Platin – Platinum

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Platin

Edelsteine werden ihres Wertes wegen meist in edle Metalle gefasst.
Nur drei Metalle werden als edle Metalle empfunden. Gold (vom Weißgold über Gelbgold bis hin zum Rotgold), Silber und Platin!

Seit einigen Jahren werden Edelsteine auch in feinstem Stahl oder Titan gefasst. Doch als klassisch gelten nur Silber, Gold und Platin – und dabei ist auch Platin ein noch „junges Schmuckmetall“, das sich erst in den letzten 100 Jahren die Welt eroberte.

Geschichte

Wann, wo und wer den ersten Klumpen gediegenen Platins fand, ist unbekannt. Die Ägypter aber erkannten es als ein überaus seltenes und edles Metall. Schon ihnen muss es unbezwingbar erschienen sein. Anders als Gold und Silber konnten sie es nicht schmelzen. Keine irdische Hitze konnte es vernichten, es überzog sich sofort wie durch magische Hand mit einer schützenden Haut. Doch Platin ist biegsam, lässt sich also schmieden. An einigen ägyptischen Pharaonenmasken fand man Platin – doch dafür gleich an exponiertester Stelle: als das Weiß der Augen.

Eigenschaften

Platin hat faszinierende Eigenschaften. Gold schmilzt bei 1063°C, für Platin wären
Platin als Barren
Platin als Barren

dagegen schon 1769°C erforderlich. Platin ist sogar noch etwas schwerer als das schon schwere Gold. Ein Kubikzentimeter ist 21,45 Mal schwerer als die gleiche Menge destillierten Wassers, Gold „nur“ 19,3 Mal. Einen Platinwürfel von 30 cm Kantenlänge könnten sie keinen Zentimeter anheben und Ihr Schreibtisch könnte ihn wohl kaum aushalten: er wöge 580 kg (Wasser nur 27 kg). Für Schmuck ist das alles erwünscht. Je schwerer der Schmuck, für um so wertvoller halten wir ihn .

Platin ist aber auch ungewöhnlich hart: es hat die Mohshärte von 4,3. Schmuck aus Platin läuft nicht an, nutzt sich nicht ab und behält sein Aussehen für alle Zeit. Ein Kratzer in Platin ist nur eine Verschiebung der Atome, kein Verlust der Substanz.

Als beständigstes Metall auf Erden wurde Platin zum Maß aller Dinge: Als die französische Revolutionsregierung 1799 das metrische System einführte, ließ sie als unzerstörbare Eichmaßstäbe ein Ur-Meter und Ur-Kilogramm aus Platin fertigen. Sie werden in Paris aufgehoben und definieren bis heute diese Maße.

Hatten die Ägypter Platin auch gekannt, so war es doch erst 1750 wirklich entdeckt worden. Zwar hatten Goldsucher 200 Jahre zuvor im Kies des Rio Pinto (im heutigen Kolumbien) silbrige Körnchen gefunden, doch die spanischen Schmiede konnten das Metall nicht schmelzen und nur schwer bearbeiten – sie hielten es für verunreinigtes Silber und nannten es geringschätzig „platina“, Silberchen. Erst 1750 entdeckte R. Watson, dass diese Krümel ein eigenes, bisher unbekanntes Element unseres Periodensystems sind, das er Platinum nannte.

Doch das „Silberchen“ ist ungleich wertvoller als Silber. Wenn auch viele seiner Eigenschaften so gänzlich anders sind, hat es mit seinem Namensgeber doch etwas gemeinsam. Im Schmuck kommen beide Edelmetalle nahezu rein zur Verarbeitung. Während Gold fast nur bis zu einem Feingehalt von 750/000 verarbeitet wird, also 75 % der Legierung reines Gold sind (auch 750er Gold oder 18 Karat genannt) so sind es beim Platin immer 95 %. Der Feingehalt von Schmuck-Platin beträgt 950/000 und der von Sterling-Silber 925/000.

Platin ist überaus rar und in der Industrie von höchster Bedeutung. In den Katalysatoren der Autos, in Mobiltelefonen und Computerchips, in medizinischen Geräten ist Platin unersetzlich. Platinschmuck ist daher so unverwüstlich wie von bleibendem Wert.
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