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Silberring mit Karneol

Silberring mit Karneol – Kugel

In diesem Ring aus Sterlingsilber (925/000) befindet sich eine Karneol -Kugel mit einem Durchmesser von 8 mm. Ich habe den Ring in meiner Goldschmiede in Osnabrück von Hand gefertigt.

Seitenansicht Karneol-Ring
Seitenansicht Karneol-Ring

Ich habe absichtlich nicht geschrieben, dass sich die Kugel auf dem Ring befindet, da sie in die Ringschiene integriert ist. Die Ringschiene ist rundherum 3 mm breit und hat oben, wo die Kugel eingearbeitet ist eine Höhe von knapp 7 mm. Somit hat die Kugel aus Karneol genug Halt und kann nicht so schnell verloren gehen. Zusätzlich ist sie auf der unteren Seite gebohrt und steckt auf einem Stift, der mit Klebstoff versehen ist.

Dies ist die übliche Methode um z.B. auch Zuchtperle auf einer Schale zu befestigen. Allgemein gilt in diesem Zusammenhang, dass eine Schmuckstück mit geklebten Perlen oder Steinen nicht mit höheren Temperaturen in Kontakt kommen sollte. Die Temperatur  beim Händewaschen zum Beispiel kann schon ausreichen, dass der Klebstoff dauerhaft an Stabilität verliert. (In meiner Goldschmiede werden, abgesehen von den gestifteten Perlen, alle Edelsteine im Normalfall professionell gefasst und nicht geklebt).

Das eigentlich Ungewöhnliche an diesem Ring ist aber die Form seiner besonderen  Ringschiene. Die

Silberring mit Karneol - Kugel
Silberring mit Karneol – Kugel

Schiene ist in dem Bereich, der oberhalb des Rückens vom Finger zu sehen ist sehr hoch. Dieses habe ich einerseits gemacht, damit wie oben beschrieben die Kugel aus Karneol möglichst viel Halt bekommt, andererseits ist es aber auch ein gestalterisches Element.

 Ein Ring für den Ringfinger

Der Ring sollte auf jeden Fall am Ringfinger (Größe 56, könnte aber geändert werden) getragen werden, damit sich die Schiene noch ein wenig auf den Mittelfinger und den kleinen Finger legen kann. Die Kanten sind zum besseren und  angenehmeren Tragen abgerundet und auf Hochglanz poliert. Im Kontrast dazu habe ich die Seitenflächen eismatt gestaltet.
Wer mehr über den Karneol wissen möchte, der kann  oben unter dem Reiter Edelsteine A-Z nachschauen oder direkt hier nachlesen.

Chalcedon und Karneol – Edelsteine der Quarzgruppe

Chalcedon und Karneol

Unter Chalcedon versteht man sowohl die ganze Gruppe der mikrokristallinen Quarze als auch speziell die bläulich-weißgraue Varietät der Quarze.
Zu den mikrokristalinen Quarzen gehören z.B. Achat, Chrysopras, Heliotrop, Onyx oder Jaspis. Im Unterschied zu den glasglänzenden Kristall-Quarzen wie Bergkristall oder Amethyst sind die unter der Bezeichnung geführten Chalcedone matt bis wachsglänzend. Synthesen sind aus wirtschaftlicher Sicht nicht rentabel und somit auch nicht bekannt.

Hier geht es aber um den eigentlichen Chalcedon.

Der Name Chalcedon stammt wahrscheinlich von einer antiken Stadt am Bosporus. Er besteht aus mikroskopisch kleinen Fasern, die parallel zueinander verlaufen. Er ist immer porös und daher geeignet, dass man ihn färben kann, so wie ich es schon über das Färben von Achat beschrieben habe.

Chalcedon cabochon
Chalcedon cabochon

Beim natürlichen C. gibt es keine farbliche Bänderung. In Handel werden aber auch parallel gestreifte, künstlich blau gefärbte Achate als Chalcedon angeboten. Wie alle Edelsteinen der Quarzgruppe hat auch dieser Edelstein eine Mohs-Härte von 6 ½ – 7. Seine Lagerstätten befinden sich in Brasilien, Indien, Madagaskar, Namibia, Simbabwe, Sri Lanka, Uruguay und in Kalifornien. Er wird in erster Linie für Lagensteine bei Herrenringen, kunstgewerbliche Gegenstände und Halsketten verarbeitet. In der Antike hat man aus diesem Stein auch vielfach Gemmen gefertigt. Eine fleisch- braunrote Varietät des Chalcedons mit den gleichen Eigenschaften ist der  Karneol (Carneol).

Folglich hier noch etwas zum Karneol

Der Name Karneol stammt wahrscheinlich von der roten Farbe der im Süden Europas vorkommenden Kornelkirsche. Enthaltenes Eisen verursacht die rötliche Farbe dieses Edelsteins.

Karneol getrommelt
Karneol mehrere getrommelte Steine

Um eine intensivere Farbe zu erzielen kann Karneol vorsichtig erhitzt werden. Die meisten heute auf dem Markt angebotenen Karneole sind allerdings in Wirklichkeit gefärbte Achate, die nach der Färbung mit Hitze behandelt wurden. Natürlicher Karneol zeigt bei durchscheinendem Licht eine wolkige Farbverteilung. Vor allem in Brasilien, Uruguay und Indien befinden sich die Fundorte. Bei der Verwendung des Karneol ist es ebenso wie beim oben beschriebenen Chalcedon.