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Goldgewinnung – Methoden

Zur Goldgewinnung gibt es verschiedene Methoden

Hierbei handelt es sich um eine Übersicht der Möglichkeiten der Goldgewinnung. Auf die einzelnen Verfahren werden ich später noch genauer eingehen.

Goldwäsche

Die älteste Methode der Goldgewinnung ist die Goldwäsche. Bei diesem Verfahren wird goldhaltiger Sand und zerkleinerte goldhaltige Gesteine in mit Wasser gefüllten flachen Schüsseln oder sehr engmaschigen feinen Sieben durch Bewegung zur Sedimentation gebracht. Dies ist eine Trennung des sehr schweren Goldes (Dichte von 19,3 g/cm³) durch Absinken von den Begleitstoffen. Die leichteren Stoffe werden über den Rand der Schüssel vorsichtig abgegossen. Ursprünglich wurde Gold mit Fellen und Stoffen gewaschen, bevor die Schüssel (Sicherschüssel oder Batea) eingeführt wurde. Bei dieser Methode lässt sicher aber nur 50-60 % des vorhandenen Goldes gewinnen.
Diese schwere Arbeit wurde später durch hölzerne Rinnen (Gerinne oder Gefluder) erleichtert. In diese Rinnen wurden Querleisten eingearbeitet, die dafür, dass sich das Gold vom Sand trennen. Hierfür wurden mechanische Verbesserungen eingeführt, wie Pumpanlagen oder Schütteleinrichtungen. Diese Arbeitserleichterungen führten aber nicht zu einer Erhöhung der Ausbeute.

Entscheidende Fortschritte zur Erhöhung der Ausbeute brachten erst zwei chemische Verfahren: die Amalgamation und das Zyanidverfahren.

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Amalgamation

Dieses Verfahren beruht auf der Tatsache, dass Quecksilber durch Bildung einer Legierung (Amalgam) Gold aufnehmen kann. Goldhaltiges Erz wird mit Quecksilber versetzt. Später wird das Quecksilber bei 360°C verdampft und das Gold wird frei gegeben. Diese Methode der Goldgewinnung war bereits den Römern bekannt. Erstmals erwähnt wurde sie 33 v. Chr. von Vitruv. Aufgrund der toxischen Dämpfe des Quecksilbers wird dieses Verfahren fast nicht mehr angewendet.

Zyanidverfahren

Dieses Verfahren ist seit 1886 bekannt. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem das im Erz verbliebene Restgold in einer schwachen Zyankalilösung gelöst wird. Anschließend fällt es durch Zink aus. Das so gewonnene Rohgold enthält immer noch andere Metalle. Diese schied man früher mit  heißer Schwefelsäure vom Gold.
Heute werden zur Maximierung der Ausbeute und zur Erzielung eines höheren Reinheitsgrades allerdings nur noch zwei Verfahren angewendet: die Chlorgasraffination und die Elektrolyse.

Chlorgasraffination

Wird Rohgold mit Chlorgas in Verbindung gebracht, so bewirkt dieses die Bildung von Chloriden (mit Ausnahme des Silberchlorides), d.h. man erzielt auf diese Weise ein Gold mit einer Reinheit von etwa 995/000.

Elektrolyse

Goldgewinnung durch Elektrolyse
Goldgewinnung durch Elektrolyse
Diese weitere Aufbereitung des Goldes  dient zum Erreichen einer noch höheren Reinheit. Das noch zu reinigende Gold wird als Anode in eine salzsaure Lösung (Salzsäure und Gold(III)-chlorid) getaucht (Wohl-Verfahren). Die Kathoden bestehen aus Feingold. An diesen wird Gold aus der Lösung in schwammiger Form abgeschieden. Das so entstandene Elektrolyt-Gold hat eine Reinheit von 999/000.

Die 4 C’s der Diamanten – Farbgraduierung beim Brillant

Farbgraduierung beim Brillant

Zusammenfassend habe ich über die Graduierung der Diamanten bereits einen Artikel in meinem Goldschmiede Blog veröffentlicht. Hier folgt nun eine Übersicht über Farbgraduierung beim Brillant, mit der man sich in jeder Goldschmiede beschäftigt.

Diamanten  in reinster Form sind farblos. Farbige Diamanten haben oft nur sehr geringe Beimischungen von Fremdstoffen oder sie weisen  Lücken im Kristallsystem auf. Diamanten kommen in fast allen Farben vor: rot, grün, blau, gelb, rosa oder braun.
Eine Tabelle der Farbgraduierung beim Brillant zur Übersicht nach Einordnung der gemmologische Institute GIA (Gemological Institute Of America) und CIBJO ( World Jewelry Confederation):
 
Deutsche Bezeichnung Buchstaben international Veraltete Bezeichnung
Hochfeines Weiß + D River
Hochfeines Weiß E River
Feines Weiß + F Top Wesselton
Feines Weiß G Top Wesselton
Weiß H Wesselton
Leicht getöntes Weiß I,J Top Crystal, Crystal
Getöntes Weiß K,L Top Cap
Getönt M-Z Cape bis Yellow
Farbgraduierung beim Brillant
Farbgraduierung beim Brillant
Der „Grüne Dresden“ z.B. ist wahrscheinlich durch natürliche Radioaktivität grün gefärbt. Derartige Bestrahlungen erzeugt man heute auch künstlich. Jeder künstlich behandelte Stein muss als solcher ausgewiesen werden.

Die 4 C´s der Diamanten – clarity Reinheit

Reinheit der Diamanten

Zusammenfassend habe ich über die Graduierung der Diamanten bereits einen Artikel in meinem Blog veröffentlicht.
Dennoch habe ich hier nochmals eine etwas genauere Übersicht über die Reinheit der Diamanten. Die Reinheit hat einen wesentlichen Anteil an der Brillanz eines Diamanten.
Reinheit von Brillanten
Reinheit von Brillanten

gemäß der Bestimmung  RAL 560 A wird die Reinheit folgendermaßen definiert:

 Tabelle zur Reinheit von Diamanen

Internationaler Begriff Deutsche Bezeichnung Definition
Internally flawless
if
Lupenrein Bei zehnfacher Vergrößerung für den durchschnittlich geübten Fachmann frei von inneren Merkmalen
Very very small inclusions
vvs
Sehr, sehr kleine Einschlüsse Wenige,sehr, sehr kleine Einschlüsse für den durchschnittlich geübten Fachmann bei zehnfacher Vergrößerung schwer zu erkennen
Very small inclusions
vs
Sehr kleine Einschlüsse Einige,sehr kleine Einschlüsse für den durchschnittlich geübten Fachmann bei zehnfacher Vergrößerung zu erkennen
Small inclusions Kleine Einschlüsse Mehrere kleine Einschlüsse für den durchschnittlich geübten Fachmann bei zehnfacher Vergrößerung leicht zu erkennen
1st pique (1.Pique)
P1
Deutliche Einschlüsse Einschlüsse, die bei zehnfacher Vergrößerung sofort zu erkennen sind, aber die Brillanz nicht mindern. Mit bloßem Auge schwer erkennbar.
2nd pique (2.Pique)
P2
Größere Einschlüsse Größere und /oder zahlreiche Einschlüsse, die die Brillanz nur schwach mindern. Mit bloßem Auge erkennbar.
3nd pique (3.Pique)
P3
Grobe Einschlüsse Große und /oder zahlreiche Einschlüsse, die die Brillanz nur schwach mindern. Mit bloßem Auge leicht erkennbar.

 

Die Reinheit der Brillanten wirkt sich sowohl auf die optischen Eigenschaften des Edelsteins aus, als auch auf dessen Wert. Lupenreine Diamanten kommen in der Natur sehr selten vor und sind daher deutlich teurer.  Diamanten mit P1 oder schlechter verlieren durch ihre Einschlüsse so sehr an Brillanz, dass ich sie nicht empfehlen kann. Diese Steine besitzen entsprechend wenig Feuer. Deshalb sollte jeder, der sich für einen Brillanten in seinem Schmuckstück entscheidet, lieber einen etwas kleineren Diamanten auswählen, der bei gleichem Preis aber deutlich mehr Brillanz besitzt. Die P1 Steine oder schlechter können  meinetwegen weiterhin im Kaufhaus verkauft werden.