Eigenschaften von reinem Silber

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Silber

Anglo-sächsisch: siolful
Symbol aus dem Latein: argentum. Ag
Element aus der ersten Nebengruppe des Periodensystems
Ordnungszahl 47
relative Atommasse 107,868
Dichte 10,5 g/cm³
Schmelzpunkt 960,85 °C
Siedepunkt 1980 °C
Brinellhärte 26 HB
Ritzhärte nach Mohs: 2,7 
Farbe: hellweiss
wichtigste Fundstätten: Russland, Mexiko, Peru

 
S. ist ein weißes Metall, das alle anderen Metalle an Helligkeit der Farbe, Leitfähigkeit von Wärme und Elektrizität, Polierfähigkeit und Reflexionsvermögen übertrifft. Da es langwelliges Licht (rot, orange, gelb) noch vollständiger reflektiert als kurzwelliges, hat es einen „warmen“ Farbton – etwa im Gegensatz zum „kalten“ Chrom. Silber erreicht fast die Dehnbarkeit des Goldes. Es läßt sich zu Folien von nur 0,0002 mm Stärke schlagen. Diese „Blattsilber“ ist durchscheinend und von bläulichgrüner Farbe. Aus 1 g Silber lässt sich ein Draht von 2000 m Länge ziehen. Diese große Dehnbarkeit , die nur vom Gold übertroffen wird, lässt sich mit der geringen Härte des Silbers, die zwischen der des Kupfers und Goldes liegt und einer Mohshärte von etwa 3 entspricht, erklären.
Mit Sauerstoff reagiert S. in festem Zustand durch Bildung einer unsichtbaren Schicht von Silberoxid, die nur die Stärke von einem Molekül erreicht und als Schutzschicht wirkt. Das Vorhandensein dieser in sehr geringem Umfang wasserlöslichen Oxidschicht ermöglicht die Bildung von Silberionen, die in Verbindung mit Wasser keimtötend wirken. Auf diese Weise lässt sich erklären, dass nicht nur Präparate von Silber in Form kolloider Lösungen ,z.B. Kollargol,sondern auch Geräte, Bestecke und Münzen aus Silber eine oligodynamische (d.h. sterilisierende) Wirkung haben.
Die Affinität des Silbers zu Schwefel ist besonders groß. In Verbindung mit dem in bewohnten Räumen stets spurenweise vorhandenen Schwefelwasserstoff bildet Silber eine Schicht aus Silbersulfid. Dies ist eine der häufigsten Ursachen für das Anlaufen des Silbers. Eine weitere Folge der Affinität zu Schwefel ist der gelegentlich unangenehm wirkende Metallgeruch des Silbers, der auf die Einwirkung organischer Schwefelverbindungen zurückzuführen ist.
Durch nichtoxidierende Säuren (z.B. Salzsäure) und organische Säuren wird Argentum nicht angegriffen. Konzentrierte Schwefelsäure löst Silber nur in erhitztem Zustand. Beste Lösungssäure für S. ist die Salpetersäure. Da Gold von der Salpetersäure nicht angegriffen wird, können Gold und Silber durch Auflösen des Silbers in Salpetersäure („Scheidewasser“) voneinander geschieden werden. Dagegen ist Silber nicht in Königswasser (s.u.) löslich.
Da reines S. für die meisten Anwendungsbereiche zu weich ist, wird es mit anderen Metallen legiert. Mit Quecksilber bildet es Amalgame, die heute vor allem in der Zahntechnik Verwendung finden.
 
S. ist aufgrund seiner hervorragenden physischen Eigenschaften in hohem Masse auch industriell genutzt und nachgefragt (u.a. Fototechnik, , Elektrotechnik, Dentalbedarf, Verspiegelungen, Medizintechnik).
 
Königswasser, selten auch Königssäure genannt, ist eine Lösung aus drei Teilen konzentrierter Salzsäure und einem Teil konzentrierter Salpetersäure.
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