem immer teurer werdenden Spektakel in Brasilien, zu halten ist. Es geht hier um den Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft, bei dem es sich um eine Goldschmiede-Arbeit mit Weltruhm handelt.

Seit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 1930, gibt es zwei Trophäen für den Weltmeister: den Jules-Rimet-Pokal von 1930 bis 1970 und den aktuellen Pokal von 1974, der bis heute vergeben wird.

Diesen aktuellen Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft gibt es seit dem Turnier 1974, das in Deutschland stattfand.

1930 wurde von Jules Rimet, dem damaligen FIFA-Präsidenten, festgelegt, dass nach dreimaligem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft der Pokal in den Besitz des jeweiligen Landes gehen soll. Die Brasilianer hatten 1970 das Turnier zum dritten Mal

Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft auf einer Briefmarke
Der Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft auf einer Briefmarke

gewonnen. Daher ging der ursprüngliche Pokal (Jules-Rimet-Pokal), der vom Franzosen Abel Lafleur entworfen wurde, 1970 dauerhaft in den Besitz des brasilianischen Fußballverbands.

Somit benötigte man einen neuen Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft. Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts gab die FIFA einen neuen Pokal in Auftrag. 53 verschiedene Entwürfe wurden bei der Entscheidungskommission eingereicht. Die Entscheidung fiel zu Gunsten eines Entwurfs des 1921 geborenen italienischen Künstlers Silvio Gazzaniga.

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Silvio Gazzaniga

Zu diesem Zeitpunkt war Silvio Gazzaniga für den künstlerischen Bereich bei dem Gold- und Silberschmiede-Unternehmen Bertoni verantwortlich. Er hatte ein Modell angefertigt, um einen Eindruck davon zu vermitteln, welche Form der Pokal hat und wie er sich anfühlen würde. Der Kommission hatte er ein Bild davon zukommen lassen.

Eine Zeichnung hätte nicht die gleichen Eindrücke, wie das Material vermitteln können. Das raue Äußere des Pokals sollte für Kraft und Energie stehen und die klaren Linien die Dynamik repräsentieren. „Dieser Pokal hat seine eigene Persönlichkeit. Man könnte ihn sogar als Skulptur bezeichnen “ sagte Silvio Gazzaniga in einem Interview auf der FIFA-Homepage.

Menschliche Figuren, die einem Sockel entspringen, streben nach oben und halten einen Globus, den man auch als Ball interpretieren könnte. Somit ist die Welt eines der Elemente diese Pokals. S. Gazzaniga wollte auch die Dynamik und den Jubel in diesem Pokal symbolisieren, was ihm durch die emporsteigenden Figuren gelungen ist. Sie ähneln in ihrer spiralförmigen Anordnung einem gemeinsamen Jubel beim Gewinn einer Fußball-Weltmeisterschaft.

Silvio Gazzaniga selbst beschrieb den Pokal im oben erwähnten Interview folgendermaßen: „Aus der Basis entspringen Linien, die sich in Spiralen nach oben winden und die ganze Welt aufnehmen. Aus der dynamischen Spannung der kompakten Skulptur sind die Darstellungen zweier Spieler im bewegenden Moment des Sieges herausgearbeitet“.

Malachit im Sockel

Im Sockel der Trophäe befindet sich der Schriftzug „FIFA World Cup“ in erhabenen Buchstaben. Er befindet sich zwischen umliegenden Bändern aus dem grünen Edelstein Malachit.

Der Name des Landes, dessen Nationalmannschaft eine Weltmeisterschaft gewonnen hat wird auf der Unterseite der Trophäe zusammen mit der entsprechenden Jahreszahl eingraviert, und ist daher nicht sichtbar, wenn die Trophäe aufrecht steht.

Am Ende hat sich dieser Entwurf durchgesetzt und das Original wurde 1973 hergestellt. Für alle Fußball-Weltmeister seit 1974 stellte man echte Abgüsse von diesem WM-Pokal her. Diese vergoldete sogenannte «Winner’s trophy» dürfen die Sieger behalten.

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Fakten zum Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft

Das Original vom Weltmeister Pokal ist 36,8 Zentimeter hoch und besteht aus 5 kg 750/-er Gold (18 Karat) mit einer Basis von 13 cm Durchmesser, in die zwei Ringe aus dem Edelstein Malachit eingebettet sind. Das Gesamtgewicht beträgt 6,175 kg.

Dieses Original bleibt stets im Besitz der FIFA in Zürich. Der Gewinner bekommt jeweils eine Nachbildung der Siegertrophäe, die von der FIFA als WM-Siegerpokal bezeichnet wird. Jede Kopie bekommt ein kleines Schild mit dem Namen des Titelträgers. Die Regelung, die bis 1970 galt, dass ein Land, das den Weltmeistertitel dreimal gewonnen hat, den Pokal behalten darf, gibt es nicht mehr.

Gefertigt hat man diesen Pokal in Italien, in der Gold- und Silberschmiede Manufaktur Bertoni in Mailand.

Wer am 13. 7. nach dem Finale im Estádio do Maracanã den Pokal der Fußball-Weltmeisterschaft in die Höhe strecken wird, werden wir sehen.

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