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Pleochroismus – Mehrfarbigkeit von Mineralien

Pleochroismus

Pleochroismus, ein optisches Kriterium zur Bestimmung und Unterscheidung von Edelsteinen.

Es gibt durchsichtige, farbige Edel- und Schmucksteine, die in verschiedenen Richtungen unterschiedliche Farben oder Farbtiefen aufweisen. Ursache dafür ist eine ungleiche Absorption des Lichts doppelbrechender Kristalle. Wenn zwei Hauptfarben erscheinen (nur beim tetragonalen, hexagonalen und trigonalen Kristallsystem), spricht man von Dichroismus (Zweifarbigkeit), bei drei Farben (nur im orthorhombischen, monoklinen und triklinen Kristallsystem) von Trichroismus oder Pleochroismus (Mehrfarbigkeit). Dieser letztere Begriff wird auch als Sammelbezeichnung für beide Arten der Mehrfarbigkeit verwendet.

 

Amorphe Edel- und Schmucksteine und jene des kubischen

Alexandrit, Pleochroismus
Alexandrit

Kristallsystems haben keinen P.. Die Erscheinungen des Pleochroismus können schwach deutlich oder stark sein. Sie müssen beim Schleifen der Edelsteine berücksichtigt werden, um Fehlfarben, zu dunkle oder sehr helle Töne zu vermeiden.

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Beispiele:
        • Alexandrit: grüner Alexandrit bei Tageslicht deutlich: taubenblutrot, orangegelb, smaragdgrün                                                        rotvioletter Alexandrit bei Kunstlicht deutlich: dunkelrot,gelbrot, dunkelgrün
        • Roter Topas: starker P. und kann je nach Blickrichtung dunkelrot, gelb oder rosa wirken.
        • Rosa Turmalin: deutlichen P., hellrot, rötlichgelb
        • Rubin: starker P. , gelblichrot, tief karminrot
        • Smaragd: natürlicher Smaragd: deutlicher P., grün, blau, blaugrün bis gelbgrün
          synthetischer Smaragd: gelbgrün,blaugrün


      Zusammengefasst:


    • Pleochroismus bezeichnet die Mehrfarbigkeit von Mineralien bei Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln. Ursächlich ist die ungleiche Absorption des Lichtes bedingt durch die Kristallstruktur.
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Farbveränderungen bei Edelsteinen

Farbveränderungen bei Edelsteinen

Edelsteine können durchaus ihre Farbe verändern. Es kommt aber eher selten vor, dass es durch natürliche Prozesse zu einer Farbänderung kommt. Amethyst oder Rosenquarz können zum Beispiel durch Sonnenlicht bis zur Farblosigkeit ausbleichen. Viel häufiger aber sind  gewollte Farbveränderungen durch den Menschen um eine Farbveredelung zu erhalten.

Manipulation durch Brennen

Nicht ansehnliche Farbe können manipuliert werden. Eine Möglichkeit die zur Veränderung der Farbe eines Edelsteins führt ist die Wärmebehandlung. Das „Brennen“ eines Amethysts bei einigen hundert Grad Celsius führt beispielsweise zu einer Veränderung vom violetten Stein zu einem mit einer hellgelben, rotbraunen, grünen oder milchig-weißen Farbe. Die meisten Citrine im Handel sind auf diese Art gebrannte Amethyste.

Auch bei Aquamarinen findet diese Wärmebehandlung statt. Sind sie grünlich werden sie durch diese Art der Behandlung meerblau und erhalten ihre klassische und begehrte Farbe. Zu dunkle Turmaline werden mit Wärme behandelt aufgehellt, blaue Turmaline werden grün.
In den letzten Jahren werden Farbveränderungen auch durch Bestrahlung mit Radium- oder Röntgenstrahlen erzielt. Es gibt sogar die Möglichkeit durch den Beschuss von Elementarteilchen Farbveredelungen vorzunehmen.

Nicht mit bloßem Auge zu erkennen

Nur mit dem Auge sind dieses Veränderungen nicht zu erkennen. Sie sind in der Regel so naturgetreu, dass es komplizierter Untersuchungen bedarf sie nachzuweisen. Es kann aber durchaus der Fall sein, dass die Farben nicht beständig sind und mit der Zeit verblassen und nachlassen, fleckig werden oder die Farbe ändern.
Eine weitere Möglichkeit der Farbveränderung wendet man bei porösen Steinen an. Lapislazuli, Türkis,Perlen oder Achat werden durch Zugabe von Farbstoffen, Ölen oder Wachs in ihrer Farbe verändert. Diese Variante war schon in der Antike bekannt.

Das Verändern der Farbe ist genau geregelt und der Handel/Goldschmied muss künstliche Farbveränderungen gemäß

Farbveränderungen bei Edelsteinen-Citrin
Farbveränderungen bei Edelsteinen-Citrin

den Richtlinien der CIBJO (World Jewelry Confederation) kenntlich machen. Aber wie bei jeder Regelung gibt es nach CIBJO Ausnahmen für folgende Edel- und Schmuckstein, „die durch Hitzebehandlung eine permanente und irreversible Farbumwandlung erfahren haben: Bernstein, Beryll (Aquamarin, Morganit), Korund (Saphir, Rubin), Quarz (Citrin, Amethyst, Prasolith),Topas (rosa Topas), Turmalin (alle Farben), Zoisit (blauer Tansanit).“

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Auch die folgenden Edel -und Schmucksteine, „die durch Hitzebehandlung und durch Einwirkung von Säure und Beize eine permanente und irreversible Farbumwandlung erfahren haben, wie gebänderter Achat, Karneol, Onyx, grüner Achat und blauer Achat“ braucht der Goldschmied nicht die künstliche Veränderung der Farbe angeben.
Farbveränderungen bei Edelsteinen sind also durchaus üblich.
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