Organischer Edelstein – Bernstein

Share

Organische Edelsteine – Bernstein

Menschen haben schon zu Beginn ihrer Stammesgeschichte angefangen sich zu schmücken. Wie in der Tierwelt ging es auch den frühzeitlichen Menschen darum,aufzufallen oder dem anderen Geschlecht zu gefallen. Diese Verhalten hat eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für die Entwicklung der Ästhetik. Die Natur gab und gibt viele Möglichkeiten sich zu schmücken. So gibt es in der Natur Knochen, Blüten, Pflanzensamen, Horn, Federn ,Nüsse. Elfenbein und vieles andere mehr.
Auch Perlen, Bernstein und Koralle sind Naturprodukte, die sich finden lassen. Sie sind hierbei die einzigen Naturprodukte, die aus heutiger Sicht den kulturgeschichtliche und mineralogischen Anspruch eines organischen „Edelsteins“ erfüllen. Dies begründet sich aber nicht auf die typischen Kriterien wie Härte oder Kristallstruktur, sondern vielmehr auf ihrer Seltenheit, ihrer Schönheit und ihrem möglichen Farbenspiel. Auch die Schwierigkeit sie zu bekommen oder der Natur abzunehmen führte dazu, dass sie in den Kulturen in das Sortiment der Edelsteinen aufgenommen wurden.

Bernstein

Der Name leitet sich vom niederdeutschen Wort „börnen“= brennen ab. Dies ist ein Hinweis darauf, das Bernstein brennbar ist. Sein Schmelzpunkt liegt bei 350-400 Grad Celcius.

Zunächst sei gesagt, dass sich das Interesse an diesem organischen Edelstein keineswegs nur auf die Schmuckherstellung oder auf kunstgeschichtliches Kulturgut (z.B. das Bernsteinzimmer) bezieht. Die Naturwissenschaft erhält einmalige Zeugnisse für die Erforschung der Tier- und Pflanzenwelt vor allem des Alttertiärs. Als Einschlüsse haben sich Insekten und Pflanzenteile in dem erhärteten Baumharz in bester, fast „lebensfrischer“ Güte bis heute erhalten und geben Rückschlüsse über jene Zeit.

Bernstein
Bernstein

Bernstein ist fossiles, erhärtetes Harz der Kiefer Pinus succininfera und entstand vor 50 Millionen Jahren. Diese Kiefer wuchs in ausgedehnten Waldgebieten im heutigen Nordosteuropa. Dieses Gebiet wurde vor etwa 35 Millionen Jahren überflutet. Das Material, das sich bis dahin in riesigen Mengen im Waldboden angereichert hatte wurde ausgewaschen, transportiert und wieder abgelagert. Die sog. „Blaue Erde“ des Samlandes in Ostpreußen (bei Palmnicken) westlich von Königsberg ist somit die Hauptlagerstätte, wo er heute gewonnen wird. Unter einer 30 m dicken sandig-tonigen Schicht liegt ein 9 m dicker bernsteinhaltiger Ton, aus dem im Tagebau der Bernstein gewonnen wird. Das Rohmaterial wird durch Wasser ausgewaschen und von Hand verlesen. Nur 15 % des so gewonnen Bernsteins eignen sich für die Schmuckherstellung. Der Rest wird zum Pressbernstein (Ambroid s.u.) oder für technische Zwecke verarbeitet. Daneben werden an der gesamten Nord- und Ostseeküste und in der Norddeutschen Tiefebene Anreicherungen von Bernstein gefunden. Große Bernsteinvorkommen befinden sich am Boden der Ostsee. Nach starken Stürmen, wenn die Wellen den Meeresgrund aufgewühlt haben, kann man somit an den Ständen der Ostsee Bernstein finden. Diese sogenannte Seebernstein ist von besonders fester Struktur.

Die reinsten Formen des Bernsteins sind sog. Fliesen und Platten. Dieser Bernstein ist zwischen Baumrinde und Stamm ausgeflossen und enthält keine Inklusen (Einschlüsse). Die ausgeflossenen Harze haben meist die Form von Tropfen, Zapfen oder Strängen. Diese sind oftmals mit Inklusen versehen. Ist der Bernstein weißlich, so enthält er viele sehr kleine Bläschen, die mit Gas gefüllt sind. Sie werden als Knochen bezeichnet. Die Bernsteinfarben variieren von Gelb über Braun bis Rotbraun. Sehr selten sind grünliche oder blaue Bernsteine.
Die Schmuckherstellung mit Bernstein reicht bis in die Altsteinzeit zurück.Der Baltische Bernstein auch “Gold das Nordens“ ist der erste Edel der Menschheit überhaupt. Schon vor 30000 Jahren wurden Ketten und Amulette aus Bernstein gefertigt. Er diente auch als Zahlungsmittel. Auch während der griechischen und römischen Antike war Bernstein sehr begehrt. Es gab Handelswege von Nord- und Ostsee nach Südeuropa und nach Kleinasien (Bernsteinstraßen). Während des Mittelalters beschränkte sich die Verarbeitung von Bernstein im Wesentlichen auf die Küstengebiete der Fundstätten, es gab eine eigene Zunft der Bernsteindreher. Bis zum 2ten Weltkrieg war die Gewinnung von Bernstein in Deutschland gesetzlich geregelt.
Weitere Fundstätten: Sizilien, Rumänien, Birma, China, Dom. Republik, Japan, Kanada, Mexiko, USA (Alaska).


AMBROID: Verschmolzene kleine Stücke und Abfallreste echten Materials, bei 140-250 Grad Celsius und bis 3000 bar zu einer einheitlichen Masse verschmolzen. Diese Masse gleicht der Natürlichen.
Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.