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Nachbau eines Ohrsteckers

Nachbau eines Ohrsteckers

Leider kann das jedem passieren und es kann jeden treffen, dass der Nachbau eines Ohrsteckers nötig ist.

Es kommt immer mal vor, dass einer der beiden Ohrstecker oder Ohrhänger verloren geht oder so verlegt wird, dass er nicht wieder gefunden wird. Neben dem ideellen Verlust, wenn man die Stecker heiß und innig geliebt hat, weil sie zum Beispiel ein Geschenk waren, kommt ja auch noch der finanzielle Verlust hinzu. Die meisten tragen ja lieber ein Pärchen und nicht unbedingt einen einzelnen Ohrstecker.

Es stellt sich dann die Frage, was man mit dem einzelnen Stecker passieren soll. In der

Nachbau eines Ohrsteckers ,Ohrstecker Silber-Gold
Nachbau eines Ohrsteckers, hier:
Ohrstecker Silber-Gold mit Brillant

Regel ist es fast nicht möglich genau das passende Gegenstück noch einmal zu bekommen, weil man nicht mehr weiß, wo das Pärchen damals erstanden wurde oder es sich um ein Erinnerungsstück aus einem Urlaub handelt oder aus diversen anderen Gründen. Und wenn man doch das Glück hat, den Ohrschmuck durch einen Zufall doch noch einmal zu entdecken, dann ist es meist so, dass man gleich wieder ein Paar kaufen muss.

Beim Nachbau kann ein Goldschmied helfen

In derartigen Fällen ist es meiner Ansicht nach am sinnvollsten in einer Goldschmiede nachzufragen, ob die Möglichkeit besteht den Nachbau eines Ohrstecker anzufertigen und sein passendes Gegenstück zu bekommen. So war es auch bei der Kundin, für die ich dieses Paar vervollständigt habe. Die Kundin hatte die Ohrstecker vor vielen Jahren gekauft, aber leider auch einen der beiden Stecker verloren. Lange Zeit hatte sie vergeblich in vielen Geschäften nach einem passenden Gegenstück Ausschau gehalten, in der Hoffnung wenigstens einen ähnlichen Stecker zu bekommen. So war sie dann auch in meiner Goldschmiede in Osnabrück. Ich fragte die Kunden was Sie wünsche, während sie sich in meinen Vitrinen umschaute. Sie teilte mir ihr Anliegen mit und, dass sie schon lange auf der Suche wäre, nach einem passenden Gegenstück. Ich sagte ihr, dass ich nichts entsprechendes hätte, dass ich aber einen passenden Stecker anfertigen könne und was eine Anfertigung in etwa kosten würde.

Die Kundin war erfreut über meinen Vorschlag und nach einer kurzen Bedenkzeit durfte ich mit der Anfertigung eines passenden Ohrsteckers beginnen. Diese Ohrstecker sind aus Silber mit  Gelbgold und Brillant.

Es ist fast immer machbar

Grundsätzlich sollte es, mit wenigen Ausnahmen, in einer Goldschmiede immer möglich sein, den Nachbau eines Ohrsteckers oder Ohrhängers anzufertigen. Ausnahmen können Edelsteine sein, die, wenn überhaupt, nur mit hohem Aufwand nachträglich zu beschaffen sind oder aber technische Voraussetzungen, die nicht bei jedem Goldschmied vorhanden sind. Es bleibt aber immer noch die Möglichkeit, den Ohrschmuck zu einem Kettenanhänger umarbeiten zu lassen.

 
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Sollten Sie auch schon lange auf der Suche sein nach einem passenden Gegenstück zu Ihrem geliebten Ohrschmuck, dann schicken Sie mir doch einfach eine E-Mail mit einem Foto des vorhandenen Stücks oder besuchen Sie mich in meiner Goldschmiede in Osnabrück und ich werde sehen, ob ich ihnen mit dem Nachbau eines Ohrsteckers helfen kann.

Einschmelzen eines Ringes – melting an old ring

Es kommt regelmäßig vor, dass aus altem Schmuck etwas neues entstehen soll. Der erste Vorgang ist dabei, dass eventuell eingearbeitete Edelsteine ausgefasst werden müssen. Anschließend wird der Schmuck, wie in diesem kurzen Video, eingeschmolzen.

Feuervergoldung – Fire Gilding

Die Feuervergoldung

Das älteste Verfahren, metallische Überzüge zu erzielen, ist die Feuervergoldung bzw. Feuerversilberung.

Diese Technik wird zwar kaum noch angewendet, da die Sicherheitsvorschriften nur

Französische Pendeluhr mit Feuervergoldung
Französische Pendeluhr mit Feuervergoldung

selten eingehalten werden können und die galvanischen Verfahren sich durch ihre größere Einsetzbarkeit bewährt haben, doch gehört sie als eine der ältesten Techniken der Goldschmiede wissensmäßig zum Berufsbild des Goldschmieds. Es ist zu befürchten, dass die Kenntnis über diese jahrhundertelang angewandte Technik sonst verloren geht, ähnlich, wie es auch schon mit dem Verfahren der Granulation geschehen war. Außerdem ist dieses Verfahren beim verantwortungsbewussten Restaurieren alter Schmuckstücke zum Teil unumgänglich.

Gleich zu Anfang soll jedoch auf die hohe Giftigkeit der Quecksilberdämpfe hingewiesen werden, die während des Verfahrens entstehen:

VORSICHT:

nur unter einem starken, entgiftenden Abzug arbeiten!! Zusätzlich eine Atemschutzmaske mit einem Filtereinsatz gegen Quecksilberdämpfe tragen. Die entstehenden körperlichen Schäden sind äußerst groß und können zu lebenslangen körperlichen Leiden führen.

Außer dem bereits genannten Quecksilber wird für die Feuervergoldung natürlich Feingold (Feinsilber) benötigt. Des weiteren brauch man Salpetersäure und ein Hasenpfote (klingt skurril, lässt aber nur durch eine Bürste mit ähnlich dichten, weichen und kurzen Haaren ersetzen).

Herstellung des Amalgams

Zur Vorarbeit walzt man das Gold oder Silber sehr dünn aus, um es anschließend in kleine etwa 1*1 mm große Teilchen zu schneiden.
Unter den oben genannten Vorsichtsmaßnahmen wird chemisch reines Quecksilber in einer feuerfesten Porzellanschale von unten solange erhitzt, bis sich an der Oberfläche Kügelchen und Blasen bilden. Jetzt kommen die zurecht geschnittenen Edelmetallteilchen hinzu. Mit einem Holzstab, wenn nötig, das nun entstandene Amalgam umrühren, bis eine gleichmäßige Legierung entstanden ist.
Das Amalgam wird dann in destilliertem Wasser abgeschreckt. Das Wasser wird so lange erneuert, bis es klar und sauber auf dem Amalgam stehen bleibt. In diesem mit Wasser abgedeckten Zustand kann das Amalgam über einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden.

Die Konsistenz des Amalgams ist ähnlich einer Paste und könnte schmierartig verrieben werden. Egal ob es sich um Gold- oder Silberamalgam handelt der Zustand ist der gleiche und beides besitzt eine silbrigglänzende, hellweiße Farbe.

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Vorbereitung der veredelungsfähigen Metalle für die Feuervergoldung

Am einfachsten ist das Verfahren der Feuervergoldung bei Silber-Kupfer-Legierungen anwendbar. Derartige veredelte Gegenstände wurden als „Vermeil“ bezeichnet. Auch Kupfer und Bronze können nach entsprechender Vorbereitung vergoldet werden. Messing, Eisen und Edelstahl verkupfert man zunächst.

Da sich die Vergoldung nur mit metallisch reinen Oberfläche verbindet wird der Gegenstand zunächst mit verdünnter Salpetersäure behandelt. Die Fläche wird somit gereinigt und fettfrei.

Um die Spannungsdifferenz zwischen dem Metall des Gegenstands und dem Metall des Überzugs zu verringern, wird der Gegenstand verquickt (Quickwasser ist eine Mischung aus Quecksilber und Salpetersäure im Verhältnis 10/11). Quickwasser bewirkt, dass das Grundmetall zunächst mit einer fest haftenden Quecksilberschicht bedeckt wird, auf der das Amalgam gut aufgetragen werden kann. Am zweckmäßigsten ist es den Gegenstand kurz in der Lösung zu tauchen. So ist sichergestellt, dass die gesamte Oberfläche bedeckt wird und das Amalgam später überall anhaften kann.

Auftragen des Amalgams

Mit einem Spachtel, der zuvor ebenfalls verquickt wurde, holt man das Amalgam aus dem Behälter, in dem es unter Wasser lag und verteilt es auf der Oberfläche. Da dieses Verteilen so nur grob erfolgen kann, kommt jetzt die Hasenpfote mit ihrem dichten,weichen und kurzen Haaren zum Einsatz. Beim Verteilen bleibt somit nichts zwischen den Haaren hängen und man erhält eine gleichmäßige Oberfläche des Amalgams. Alternativ kann man aber auch eine Bürste mit ähnlichem Haar verwenden. Auch diese taucht man zuvor in Quickwasser.

Abrauchen

Der gefährlichste Teil der Feuervergoldung.
Am besten geeignet ist hier ein Holzkohlenfeuer, weil der Gegenstand über den Kohlen langsam erwärmt und die Temperatur recht gleichmäßig gehalten werden kann.
 
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Das Amalgam verflüssigt sich und kann durchaus in Rillen oder Fugen fließen. Es muss also gegebenenfalls mit der Hasenpfote oder einem Pinsel gleichmäßig verteilt werden.
Ist die Siedetemperatur des Quecksilbers erreicht, entweicht es als Quecksilberdampf als weißer Rauch – „es raucht ab“ (das gefährlichste des ganzen Verfahrens). Der Überzug verliert seine Dünnflüssigkeit und seinen Glanz, er wird allmählich mattgelb. Das Edelmetall nähert sich bis auf Atomabstand dem Unterlagenmetall und geht dadurch ein feste Verbindung ein.

Sollte der Überzug stellenweise trüb und blass sein, so sind noch Reste des Quecksilbers in der Beschichtung enthalten. Dieses Quecksilber kann durch erneutes Erhitzen ausgetrieben werden.

Nachbehandlung der Feuervergoldung

Wenn der Gegenstand völlig vom Quecksilber befreit ist lässt man ihn erkalten. In Schwefelsäure werden eventuell entstandene Oxide entfernt. Danach wird der Gegenstand mit Wasser gespült und nochmals kurz erwärmt um einen satteren Farbton zu erhalten.
Feinmetallüberzüge, die durch Feuervergoldung oder -versilberung entstanden sind, sind immer matt. Wird aber eine polierte Oberfläche gewünscht, darf nicht mit einem Poliermotor gearbeitet werden, da sonst der Überzug wieder abgetragen wird. Derartige Metallüberzüge dürfen nur mit einem Polierstahl oder einem Polierstein (Hämatit) poliert werden.
Nochmals weise ich hier auf die Gefahr durch das Einatmen von Quecksilberdämpfen bei der Feuervergoldung hin. Die Folgen sind zunächst Zahnfleisch- und Rachenentzündungen, nervöse Störungen, Reizbarkeit, allgemeine Schmerzen, Muskelzittern und Gedächnisschwund.
Die Feuervergoldung gehört also in die Hände von Spezialisten.