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Gestrickte Ketten

Gestrickte Ketten

Gestrickte Ketten bestehen nicht aus ineinander gehängten Ösen, sondern aus einem oder mehreren sehr dünnen, durchgehenden Drähten. Die Drähte müssen sehr weich und biegsam sein und in der Stärke einem Faden (0,3 mm Durchmesser) gleichen.

Diese Fäden bearbeitet man mit Techniken aus der Textilverarbeitung, wie beim Weben, Flechten, Stricken, Häkeln usw.. Die Beweglichkeit der Ketten beruht dann in erster Linie auf der elastischen Verformung der verarbeiteten Drähte.

gestrickte Ketten
gestrickte Ketten

Das Erscheinungsbild dieser Ketten zeichnet sich meist durch große Feinheit und Luftigkeit aus. Die entstehenden Maschennetze haben fast alle eine flächige, bei bestimmten Herstellungsmethoden sogar räumliche Ausdehnung. Gestrickte Ketten, die mit einer Strickliesel gefertigt werden, bilden beispielsweise einen typisch räumlichen Schlauch.

Zur Stabilität werden derartige Ketten im Hohlraum durchaus mit einem Kautschukband oder Ähnlichem gefüllt.

Verwechslungen

Letztlich entstehen bei der textilen Bearbeitung fast immer Schlaufen, die Ösen ähnlich sehen. So, dass man gestrickte Ketten durchaus verwechseln kann mit anderen Kettenarten, wie zum Beispiel mit einer Fuchsschwanzkette. Dieses insbesondere dann, wenn diese Ketten ihren eigentlich linearen Aufbau dadurch verbergen, dass sie durch Zusammenlöten oder Ineinander-hängen mehrerer Stränge in flächige oder räumliche Gebilde verwandelt werden.

Grundsätzlich sind gestrickte Ketten recht empfindlich, was auch mit den dünnen verarbeiteten Drähte zusammen hängt. Beschädigungen, die durch Knicke oder starken Druck die Form verändern, sind nur schwer rückgängig zu machen oder zu reparieren. Gestrickte Ketten sollte nicht zu eng gewickelt sein. Zudem sollte man sie so in einer Schatulle platzieren, dass  man sie nicht versehentlich eindrücken kann.

Phantasieketten

Es gibt eine Reihe von Ketten, für die es keine speziellen Namen gibt. Entsprechend vielfältig und bunt gemischt sind diese Ketten auch in ihrer Erscheinung. Unter der Bezeichnung Phantasiekette sammelt man all diese Ketten. Diese Gruppe enthält Ketten aus gleichen, runden oder ovalen Gliedern, die man auf verschiedene Art ineinander hängt. Ferner solche mit Verbindungsgliedern aus Halbrund- oder Fassondraht („Rollos“) sowie auch Ketten mit Folgen aus stark unterschiedlichen Gliedern.

Verwechslungsmöglichkeit mit der Tauschierung.

Verwechslungsmöglichkeit mit der Tauschierung

Es gibt einige Ziertechniken,  deren Verwechslungsmöglichkeit mit der Tauschierung recht groß sind und auf den ersten Blick ähnlich erscheinen. Dies, obwohl das Erscheinungsbild der Tauschierung durch die Verwendung

Tauschierung Gürtelschnalle, Verwechslungsmöglichkeit mit der Tauschierung
Gürtelschnalle mit Tauschierung (Silberdraht in Eisen) 1. Hälfte 7. Jh. Eisen, Silber,Teilvergoldung
aus: Schmuck aus drei Jahrtausenden v. Hanns-Ulrich Haedeke

von nur zwei verschiedenen Metallen und somit nur wenigen Farbkombinationen recht klar ist.

Besonders groß ist die Verwechslungsmöglichkeit mit der Tauschierung natürlich bei Techniken, die ebenfalls auf der Basis metallischer Kombinationen beruhen.

Eingewalzte Metalle

Vor allem bei dieser Technik ist die Verwechslungsmöglichkeit mit der Tauschierung groß. Eingewalzte Metallstücke, die eventuell zuvor aufgelötet wurden, eingeschmolzene (z. B. Feingold in Platin) oder beim Guss eingebettete Einlagen haben eine sehr große Ähnlichkeit mit der Tauschierung. Auch gibt es heutzutage Streifenbleche aus verschieden farbigen Metallen, die man fertig bei Scheideanstalten oder Lieferanten beziehen kann. Der Herstellungsaufwand für einem ähnlichen optischen Erscheinungsbild ist hier wesentlich geringer.

Inkrustierung

Das galvanische Verfahren der sogenannten Inkrustierung wurde als Nachahmung-Verfahren und als Verwechslungsmöglichkeit mit der Tauschierung entwickelt. Es ähnelt der Technik der Niello-Imitation und ergibt das Aussehen einer Flachtauchierung, die bezüglich ihrer Schönheit der Tauschierung des Altertums sehr nahe kommen kann.

Zunächst poliert man hierbei den zu bearbeitende Gegenstand fertig. Danach wird der Hintergrund des aufzutragenden Ornaments als Abdeckung auf die polierte Fläche übertragen. Einzelstücke oder kleine Serien werden mit Decklack überzogen und das Muster mit einer Radiernadel eingeritzt oder mit einem Stichel eingraviert. Alternativ kann man mit Deckweiß eine Zeichnung mit einem feinen Pinsel übertragen. Die freien Flächen streicht man mit Decklack ein, lässt ihn trocknen und legt den Gegenstand anschließend in Wasser, damit sich das Deckweiß auflöst und die Zeichnung freilegt.

Vor allem durch Ätzen oder elektrochemisches Abtragen kann man nun die Gruben für das Einlegemetall ausheben lassen. Diese Gruben werden anschließend, um eine Verwechslungsmöglichkeit mit der Tauschierung zu erzielen, auf galvanischem Wege wieder bündig mit einem andersfarbigem Metall auffüllen. Der Abdecklack wird entfernt und die Oberfläche mit dem Ornament wird geschliffen und erneut poliert.

Weniger haltbare galvanische Bearbeitung

Eine weitere, aber nicht besonders haltbare Möglichkeit zur Nachahmung der Tauschierung, ist das normale Galvanisieren der Oberfläche, ohne zuvor ausgehobene Gruben. Hier wird mit einem Stift-Galvanisiergerät ein Ornament auf die Oberfläche aufgetragen. Auch viele andere Teilfärbungen und Teilbeschichtungen stellen eine Verwechslungsmöglichkeit mit der Tauschierung dar. Diese galvanischen Überzüge sind aber nicht besonders beständig.

Mokume Gane, Niello, Damaszierung

Auch bei diesen Techniken besteht eine gewisse Ähnlichkeit. Da diese Techniken allerdings schwieriger und aufwendiger in ihrer Durchführung sind als die Tauschierung, kann man diese Verfahren wohl dazu nutzen eine Tauschierung zu imitieren.

Goldpreis und Silberpreis-2013

Goldpreis und Silberpreis-Entwicklung 2013

Das Jahr 2013 war nichts für jene, die mit Edelmetallen spekulieren wollten. Der kontinuierliche Anstieg der Jahre zuvor hat im Jahr 2013 ein massives Ende genommen. Dies trifft sowohl auf Silber- als auch auf Goldpreis in Euro zu. Wer in den vergangenen Jahren Geld in diese Edelmetalle angelegt hatte musste rechtzeitig verkaufen oder muss jetzt darauf hoffen, das der Preis wieder aufgeblasen wird. Denn in meinen Augen war es eine Blase, der jetzt langsam die Luft ausgegangen ist.

Der Höchstpreis für Gold war zu Jahresbeginn, am 03.Januar und lag bei 43,61 € für 1 Gramm. Im Laufe des Jahres sank der Preis bis auf 29,57 €/g am 23.12. bzw. auch am 30.Dezember. Das ist ein Preisrückgang von annähernd 32%. Da ich als Goldschmiede im Gold ausschließlich einen Rohstoff für meine Arbeit sehe, befürworte ich diese Entwicklung vom fallenden Goldpreis 2013 selbstverständlich. Für Anleger ist es aber mehr als nur ärgerlich.

Aber mal in Ernst: es war ja wohl nicht zu erwarten, dass der Goldpreis ständig weiter steigen würde, und eine Allzeithoch das nächste jagt, oder? Mir war es nie plausibel, weshalb der Preis für Gold in den vorherigen 10 Jahren einen ständigen Anstieg erfahren hatte. Gold war zu einem reinen Spekulationsobjekt geworden und aufgeblasen. Ich hatte schon davon berichtet, dass Investoren, wie der US-Starinvestor Soros einen Großteil seines Goldvermögens bereits 2011 verkauft haben.

Silberpreis

Der Silberpreis hat im Jahr 2013 einen noch massiveren Preisrückgang im Vergleich zum Goldpreis erfahren. Der Preis für ein Kilogramm Silber hatte am 23. Januar des Jahres seinen Höchststand mit 841,10 €. Dieser Preis fiel bis zum 4. Dezember bis auf 487,80 €/kg. Der Unterschied zwischen dem Höchststand und dem preis vom 4. Dezember beträgt sogar 42 %.

In den ersten Wochen des Jahres 2014 ist der Goldpreis bis zum 27. Januar wieder auf 31,44 € gestiegen. Das Kilogramm Silber kostet heute aktuell 504,70 €/kg, war aber schon bei 521,00€/kg  am 20.Januar.

Wie auch immer man zu der Entwicklung stehen mag und was auch immer darüber gedacht wird; hier zwei ganz wertungsfreie Grafiken zum Goldpreis 2013 und zur Entwicklung vom Silberpreis.

goldpreis 2013
Goldpreis                   2013
Silber-Preis 2013
Silber-Preis         2013